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Denkmalpfleger drücken in Bevern auf die Bremse

Im neuen Baugebiet am Wöstendamm machten die Archäologen zahlreiche Funde. Immerhin: Bauwillige in Essen erhalten jetzt mit Sicherheit ein Grundstück.

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Politik im Rathaus: In Essen tagte der Planungsausschuss zum letzten Mal in dieser Wahlperiode.    Foto: G. Meyer

Politik im Rathaus: In Essen tagte der Planungsausschuss zum letzten Mal in dieser Wahlperiode.    Foto: G. Meyer

Mit einer guten Nachricht für Bauwillige wartete Matthias Meyer im Essener Planungsausschuss auf. Zurzeit gibt es im neuen Baugebiet an der Löninger Straße mehr Plätze als Bewerber, berichtete der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. "Wir können jedem Interessenten ein Angebot machen."

Konkret hatte die Gemeinde 170 potenzielle Käufer angeschrieben und danach 127 Rückmeldungen erhalten. Um die Platzauswahl ist allerdings teilweise ein Gerangel entstanden. So dürfte in einigen Fällen das Los darüber entscheiden müssen, wer wo sein Eigenheim errichten darf. Das muss innerhalb von 2 Jahren geschehen. Der Quadratmeter-Preis wird laut Meyer bei rund 100 Euro liegen. Die Kaufverträge werden Anfang kommenden Jahres unterschrieben, mit der Erschließung will die Gemeinde aber noch in diesem Jahr beginnen. Mitte 2022 könnten die ersten Häuser aus dem Boden wachsen.

Ganz so schnell dürfte es am Wöstendamm in Bevern nicht gehen. Der Planungsausschuss stimmte der Aufstellung des Bebauungsplans für das neue Baugebiet am Ortsrand zwar zu. Es  ist aber unwahrscheinlich, dass schon im kommenden Jahr die Maurer anrücken. Das hängt vor allem mit dem Denkmalschutz zusammen. Auf der angepeilten Fläche haben die Archäologen nämlich zahlreiche Funde gemacht. Laut Matthias Meyer handelt es sich um sogenannte Pfostengruben, Überreste von Eingrabungen, die auf mittelalterliche Holzbauten hindeuten. Ausgegraben worden sei auch ein Pferdeskelett. Bis Mitte nächsten Jahres soll jetzt weitergebuddelt werden. Erst danach kann es mit der Erschließung losgehen. Beim Ausschussvorsitzenden Jürgen Meyer löste die aus archäologischer Sicht interessante Vergangenheit Beverns kaum Freude aus. "Wer die Musik bestellt, müsste sie eigentlich auch bezahlen", sagte er mit Blick auf die Kosten. Sie sind derzeit ausschließlich von den Kommunen zu tragen.

SPD regt Förderung für Coronaopfer an

Unter den zahlreichen Zuhörern waren vor allem Anwohner aus dem Beverner Ortskern. Auch dort soll ein weiteres Baugebiet ausgewiesen werden. Die Einwände dagegen würden noch geprüft, ein Lärmgutachten erstellt, hieß es. Festgelegt sei dort noch nichts.

Einstimmig zugestimmt hat der Ausschuss den Erweiterungsplänen der Firma Wernsing. Sie will jenseits der Lüscher Straße ein Biomasseheizwerk errichten. Außerdem soll ein Teil der Logistik umgesiedelt werden. Die erzeugte Wärme gelangt über eine Leitung ins Hauptwerk, wo sie für die Produktion benötigt wird. An der Lüscher Straße ist eine Überführung vorgesehen. Auf den zunächst geplanten Bau eines Schulungszentrums verzichtet das Unternehmen inzwischen. 

Um die Folgen der Pandemie zu dämpfen, hatte die SPD eine kommunale Förderung für Gewerbetreibende angeregt, die im Jahr 2020 und 2021 teilweise oder vollständig schließen mussten. So sollten  nicht nur Gastronomiebetriebe gefördert werden, sondern auch Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister, wie Friseure, heißt es in einem Antrag. Konkret regen die Sozialdemokraten die Ausgabe von Gutscheinen an, deren Wert jeweils zur Hälfte von den Nutzern und von der Gemeinde bezahlt wird. 20.000 Euro sollten dafür eingeplant werden. Die CDU lehnte den Vorschlag ab. Grundsätzlich sei er zwar gut, befand Dirk Gehrmann. "Doch wer setzt ihn um?" So gebe es in Essen derzeit keinen handlungsfähigen Handels- und Gewerbeverein.  

Matthias Meyer berichtete über Fortschritte bei der Flurbereinigung rund um den Calhorner Mühlenbach. 7 Wege seien inzwischen neu asphaltiert oder geschottert worden. 2022 sind 8 weitere Wegebaumaßnahmen vorgesehen. 

Noch kein Bauantrag für Richtfunkmasten

Wann in Essen die ersten Richtfunkmasten aufgestellt werden, wissen derzeit weder die örtliche Politik, noch die Verwaltung. Der Grund: Bislang hat die Firma Emslandtel beim Landkreis keinen Bauantrag eingereicht, wie jetzt im Ausschuss bekannt wurde. Die Funktürme sollen unter anderem entlang der Bahnlinie zwischen Cloppenburg und Essen gebaut werden und ein flächendeckendes Breitband- und Mobilfunknetz ermöglichen.   

Geärgert haben sich die Ausschussmitglieder über Hakenkreuz-Schmierereien, die im Bereich der Essener Grundschule aufgetaucht sind. Sie gehörten strafrechtlich verfolgt, sagte Dirk Gehrmann. Auch Jürgen Meyer war empört. "Dass öffentliches Eigentum beschmiert wird, zumal mit dieser Symbolik, geht gar nicht", stellte er klar und bat die Bürger um Wachsamkeit.

Lob spendete der Vorsitzende den Ausschussmitgliedern, die sich letztmals in dieser Zusammensetzung zur Sitzung getroffen hatten.  Die gemeinsame Arbeit und auch der politische Streit hätten immer Spaß gemacht. "Denn ihr alle hattet stets das Wohl der Gemeinde im Blick", betonte Meyer.

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