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Debatte um Oyther Sporthalle geht in neue Runde

Die Interessengemeinschaft „Unser schönes Oythe“ sammelt mehr als 1.000 Unterschriften. Nun soll sich der Vechtaer Stadtrat mit den Erweiterungsplänen für die Marienschule befassen.

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Ortstermin vor der Marienschule Oythe: Der Sprecher der Interessengemeinschaft, Ulrich Wichmann (rechts), überreicht die Unterschriftensammlung an Bürgermeister Kristian Kater und Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann. Im Hintergrund demonstrieren Vereinsvertreter ihre Geschlossenheit. Foto: Speckmann

Ortstermin vor der Marienschule Oythe: Der Sprecher der Interessengemeinschaft, Ulrich Wichmann (rechts), überreicht die Unterschriftensammlung an Bürgermeister Kristian Kater und Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann. Im Hintergrund demonstrieren Vereinsvertreter ihre Geschlossenheit. Foto: Speckmann

Die Interessengemeinschaft „Unser schönes Oythe“ (IGO) hat ihre Hausaufgaben gemacht und die Online-Petition abgeschlossen. Das Ergebnis ist beachtlich: Insgesamt 1.148 Personen, davon 1.006 Einwohner aus der Stadt Vechta, unterstützen mit ihrer Unterschrift die Forderung nach einem Abriss der alten Sporthalle, um eine optimale Erweiterung der Marienschule Oythe zu erreichen.

IGO-Sprecher Ulrich Wichmann hält einen prall gefüllten Aktenordner in den Händen, als er das stolze Ergebnis gegenüber der Verwaltungsspitze verkündet. Bei dem kurzen Treffen vorden Toren der Grundschule stehen fast ein Dutzend Vertreter von ortsansässigen Vereinen und Institutionen hinter ihm. Sie demonstrieren ihre Geschlossenheit bei diesem Anliegen.

Etwa 40 Prozent geben ihre Stimme online ab

„Unterschriften sammeln ist in Pandemie-Zeiten eine Herausforderung“, berichtet Wichmann. Wegen der Kontaktbeschränkungen sei es nicht einfach gewesen, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Anstatt bei Vereinstreffen oder Lokalbesuchen für das Anliegen zu werben, sei die Aktion vornehmlich über soziale Netzwerke vorangetrieben worden. Etwa 40 Prozent hätten ihre Stimme online abgegeben.

Die Online-Petition ist abgeschlossen. Die Listen umfassen insgesamt 1148 Unterschriften. Foto: SpeckmannDie Online-Petition ist abgeschlossen. Die Listen umfassen insgesamt 1148 Unterschriften. Foto: Speckmann

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen habe die Interessengemeinschaft für jede Unterschrift kämpfen müssen. Unter normalen Umständen wäre eine größere Dynamik in der Bevölkerung entstanden und das Doppelte an Unterstützung möglich gewesen, vermutet Wichmann. Unzufrieden ist er aber keinesfalls, wenn er auf die langen Listen und das damit geäußerte Bürgerinteresse blickt: „Das ist schon ein Standing.“

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) staunt nicht schlecht, als er die Vielzahl an Unterschriften in Empfang nimmt: „Das ist in dieser Zeit eine Leistung.“ Die Stadtverwaltung werde die Unterlagen rechtlich prüfen und das Anliegen anschließend dem Stadtrat zur Beratung vorlegen. Für die Durchsicht brauche es aber etwas Zeit. In der öffentlichen Ratssitzung am kommenden Montag werde das Thema noch nicht auf der Tagesordnung stehen.

Sporthalle soll Schulerweiterung weichen

"Wir hoffen, dass ihr aus unserem Anliegen das Beste macht", erklärt Wichmann im Gespräch mit Bürgermeister Kater und Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann. Die Kommunalpolitik solle ihre Mehrheitsentscheidung aus der Sitzungen im vergangenen November, die alte Sporthalle bei der Erweiterung der Grundschule zu erhalten, noch einmal überdenken. Dabei solle über die Argumente der Interessengemeinschaft nachgedacht und gesprochen werden.

