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Dem Friedensgruß des Auferstandenen trauen

„Friede sei mit Euch“ – passt das angesichts des Ukraine-Krieges in unsere Zeit? Der bischöfliche Offizial und Weihbischof Wilfried Theising mit Gedanken zum Osterfest.

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„Friede sei mit Euch“. Das ist das erste Wort des Auferstandenen an seine Jünger. Dieses Wort wird allen Christinnen und Christen am Osterfest zugesprochen. Passt das Wort in unsere Zeit? Angesichts des grausamen Krieges in der Ukraine, der vielen Toten, der totalen Zerstörung und der zahllosen Geflüchteten mutet uns die Zusage des Friedens geradezu sarkastisch an. Wenn Menschen in der Ukraine alles genommen wird und überall in Europa Angst vor einem Krieg besteht, der auch in die Nachbarländer ausgeweitet werden könnte, ist es schwer, den Friedensgruß des Auferstandenen anzunehmen und weiterzusagen. Wir können als Christinnen und Christen zurzeit keine Gottesdienste feiern, ohne an die Opfer in der Ukraine zu denken und für die vielen Geflüchteten zu beten.

Der Auferstandene selbst macht uns Mut, seinem Friedensgruß zu trauen. Jesus Christus zeigt seinen Jüngern seine Wundmale, die er bei der Kreuzigung erlitten hat. Er hat das Leid am eigenen Leibe erfahren. Er ist verspottet und gefoltert worden. Einen grausamen und würdelosen Tod hat man ihn sterben lassen.

Er kann in dieser Zeit Trost und Hoffnung spenden, weil er in seiner Auferstehung den Tod und alles Leid der Welt besiegt hat. Er ist Zuflucht und Friede für alle Geschundenen und Verwundeten, für die Menschen in der Ukraine, für die Geflüchteten, für alle, die von den Wunden des Lebens gezeichnet sind.

„Bei aller Not, bei allen Verwundungen sehen wir aber auch die, die ein Herz für die Kranken, die Geflüchteten und die Opfer von Gewalt haben.“Wilfried Theising

Auch in unserer Kirche gibt es viele Verwundete. Der Missbrauch, der von Priestern und Verantwortungsträgern der Kirche begangen wurde, hat tiefe und noch immer schmerzende Wunden geschlagen. Ebenso verengte Moralvorstellungen, die oftmals zu Diskriminierungen und Verletzungen geführt haben. Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie unsägliches Leid über die Welt gebracht. Millionen Menschen sind gestorben. Unzählige leiden unter den Folgen der Pandemie. Bei aller Not, bei allen Verwundungen sehen wir aber auch die, die ein Herz für die Kranken, die Geflüchteten und die Opfer von Gewalt haben. Zahlreiche Institutionen und Hilfsorganisationen leisten auf beeindruckende Weise betroffenen Menschen Beistand und gehen bis an die Grenzen der eigenen Kraft.

Zurzeit erleben wir eine Welle der Hilfsbereitschaft im Oldenburger Land für die Ukraine und für die Geflüchteten, die zu uns kommen. So wird der Friede, den Jesus Christus uns zusagt, eindrucksvoll erfahrbar. Für diesen selbstlosen Einsatz der Menschen gilt es von Herzen Dank zu sagen! In den letzten Tagen sind die Corona-Beschränkungen erheblich gelockert worden, was auch unsere Gottesdienste betrifft. Die Auferstehung Christi werden wir mit festlichen Gottesdiensten in unseren Kirchen feiern können. Am Palmsonntag konnten wir schon vielerorts erleben, wie schön es ist, wenn wir wieder in größerer Gemeinschaft zusammenkommen. Gleichzeitig wollen wir aber auch weiterhin im Blick auf die Pandemie achtsam sein. Ich lade Sie im Namen unserer Kirchengemeinden herzlich zur Feier des Osterfestes ein. Wir können mit dem Leid dieser Zeit zu Jesus Christus kommen und ihm unsere Wunden hinhalten. Er versteht und sieht uns, er leidet mit uns, er schenkt uns die Erfahrung der Auferstehung, mitten im Leben. Er meint es ernst, wenn er sagt: „Der Friede sei mit Euch“.

So wünsche ich Ihnen und allen Menschen im Oldenburger Land „Frohe Ostern!“.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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