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Das Museumsdorf hat Bock

Seit März ist Schäfer Matthias Abeln mit seinen Heidschnucken im Museumsdorf. Damit es hier auch zum Frühjahr Nachwuchs gibt, wurde der zuständige Bock jetzt vom Verband untersucht – und zugelassen.

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Eher ein gequältes Grinsen: Auch das Gebiss des Schafbocks wurde von Klaus Gerdes vom Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems genau überprüft. Besitzer Matthias Abeln hält das Tier so lange fest. Foto: Dickerhoff

Eher ein gequältes Grinsen: Auch das Gebiss des Schafbocks wurde von Klaus Gerdes vom Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems genau überprüft. Besitzer Matthias Abeln hält das Tier so lange fest. Foto: Dickerhoff

Die Schafherde hat gleich gemerkt, dass irgendetwas Besonderes ansteht. Dicht aneinander gedrängt standen sie ganz hinten in ihrem Gehege im Hof Awick. Denn der dazugehörige Schafbock stand angeleint auf der anderen Seite des Gatters und wartete auf Klaus Gerdes. Der Zuchtleiter des Landes-Schafzuchtverbandes Weser-Ems war in das Museumsdorf gekommen, um den Bock genau unter die Lupe zu nehmen. Diese sogenannte Körung steht an, bevor ein männliches Tier für die Zucht zugelassen wird.

Ein großer Tag also für den Schafbock. Einen Namen hat er bislang noch nicht, er stammt aber, so sein Besitzer Matthias Abeln aus Dwergte, aus der "T-Linie". Der Name muss also mit diesem Buchstaben beginnen. Nennen wir ihn für diesen Text also einfach mal Tobias. Er gehört zu der aus dem Oldenburger Münsterland stammenden Rasse "Weiße Gehörnte Heidschnucke". Matthias Abeln hat ihn zu seinem Bestand hinzugekauft, damit es im kommenden Frühjahr Lämmer im Museumsdorf gibt. 

Nicht alles nimmt der Bock gelassen hin

Bevor Tobias aber das machen darf, was Böcke halt so machen, musste er sich den strengen Augen von Klaus Gerdes stellen. Unter Berücksichtigung von drei Hauptkriterien wurde Tobias genauestens untersucht. Aber Grund zur Sorge gab es hier gar nicht. Eine "supergute Wolle" bescheinigte Gerdes direkt. Es gab 9 von 9 möglichen Punkten. Auch die Bemuskelung wurde bewertet. Das Abtasten der für die Zucht nicht ganz unwesentlichen Hoden war dem guten Tobias sichtlich unangenehm.  Aber aller Protest half nichts, schließlich war er ja angeleint. Und immerhin bescheinigte Zuchtexperte Gerdes dem Bock hier ganz offiziell eine "prall-elastische Konsistenz", genauso wie es sein soll. Da kann man sich schon mal was drauf einbilden. Für die Bemuskelung gab es mit 8 von 9 Punkten dann ebenfalls ein absolut vorzeigbares Ergebnis.

Ein exzellenter Bock: Jetzt steht dem Zuchteinsatz nichts mehr im Wege. Foto: Dickerhoff"Ein exzellenter Bock": Jetzt steht dem Zuchteinsatz nichts mehr im Wege. Foto: Dickerhoff

Am wichtigsten in der Gewichtung ist aber die äußere Erscheinung. Darunter fallen Dinge wie der Stand, die Zähne oder auch die Rumpftiefe. Die Kontrolle des Gebisses ließ Tobias im Vergleich zu anderen vorher untersuchten Körperregionen auch halbwegs entspannt über sich ergehen. Hier gab es dann auch nichts zu beanstanden. Dass es für das Äußere dann doch "nur" 8 von 9 möglichen Punkten gab, begründete Klaus Gerdes aber auch: "Die Hörner sind für das Optimum ein wenig zu nah am Kopf." Insgesamt kann sich Schäfer Matthias Abeln aber freuen. Sein Neuzugang ist laut Körung ein "exzellenter Bock". Dann wurde Tobias auch entlassen. Die Leine wurde gelöst und er durfte endlich zu seinen Schafen.

Am Ende sind alle zufrieden

Schäfer Matthias Abeln war mit dem Ergebnis zufrieden: "Im Großen und Ganzen sehe ich das genauso". Somit waren eigentlich alle Anwesenden nach der Körung zufrieden. Tobias, dass er endlich entlassen war und Abeln mit dem guten Einkauf. Klaus Gerdes freute sich, dass mit dem Bock die Voraussetzungen in Cloppenburgs stimmen, um die bedrohte Rasse der Weißen Gehörnten Heidschnucke weiterzuzüchten. Und Museumsleiter Dr. Torsten Müller, der sich die Angelegenheit natürlich auch nicht entgehen ließ, freute sich einfach nur darüber, den Schäfer und seine Tiere seit März im Freilichtmuseum zu haben.

Hier bleiben die Schafe und der Bock gemeinsam noch bis nach dem Nikolausmarkt, der an den kommenden beiden Wochenenden stattfindet. Danach verlassen sie den Hof Awick über den Winter, um an Palmsonntag passend fürs Osterfest zurückzukehren. Dann hoffentlich auch mit Lämmern. Das hängt jetzt an Tobias, die Voraussetzungen sind aber offenbar ja ganz gut. 

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