"Man sollte den Kompromiss mit der Sporthalle nicht eingehen."Ulrich Wichmann, Sprecher der Interessengemeinschaft „Unser schönes Oythe“

Wichmann wünscht sich, dass bei der Planung der Schulerweiterung möglichst wenig Kompromisse gemacht werden. Er räumt zwar ein, dass die bauliche Situation aufgrund der Grundstücks- und Gebäudeverhältnisse schwierig ist, aber in einem Punkt sind der Familienvater und seine Mitstreiter überzeugt: „Man sollte den Kompromiss mit der Sporthalle nicht eingehen.“

Wenn es nach dem Willen der IGO geht, sollte die alte Sporthalle abgerissen und somit Raum für eine optimale Erweiterung der Marienschule geschaffen werden. Die Errichtung von zusätzlichen Gebäuden auf der Friedshofserweiterungsfläche, also neben oder gar hinter der Halle, halten die Kritiker auch mit Blick auf die Schulhofgestaltung nicht für sinnvoll.

"Es ist ein langes Verfahren. Wenn sich neue Anhaltspunkte ergeben, wäre es nicht zu spät, die politische Entscheidung zu überdenken.“Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann

Als Ersatz für die alte Sporthalle wird der Bau einer neuen Mehrzweckhalle gefordert, die sowohl als Zwei-Feld-Sporthalle als auch als Veranstaltungszentrum genutzt werden könnte. Diese Maßnahme würde nicht nur den schulischen Zwecken entgegenkommen, sondern wäre auch eine sinnvolle und notwendige Ergänzung für den Vereinssport, so die Auffassung.

Noch nicht zu spät für eine politische Kursänderung

Allerdings wäre der Neubau mit zusätzlichen Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro verbunden. Dies ist auch der Hauptgrund, warum sich CDU und VCD im Gegensatz zur Ratsgruppe SPD/WfV in den bisherigen Beratungen gegen einen Abriss der funktionstüchtigen Sporthalle ausgesprochen haben. Über den Bau einer zusätzlichen Halle ließe sich mit Blick in die Zukunft aber reden, wie die beiden Fraktionen unlängst erklärten.

Ob sich an den Mehrheitsverhältnissen etwas ändert, wird die erneute Debatte zeigen. Es gibt zwar eine geltende Beschlusslage, dass die alte Sporthalle bestehen bleibt, aber in Stein gemeißelt ist die Sache noch nicht, wie Fachbereichsleiterin Sollmann erklärt: "Es ist ein langes Verfahren. Wenn sich neue Anhaltspunkte ergeben, wäre es nicht zu spät, die politische Entscheidung zu überdenken."

Nach Angaben der Stadtverwaltung läuft zurzeit ein Auswahlverfahren, in dem sich Architektur- und Planungsbüros für das umfangreiche Bauvorhaben bewerben können. Sie erarbeiten auf Basis der aktuellen Grundstücks- und Gebäudesituation erste Vorschläge, wie eine dreizügige Grundschule aussehen könnte. Wer den Planungsauftrag erhält, soll im Sommer entschieden werden. Die Auswahl trifft ein Gremium mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Schulleitung.

Rat behält während der Planungen die Kontrolle

Sobald ein Bewerber den Zuschlag erhalten hat, kann es in die Detailplanung gehen. Dann werden konkrete Entwürfe und Kostenschätzungen erarbeitet. In dieser Phase des Verfahrens kann die Politik noch Einfluss auf die Planung nehmen. Um die Baumaßnahme umsetzen und Aufträge erteilen zu können, seien schließlich noch Beschlüsse des Schulausschusses und des Verwaltungsausschuss erforderlich, unterstreicht die Fachbereichsleiterin.

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