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Defekte Brücken verhindern gutes Wegenetz

Uneinigkeiten zwischen der Gemeinde Lastrup und der Wegegenossenschaft verzögern den Neubau von Brücken im Ort. Die bieten teils gefährliche Stolperfallen.

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Seit Jahren marode: Die Brücke an der Stormstraße hat nur noch einen notdürftigen Charakter.   Foto: Landwehr

Seit Jahren marode: Die Brücke an der Stormstraße hat nur noch einen notdürftigen Charakter.   Foto: Landwehr

„Der Wanderweg durch den Dorfpark an der Ruhr entlang bis zum Löninger Mühlenbach und dann weiter Richtung Osterbäkeweg ist der schönste Wanderweg der Gemeinde“, erzählt eine Lastruperin. Leider müssen Spaziergänger oder Radfahrer am Wiesenweg entweder kehrtmachen oder zurück zur Wilhelm-Busch-Straße gehen. Die Brücke über den Mühlenbach fehlt seit mehreren Jahren. Dicke Eichenplanken sorgen dafür, dass niemand unversehens in dem kleinen Wasserlauf landet. Am anderen Ufer sind noch die Reste der alten Brücke erkennbar.

Einige hundert Meter Mühlenbach aufwärts quert die Stormstraße dieses Flüsschen. Hier spannt sich noch die Holzbrücke über das Flussbett. Ein großer Brunnenring versperrt jedoch Autos und Treckern die Weiterfahrt. Einige Planken der Brücke sind morsch oder fehlen ganz. Tiefe Löcher gestatten den freien Blick ins Wasser. Kleine Kinder könnten durch die fehlenden Teile ins Wasser stürzen. Auch das Geländer fehlt zum Teil. Wanderer und Radler tasten sich auf den Brückenträgern zur gegenüberliegenden Seite.

Reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke nicht gewünscht

Für beide Brücken zuständig ist die Wegegenossenschaft. Wegevorsteher Heinz Vorwerk verweist darauf, dass an der Stormstraße eine Brücke auch dem landwirtschaftlichen Verkehr dienen müsse. Eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke sei von den Wegegenossen nicht gewünscht. Man bemühe sich um eine gebrauchte Betonbrücke. Aber zunächst brauche er eine Statik. Die habe er noch nicht. Wenn die Statik da sei und keine passende Betonbrücke gefunden werde, könne man sich auch eine Holzbrücke vorstellen. Die aber koste um die 50.000 Euro. Das könne sich die Genossenschaft kaum leisten.

„Die Gemeinde Lastrup hat der Wegegenossenschaft das Angebot gemacht, das Teilstück der Stormstraße mit der Brücke zu übernehmen. Wir würden dort im Rahmen der Dorferneuerung gerne eine Rad- und Fußgängerbrücke, allerdings keine Schwerlastbrücke, bauen und den Wanderweg südlich der Brücke Richtung Osterbäkeweg naturbelassen ordentlich herrichten, um hier das Wanderwegenetz der Kommune zu verbessern“, so Gemeindeoberamtsrat Josef Pahls. „Die drei Landwirte, die bisher die Brücke nutzten, würden allerdings auch wie derzeit den Umweg über die Straße Osterfeld fahren müssen.“ Mit diesem großzügigen Angebot kann sich die Wegegenossenschaft nicht anfreunden.

Am Wiesenweg gebe es keine Pläne für eine Änderung des Zustandes. Die Grundstücksbesitzer auf der südlichen Seite des Mühlenbaches können im Augenblick ihre Grundstücke nur über einen Privatweg erreichen. Das sei so abgesprochen, informiert Vorwerk. Eine zweite neue Brücke könne sich die Wegegenossenschaft erst recht nicht leisten. Eine Fuß- und Radfahrerbrücke mache keinen Sinn.

Anliegerin bedauert das Fehlen der Brücke

„Wenn der Weg an der südlichen Seite, der ja über Privatgelände verläuft, irgendwann vom Besitzer dicht gemacht wird, ist die Brücke sinnlos“, so der Wegevorsteher. Auch hier stehe das Angebot der Gemeinde, eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke zu bauen, um so die Anbindung dieses Wanderweges an den Osterbäkeweg zu gewährleisten. „Wenn die Wegegenossenschaft ihre Zustimmung gäbe, würde die Gemeinde mit dem Eigentümer des Privatweges eine Übereinkunft herzustellen versuchen, um die Überwegung dort für die Zukunft zu sichern. Im nächsten Jahr wollen wir das Projekt noch einmal intensiv angehen. Vielleicht gibt es ja mit der Wegegenossenschaft eine Lösung“, hofft Josef Pahls.

Die Anliegerin am Wiesenweg, Rita Brockhage, findet: „Es ist so schade, dass der Weg nicht weiter über die Brücke führt. Es gibt so viele Leute, die das Fehlen der Brücke bedauern, weil der Weg so schön ist. Wir werden dann immer gefragt, wann eine neue Brücke kommt.“

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