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Das Warten hat ein Ende: Die Garreler Kirchen-Chronik ist fertig

Der Garreler Diakon Hubert Looschen gibt die Sammlung zu 150 Jahren "St. Peter und Paul" heraus. Autoren der Texte sind unter anderem die Historiker Karl Willoh und Professor Dr. Georg Reinke.

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Blick in die Geschichte: Henning Wist (links) überreichte das Buch „150 Jahre St. Peter und Paul Garrel“ an Pfarrer Paul Horst und an die Diakone Hubert Looschen und Günter Hinxlage. Foto: Vohsmann

Blick in die Geschichte: Henning Wist (links) überreichte das Buch „150 Jahre St. Peter und Paul Garrel“ an Pfarrer Paul Horst und an die Diakone Hubert Looschen und Günter Hinxlage. Foto: Vohsmann

„Was ich über die Vorfahren unserer Kirchengemeinde gelesen habe, verlangt Respekt, hat bei mir große Hochachtung hervorgerufen“, sagt der Garreler Diakon Hubert Looschen nach monatelanger Arbeit an seinem Werk. Am Tag des Patronatsfests der Apostel Petrus und Paulus übergaben Henning Wist und der Diakon die erste Chronik „150 Jahre Kirche St. Peter und Paul“ an Pfarrer Paul Horst.

Hubert Looschen hat für die Chronik frühere Texte zusammengestellt. Autoren dieser Texte sind die Historiker Karl Willoh und Professor Dr. Georg Reinke sowie Heinrich Kalvelage und Pfarrer Conrad Landgraf. Erstmals veröffentlicht werden in der Chronik auch Briefe, die Pfarrer Landgraf nach dem Krieg an ausgewanderte Spender von Lebensmittelpaketen geschrieben hat. Zu lesen ist auch ein Beitrag, wie der Geistliche die letzten Kriegstage in Garrel verbracht hat.

„Der Einsatz, den die Menschen für den Bau der Kirche erbracht haben, ist nach heutigem Ermessen unvorstellbar“, erklärt Looschen. In nur 2 Jahren wurde die Kirche gebaut, eine Million Ziegelsteine wurden verbaut. Es wird berichtet, dass ein Mann den Wagen mit Ziegelsteinen von Bösel nach Garrel gezogen hat, weil er seine tragende Kuh nicht anspannen konnte. Die Kirche wurde komplett von den Einwohnern der Gemeinde bezahlt.

„Wir müssen die Vergangenheit lebendig halten, damit junge Leute sich entscheiden können, was ihnen was wert ist.“Pfarrer Paul Horst

Die Chronik enthält auch eine Übersicht aller Geistlichen, die in Garrel gewirkt haben. Dabei haben es die Bewohner den Priestern nicht immer leicht gemacht, führten doch die Schäfer ein Leben, das keinem Priester gefallen konnte. Da war es gut, dass mit Pfarrer Kock ein Priester mit Weitblick nach Garrel kam. Durch die Gründung der Raiffeisenbank (heute VR-Bank in Südoldenburg) und der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft (heute GS Agri) gelang die Umstellung von der Schafhaltung zum Ackerbau.

Aber auch die vergangenen 25 Jahre fehlen nicht: Ida Abeln hat anhand der Pfarrnachrichten eine Übersicht erstellt, was sich in der Pfarrgemeinde ereignet hat. Maria Ameskamp hat Beiträge zum Thema „Strafvollzug“ aus der Sütterlinschrift übertragen. Eine weitere Besonderheit, von der in der Chronik berichtet wird, ist die Tatsache, dass der frühere Pfarrer Caspar Niemöller durch Gespräche mit einer Garrelerin dazu angeregt und ermutigt wurde, ein Krankenhaus in Cloppenburg zu bauen, das heutige Josefs-Hospital.

Pfarrer Paul Horst sagte, es sei wichtig die Vergangenheit zu kennen, um die Zukunft gestalten zu können. „Wir müssen die Vergangenheit lebendig halten, damit junge Leute sich entscheiden können, was ihnen was wert ist“, sagte der Pfarrer. Der Rückblick könne helfen, um Werte zu benennen und sie zu leben. Das sei heute von besonderer Bedeutung, weil es keine gesellschaftlichen Übereinkünfte mehr gebe. Die Chronik sei auch ein Zeichen der Dankbarkeit für die Leistungen der Vorfahren. Hubert Looschen sei es gut gelungen, die Vergangenheit der Gemeinde und die Entwicklung bis heute zu beschreiben.

  • Info: Die Chronik hat 168 Seiten und kann ab sofort zum Preis von 10 Euro im Pfarrbüro, in der VR-Bank und beim Autor gekauft werden.

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