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Definitiv: Nellinghof bekommt keinen Campingplatz

Unter Applaus stoppt Neuenkirchen-Vördens Rat das Vorhaben frühzeitig. Die Mehrheit der Ratsmitglieder spricht sich gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes aus.

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12 Neinstimmen: Die Neuenkirchen-Vördener Ratsherren stimmen gegen die weitere Planung eines Campingplatzes in Nellinghof. Archivfoto: Lammert

12 Neinstimmen: Die Neuenkirchen-Vördener Ratsherren stimmen gegen die weitere Planung eines Campingplatzes in Nellinghof. Archivfoto: Lammert

Das Kapitel „Campingplatz in Nellinghof“ war am Dienstag um 19.21 Uhr im Rathaus Geschichte. Mit zwölf Neinstimmen votierte eine Mehrheit der Ratsmitglieder, die unter dem Vorsitz des CDU-Politikers Rainer Duffe tagten, in geheimer Abstimmung gegen die Aufstellung der zehnten Änderung des Neuenkirchen-Vördener Flächennutzungsplanes.

Somit wird der Rat das Grundstück an der Straße Schierberg mit der früheren Gastwirtschaft Hödebeck, das Guido Oevermann erworben hat und dort einen Campingplatz mit 35 Stellplätzen plante, definitiv nicht als Sonderfläche für einen Campingplatz ausweisen. Das Verfahren ist gestoppt, bevor es richtig in Gang gekommen ist.

Der Rat hatte auf Antrag des Christdemokraten Helmut Steinkamp, der sich zuvor gegen einen Campingplatz ausgesprochen hatte, geheim entschieden. Nellinghofer, die die Debatte und die Abstimmung von der Besucherempore aus verfolgt hatten, applaudierten, nachdem der Ratsvorsitzende das Ergebnis bekannt gegeben hatte.

Bürgermeister: Debatte wurde sehr emotional geführt

Vor der Abstimmung hatten Bürgermeister Ansgar Brockmann und der CDU-Fraktionsvorsitzende Karlheinz Rohe dafür geworben, die Aufstellung zur Änderung des Flächennutzungsplanes zu beschließen. Damit wäre keine Entscheidung hinsichtlich des Platzes vorweggenommen. Aber das Verfahren eröffne die Möglichkeit, alle Argumente für und gegen den Campingplatz zu dokumentieren. Am Ende könnte der Rat auf dieser Basis entscheiden.

Der Bürgermeister sprach von einer sehr emotional geführten Debatte, seit Guido Oevermann den Rat und die Nellinghofer vor etwa einem Jahr erstmals über das Projekt informiert hatte. Karlheinz Rohe sah nach eigenen Worten wenig Gründe, die gegen einen Campingplatz sprechen. Landwirtschaftliche Betriebe seien entgegen von Nellinghofern geäußerten Befürchtungen nicht in ihrer Entwicklung gefährdet. Der geplante Laden könnte sehr gut sein für die Bauerschaft, und die Camper brächten Geld in die Gemeinde.

In diese Kerbe hieb auch der AfD-Ratsherr Waldemar Herdt. Er sprach sich dafür aus, örtliche Unternehmer zu unterstützen, was letztlich auch Einnahmen für die Gemeinde bedeute. Und es gelte deswegen ferner, als Gemeinde für Unternehmer interessant zu sein: „Wir müssen da nicht klein denken.“

Überlegungen, eine Umfrage zu erstellen, verfallen

Doch das verfing bei der Rats-Mehrheit offenbar nicht. Helmut Steinkamp teilte zwar den Ansatz, Unternehmen zu fördern. Aber: Der Campingplatz würde die Bauerschaft Nellinghof nachträglich negativ beeinflussen. Deshalb sollte der Rat das Aufstellungsverfahren gar nicht erst auf den Weg bringen.

„Der Großteil der Nellinghofer lehnt den Campingplatz ab“, gab sich IGNV-Ratsherr Heinz Fehrmann überzeugt. Wenn der Rat die Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg bringe, „werden einige Nachbarschaften zerbrechen“. Sein Fraktionskollege Josef Schönfeld widersprach der Rohe-Aussage zu den landwirtschaftlichen Betrieben. Ein Campingplatz würde ihre Entwicklung behindern. Die Gemeinde könnte zwar einen Campingplatz gebrauchen, aber an einer anderen Stelle, wo die Infrastruktur besser passe.

Andreas Frankenberg als Vorsitzender SPD/FDP-Fraktion, der auch das Aufstellungsverfahren begrüßte, teilte mit: Er habe vorgeschlagen, in einer Umfrage unter allen Nellinghofern zu ermitteln, wie die Mehrheitsverhältnisse in Sachen Campingplatz sind. Das hätte dem Rat die Entscheidung erleichtern können. Leider habe der Bezirksvorsteher diese Umfrage nicht auf den Weg gebracht. Seit Dienstabend ist die Umfrage aber hinfällig.

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