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Deich an der Soeste geht auf Wanderschaft

Der Leda-Jümme-Verband gibt das Vorland der Natur zurück. Damit Bodenbrüter durch die Arbeiten erst gar nicht beeinträchtigt werden, flattern Bänder im Wind, um sie zu verscheuchen.

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Hier soll ein Biotop entstehen: In Kürze wird es mit der Deichverlegung der Soeste in Barßelermoor begonnen. Rot-weiße Flatterbänder soll die Bodenbrüter vergrämen. Foto: C. Passmann

Hier soll ein Biotop entstehen: In Kürze wird es mit der Deichverlegung der Soeste in Barßelermoor begonnen. Rot-weiße Flatterbänder soll die Bodenbrüter vergrämen. Foto: C. Passmann

Auf einer Länge von etwa rund 900 Metern bekommt die Soeste im Bereich der Straße "Am Deich" in Barßelermoor eine neuen Verlauf. "Es ist die Folge eines Projektes des Verbandes im Rahmen des Küstenschutzes", erklärt Geschäftsführer Meino Kroon vom Leda-Jümme-Verband mit Sitz in Leer.

Der Zweckverband lässt den linksseitigen Deich verstärken und bei dieser Gelegenheit den Damm auch weiter landeinwärts verlegen. Damit beginnt der Deich an der Soeste zu wandern. "Die finanziellen Mittel sind genehmigt und wir werden in den nächsten Wochen mit den Arbeiten beginnen", sagt der Geschäftsführer.

Zuvor habe der Leda-Jümme-Verband aber aktive Vergrämungsmaßnahmen ergriffen, damit die Bodenbrüter den Bereich der vorgesehenen Flächen  erst gar nicht besiedeln. Schließlich steht die Brutzeit vor der Tür. "Im Rahmen der aktiven Vergrämung zur Verhinderung des Brutgeschäftes sind zirka 2 Meter hohe Stangen mit langen, im Wind flatternden weiß-roten Absperrbändern überall auf den benötigen Flächen errichtet worden. Die Stangen sind in Abständen von etwa 20 Metern aufgestellt", sagt Kroon. Dadurch erhoffe sich der Verband, dass die Bodenbrüter das Weite suchen.  

"Die Baumaßnahmen dienen in erster Linie der Deichsicherung."Geschäftsführer Meino Kroon

"Mit der Verlegung geben wir das Deichvorland der Natur zurück", erklärt er. Die ersten Rodungs- und Vorbereitungsmaßnahmen wurden schon im vergangenen Herbst vorgenommen. Finanziert wird das Projekt mit Küstenschutzmitteln des Bundes und des Landes. Die für die Deichverlegung benötigen Flächen hat der Leda-Jümme Verband bereits von den bisherigen Grundstückseigentümern käuflich erworben.

Insbesondere Naturfreunde dürften sich freuen, so Kroon. Denn durch die Baumaßnahmen, die in erster Linie der Deichsicherung dienen  entstehe ein neues Biotop für die Tierwelt. "Bei Flut wird das Deichvorland überschwemmt und bei Ebbe zieht sich das Wasser wieder im Stromlauf zurück", sagt der Geschäftsführer des Leda-Jümme-Verbandes. Dieses Wasserspiel der Gezeiten könne jeden Tag beobachtet werden – insbesondere dann, wenn erhöhte Tide einsetze. Auch die Tierwelt profitiere, insbesondere die vielen Wasservögel, die sich dort in vielfältiger Art tummeln werden.

Dieses erfreuliche Schauspiel könne bereits an der Soeste am Mühlenweg in Barßel beobachtet werden. Auch hier hat der Leda-Jümme-Verband vor Jahren den Deich verlegt und es ist ein Biotop entstanden.

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