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Der alte Faulturm auf der Kläranlage Lohne-Rießel ist Geschichte

Der OOWV baut eine zentrale Faulung. Die Investitionskosten liegen bei circa 13,5 Millionen Euro. Künftig soll der komplette Klärschlamm, der in Lohne anfällt, auf dem Rießel gefault werden.

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Abriss nach fast 5 Jahrzehnten: der alte Faulturm kurz nach Beginn der Arbeiten. An seiner Stelle entstehen demnächst zwei neue Behälter mit einem Gesamtvolumen von 1800 Kubikmetern. Foto: Geißler/OOWV

Abriss nach fast 5 Jahrzehnten: der alte Faulturm kurz nach Beginn der Arbeiten. An seiner Stelle entstehen demnächst zwei neue Behälter mit einem Gesamtvolumen von 1800 Kubikmetern. Foto: Geißler/OOWV

Beständig frisst sich der Bagger durch Stahlbeton des alten Faulturms auf der Kläranlage des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) in Lohne-Rießel. Das obere Teil des Bauwerks stürzt in die Tiefe, nun wird dem Rest des Turms zu Leibe gerückt, bis er am Ende ganz verschwunden ist.

"Mittlerweile sind die Abrissarbeiten so weit abgeschlossen", wird OOWV-Anlagenkoordinator André Geißler in einer Pressemitteilung zitiert. "Was nicht zu sehen war: Der Turm hatte oberirdisch eine Höhe von 16 Metern, doch er war auch 8 Meter in den Boden eingelassen. Es waren also auch eine Menge Erdarbeiten zu erledigen."

Seit 1974 stand ein guter Teil des alten Faulturms bereits auf der Kläranlage Rießel. Als Schlammspeicher wurde der untere Part beim Bau der Anlage errichtet. 12 Jahre später folgte mit dem Aufbau des oberen Kegels die Umarbeitung zum Faulturm mit einem Volumen von 1500 Kubikmetern.

Betonprüfung zeigt auf: Neubau ist notwendig

Geißler berichtet: "Ursprünglich sollte das Bauwerk 2017 nur saniert werden, und es sollte neue Rohrleitungen erhalten." Die Betonüberprüfung habe dann aber gezeigt, dass das nicht ausreicht und ein Neubau notwendig ist.

An der Stelle, an der bis vor Kurzem noch der alte Turm stand, werden nun zwei neue Faulbehälter errichtet – jeweils mit einem Volumen von 900 Kubikmetern. Sobald sie fertiggestellt sind, wird auch der komplette Klärschlamm der nahen OOWV-Kläranlage Lohne-Nordlohne in den neuen Behältern ausgefault. Das dadurch gewonnene Faulgas wird anschließend in zwei neuen Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet und für den Betrieb der OOWV-Kläranlage eingesetzt.

Investitionskosten belaufen sich auf 13,5 Millionen Euro

Im Februar dieses Jahres taxierte OOWV-Regionalleiter Kay Schönfeld die Investitionskosten für das Projekt auf circa 13,5 Millionen Euro. Auf Anfrage teilt OOWV-Pressereferent Matthias Wittschieben nun mit, dass sich an dieser Kostenschätzung nichts geändert habe. Er schränkt jedoch ein: "Wir hatten erst vor Kurzem die Submission, deren Ergebnisse wir noch abwarten müssen. Da die Kosten für Energie und, damit oft verbunden, Baumaterialien steigen und voraussichtlich weiter steigen werden, ist ein endgültiges Ergebnis nicht abzusehen. Wir haben allerdings bereits mit Weitsicht kalkuliert und gehen davon aus, dass wir am Ende im Rahmen bleiben können oder ihn nur wenig erweitern müssen."

Im Februar sagte Schönfeld auch, dass der Neubau der Schlammfaulungsanlage in Lohne, der nach bisheriger Schätzung etwa Mitte 2024 abgeschlossen sein soll, voraussichtlich keine Entgelterhöhung nach sich ziehen werde. Die gilt weiterhin. Im Gegenteil: Die Umsetzung wird sich senkend auswirken, da gegengerechnet die momentanen Kosten für den provisorischen Abtransport des Schlamms auch durch die steigenden Energiepreise auf Dauer die Baukosten übersteigen würden. Schönfeld sagt dazu: "Wir haben das Bauprojekt nur umgesetzt, weil es neben Umweltgesichtspunkten auch wirtschaftlicher ist, als die momentane Lösung. Wäre das nicht der Fall, hätten wir einen anderen Weg beschritten. Das sind wir unseren Kundinnen und Kunden schuldig."

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