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"Denglish": Eine Sprache made in Germany

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Was ist eigentlich ein "Facility Manager" und welchen Beruf übt man als "Head of verbal communications" aus?

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Wir walken, skaten, joggen, talken. Wir haben fun, feelings, moments und moods. Wer sich jetzt fragt, was das alles bedeuten soll, kennt wahrscheinlich das Sprachphänomen "Denglish" nicht. Es ist die Zusammensetzung von Englisch und Deutsch und ist besonders bei jüngeren Menschen sehr beliebt. Längst sind Fremdwörter wie Hobby, Computer oder Comic in unserem Sprachgebrauch etabliert. Beim Denglish wird allerdings noch einmal eine Schippe draufgelegt. Aus "Hast du dir den neuen Film heruntergeladen?" wird "Hast du dir den neuen Film gedownloadet?". Oder: "Diesen neuen Hit finde ich total gut" wird zu "Diesen neuen Banger finde ich total nice".

Doch nicht nur in der Jugendsprache ist das Denglish angekommen. Auch in den Bereichen der Telekommunikation und Wirtschaft wird die neue Sprachform bereits angewendet. So wird aus der langweiligen Stellenausschreibung "Hausmeister gesucht" nun "Facility Manager gesucht". Aus der Sekretärin wird jetzt "Head of verbal communications".

Doch viele Menschen, die kein Englisch können, werden von der neuen Kommunikationsart ausgeschlossen, wettern Sprachwächter. Die Franzosen gehen deshalb radikal vor. Dort gibt es nun Sprachreglungen, um gegen das "Frenglish" vorzugehen. Aber kann man die deutsche Sprache überhaupt "rein" halten?

"Denn eines hat die Geschichte gezeigt: Sprache lebt und entwickelt sich."Lisa Bernhardt

Fakt ist: Seitdem es Sprache gibt, verändert sie sich. Jede Entdeckung, jede Eroberung hat nicht nur kulturelle, sondern auch sprachliche Veränderungen mit sich gebracht. Verwendete der Adel früher französische Begriffe, dauerte es nicht lang, bis das allgemeine Volk nachzog. Durch die Globalisierung und das Internet verbreiten sich die neuen Wörter allerdings in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit. Über Soziale Medien wie TikTok, Instagram und Co. landet das Denglish direkt auf den Smartphones und wandert von dort aus in unseren Alltag.

Doch sprachliche Veränderung ist nicht immer etwas Negatives. Begriffe wie Taille, Teint oder Rendezvous haben wir mittlerweile so in unserem Sprachgebrauch adaptiert, dass wir gar nicht mehr bemerken, dass es eigentlich Fremdwörter sind. Selbst das Wort Nase kommt ursprünglich aus dem Lateinischen. Dies sind Beispiele, dass Veränderungen durchaus auch einen positiven Effekt haben können. Wichtig ist dabei nur, dass Fremdwörter mehr Klarheit statt Verwirrung schaffen sollten.

Ob man den Hausmeister jetzt nun lieber Facility Manager nennen will oder aus der Nase lieber den Gesichtserker machen mag. Jeder sollte seine Sprache frei wählen können. Ob sich an Sprachreglungen wie in Frankreich gehalten wird, wage ich zu bezweifeln. Denn eines hat die Geschichte gezeigt: Sprache lebt und entwickelt sich. Ein Stillstand wird auch durch Gesetze nicht erzwungen werden können.

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