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Der Abgrund ist nahe: Ein Griechenland-Urlaub zwischen Workaholics und Todesangst

Meine Woche: 30 Grad, Sonnenschein und Mittelmeer – doch selbst in Griechenland sind die Deutschen nicht weit. Man erkennt sie sofort, was nicht zuletzt an den Gesprächsthemen liegt.

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30 Grad, Sonnenschein und das Mittelmeer – der Traum von vielen Deutschen und Europäern. Klar, auch von mir. Also hin da. Mein Urlaub stand kürzlich an, es ging nach Griechenland. Und ich flog nicht alleine: der Flieger war voll. Die Menschen sind nach dem Wegfallen der Corona-Regeln reisefreudig – und vergessen die Spielregeln, sobald das Flugzeug in der Luft ist. So zumindest auf meinem Flug. Die verpflichtenden Masken an Bord? Oftmals Fehlanzeige. Aber Schwamm drüber, im Flughafengebäude hat sie auch keiner getragen. Da musste man es ja auch nicht. Aber eine Diskussion über das Corona-Regel-Wirrwarr ist hier fehl am Platz.

Angekommen auf einer der Tausenden griechischen Inseln empfing mich das Paradies – zumindest bis zur Liege am Strand. Denn schon von Weitem konnte man die (wenigen) anderen Deutschen hören. Gespräche über den Chef, über die Auftragslage, über die Kollegen. Wohlgemerkt im Urlaub. Geht's noch? Mal ganz abgesehen vom nervigen Reservieren der Liegen. Tags darauf waren die Leute aber schon abgereist. Die Sprachen, die gesprochen wurden waren jetzt vor allem Französisch und aus dem skandinavischen Raum. Vielleicht ging's da auch um den Chef oder um die Auftragslage. Spoiler: Das habe ich glücklicherweise nicht verstanden. Am Ende war mir das alles sowieso komplett egal. Denn wer weiß, ob wir nächsten Sommer wieder so unbeschwert in die Flugzeuge steigen dürfen. Stichworte Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Ach ja, die Diskussion um die CO2-Bilanz von Flugzeugen und Urlaubsreisen gibt's ja auch noch.

„Gespräche über den Chef, über die Auftragslage, über die Kollegen. Wohlgemerkt im Urlaub. Geht's noch?“Sebastian Hanke

Also habe ich nicht nur auf der faulen Haut gelegen, sondern mit einem Quad die Insel unsicher gemacht. Unsicher trifft es übrigens ganz gut. Ja, man kommt an viele Orte, die man mit dem Auto nicht erreicht. Vor allem in den Bergen. Wenn die Straße aber im schlechten Zustand, nur 3 Meter breit und der 50 Meter tiefe Abgrund neben dir ist, wünscht sich der Überlebensinstinkt hier und da dann doch die Liege am Strand zurück.

Aber gut: das Risiko hat sich schlussendlich gelohnt. Angekommen im schönen Bergdorf Ziá auf Kos konnte man die atemberaubende Aussicht über die gesamte Insel bestaunen. Der Blick reichte bis zum türkischen Festland. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Die Taverne "Sunset Balcony" ist ein guter Ort, um den fantastischen Sonnenuntergang zu bestaunen. Apropos Tipp: Der Strand rund um Mastichari ist wirklich zu empfehlen. Feinster Sand, keine Steine und auch genügend Plätzchen, an denen man seine Ruhe genießen kann. Fernab von Workaholics oder Angst vor dem Abgrund. Sind Sie jetzt in Urlaubsstimmung? In Kürze starten die Ferien. Für einige wird's sicherlich ebenfalls ans Mittelmeer gehen. Viel Spaß – vor allem am Flughafen. Aber ich möchte ja jetzt nicht der Spaßverderber sein.


Zur Person:

  • Sebastian Hanke ist Volontär in der Sportredaktion der OM-Medien.
  • Der Autor ist 23 Jahre alt und verreist gerne – am liebsten ans Meer.
  • Sie erreichen den Kolumnisten per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

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