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Den letzten Handschlag übernehmen die Schüler selbst

Die Sanierung und Erweiterung der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta hat fast 10 Millionen Euro gekostet. Die Einweihung kommt verspätet, der "Tag der offenen Tür" muss noch warten.

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Zeichen für Freiheit und Toleranz: Die Klasse 10 b pflanzte am Freitag eine Kastanie auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Im Anschluss wurde mit geladenen Gästen die Sanierung und Erweiterung des Gebäudes gefeiert.   Foto: Speckmann

Zeichen für Freiheit und Toleranz: Die Klasse 10 b pflanzte am Freitag eine Kastanie auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Im Anschluss wurde mit geladenen Gästen die Sanierung und Erweiterung des Gebäudes gefeiert.   Foto: Speckmann

Die Sanierung und Erweiterung der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta hat viel Kraft, Schweiß und Geld gekostet. Über mehrere Jahre sind die Handwerker in dem Gebäudekomplex an der Driverstraße ein- und ausgegangen. Den letzten Handschlag haben die Schüler nun selbst getätigt. Sie pflanzten am Freitag eine Kastanie auf dem Schulhof und setzten damit ein Zeichen für Freiheit und Toleranz.

Baumaßnahme bereits 2019 abgeschlossen

Die Aktion war eingebunden in eine Einweihungsfeier, die schon vor geraumer Zeit hätte stattfinden sollen. Bereits im Jahr 2019 wurden die umfangreichen Baumaßnahmen abgeschlossen. Doch die Corona-Pandemie machte dem Festakt immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Nun holte die Stadt Vechta als Träger der Oberschule das Versäumte nach - mit Vertretern von Schule, Verwaltung, Politik, Kirche und Kooperationspartnern.

Schulleiterin Anke Magerfleisch machte in ihrer Begrüßung keinen Hehl daraus, dass sie während der mehrjährigen Bauzeit noch nicht an der Schule tätig war und somit keine Verantwortung für das Mammutprojekt trug. Aber sie brachte dem Ergebnis große Wertschätzung entgegen und lobte das Engagement ihrer Vorgängerin Maria Eisleb. Die Ruheständlerin konnte am Freitag nicht anwesend sein. Sie gratulierte per Videobotschaft.

Verspätet, aber herzlich: Architekt Julius Bocklage (rechts) überreichte den symbolischen Schlüssel an Schulleiterin Anke Magerfleisch und Bürgermeister Kristian Kater. Foto: SpeckmannVerspätet, aber herzlich: Architekt Julius Bocklage (rechts) überreichte den symbolischen Schlüssel an Schulleiterin Anke Magerfleisch und Bürgermeister Kristian Kater. Foto: Speckmann

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) bezeichnete den Tag der Einweihung als Freudentag für die Schule und die gesamte Stadt. Er erinnerte an die vor gut 7 Jahren gefasste Entscheidung, die damalige Haupt- und Realschule in eine Oberschule umzuwandeln. Dafür aber musste die Kommune das im Jahr 1968 errichtete Gebäude in mehreren Abschnitten sanieren, modernisieren und auf das neue Konzept ausrichten.

"All unsere Anstrengungen haben sich gelohnt, denn was hier in insgesamt 5 Bauabschnitten entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen.“Vechtas Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

„All unsere Anstrengungen haben sich gelohnt, denn was hier in insgesamt 5 Bauabschnitten entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen“, erklärte Kater. Ein ausdrücklicher Dank ging an den Landkreis Vechta, der sich mit einem Zuschuss von 35 Prozent an den Baukosten und 60 Prozent an den Ausstattungskosten beteiligt und zudem ein zinsloses Darlehen gewährt hatte. Die Gesamtmaßnahme schlug mit etwa 9,57 Millionen Euro zu Buche.

Der Bürgermeister stellte den Wert der Bildung für die jungen Menschen heraus und rückte dabei auch die kulturelle Vielfalt in den Fokus. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Geburtsländern würden gemeinsam die Geschwister-Scholl-Oberschule besuchen. Das Lehrerkollegium leiste eine herausragende Arbeit bei der Integration und Ausbildung der Kinder in Vechta.

Der schulfachliche Dezernent des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung, Frank von der Aa, stellte die Bedeutung des Hauses als Lern- und Lebensort heraus. Die Schüler könnten stolz darauf sein, ein Teil der Schule zu sein. Die Schülersprecher Sanem-Müberra Arduc und Fabrice Braun wussten die modernen Räume zu schätzen. Ihr Appell an die Mitschüler: „Geht mit den neuen Geräten sorgsam um, Geld wächst nicht auf Bäumen.“

Architekt Julius Bocklage dankte Schülern und Lehrern für die große Geduld und Nachsicht bei den Bauarbeiten. Vor allem der komplizierte Umbau des Klassentraktes habe Zwänge für den Unterricht verursacht. Neben den zahlreichen Unterrichts- und Verwaltungsräumen wurden auch der Multifunktionsraum und die Mensa saniert. Als Kraftakt erwies sich der Abriss der Pausenhalle mit anschließendem Neubau.

Die Schulvertreter hätten der Öffentlichkeit am Freitag gerne vor Augen geführt, wie sich das Gebäude inklusive Ausstattung gewandelt hat und bei dieser Gelegenheit die Ergebnisse ihrer aktuellen Projektwoche präsentiert. Doch auf den „Tag der offenen Tür“ wurde aufgrund der Pandemie und des zu erwartenden Besucherandrangs verzichtet. „Wir wollten wirkungsvoll zeigen, wie gut es bei uns ist. Das holen wir nach“, versicherte Magerfleisch.

Projektwoche erweist sich als Herausforderung

Schon die Projektwoche hatte sich aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln als Herausforderung für alle Beteiligten erwiesen, zumal seit Schuljahresbeginn etwa 20 Corona-Fälle in der Schülerschaft registriert wurden, wie die Leiterin auf Nachfrage mitteilte. Unter der Federführung von Ina-Maria Gärtner und ihrer Kollegin Kristina Hanken gelang es den Lehrkräften, mit den Schülern mehr als 30 Projekte auf die Beine zu stellen.

Mehrere Schüler präsentierten zur Einweihungsfeier einen Tanz, den sie in der Projektwoche einstudiert hatten.    Foto: SpeckmannMehrere Schüler präsentierten zur Einweihungsfeier einen Tanz, den sie in der Projektwoche einstudiert hatten.    Foto: Speckmann

Unter dem Motto „Das sind wir“ ging es den Arbeitsgruppen darum, sowohl räumliche als auch pädagogische Inhalte der Oberschule vorzustellen. Das Spektrum reichte von Experimenten in den Werkräumen über Pflegemaßnahmen im Biotop bis hin zur Probe von Zirkusvorstellungen. Mehrere einstudierte Tänze und Lieder kamen in der Einweihungsfeier zur Aufführung. Den verdienten Applaus nahmen die Schüler gerne mit ins Wochenende.

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