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Das Leben des Heilpraktikers Wippern: Spannende Löninger Geschichte

In der 58. Ausgabe der "Löninger Blätter" berichtet Elisabeth Grave über das Leben und Wirken des Apothekers, der bis zum Tod 1966 ungeheuren Zulauf von Patienten aus der gesamten Region hatte.

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Spannende Löninger Geschichte: In der neuesten Ausgabe der "Löninger Blätter" berichtet Elisabeth Grave über Leben und Wirken des Apothekers und Heilpraktikers Johannes Wippern. Foto: Heimatverein

Spannende Löninger Geschichte: In der neuesten Ausgabe der "Löninger Blätter" berichtet Elisabeth Grave über Leben und Wirken des Apothekers und Heilpraktikers Johannes Wippern. Foto: Heimatverein

Viele interessante und häufig bisher nicht bekannte Informationen zu  Persönlichkeiten und Ereignissen veröffentlicht der Heimatverein Löningen in der jüngsten Ausgabe seiner "Löninger Blätter". In der Nummer 58 der vom Ehrenvorsitzenden Uwe Kumpmann initiierten und vom jetzigen Vorsitzenden Paul Mastall als Redaktionsleiter mit viel Engagement fortgesetzten Publikation werden seit über 30 Jahren Materialien zur Heimatgeschichte veröffentlicht.

"Unser Ziel ist es, möglichst viele nicht nur große, sondern auch viele kleinere Geschichten, Ereignisse und den Alltag der Menschen, sowohl was die Schilderungen als auch Fotos angeht, dem Vergessen zu entreißen und durch die Veröffentlichung zu erhalten", erklärt Mastall. Wenn damit bis zur nächsten Chronik gewartet werde, würde vieles für immer verloren sein.

Zeitzeugen berichten über Schicksale der Gefangenen 

Die Titelgeschichte der 58. Ausgabe stammt von Ferdinand Fye-Sudendorf. Über viele Jahre war es das Herzensanliegen des engagierten Geschichts- und Politiklehrers, seinen Schülern politische Zusammenhänge zu vermitteln und die Lehren aus der barbarischen Zeit der Nazi-Diktatur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. In seinem Beitrag berichtet er von Projekten, in denen die Schüler in den späten 1980er Jahren Zeitzeugen zur Geschichte der russischen Kriegsgefangenen befragt hatten. Die Kriegsgefangenen waren in Löninger Lagern durch Hunger und Krankheiten vor allem beim Ausbau der Reichsstraße ums Leben gekommen. Zu den interessantesten Geschichten dieser "Löninger Blätter" gehört Elisabeth Graves Bericht über den Apotheker und Heilpraktiker Johannes Wippern.

Viele Löninger kennen nur noch den Namen des Mannes, der den Ortsteil Elbergen durch den Besuch tausender Patienten aus der gesamten Region damals berühmt gemacht hat. Graves Verdienst ist es, die Lebensgeschichte des in den fünfziger und sechziger Jahren – neben dem späteren Bundesminister Kurt Schmücker – bekanntesten Löningers und seine Bedeutung zusammengetragen und niedergeschrieben zu haben. Der 1897 in Glandorf bei Osnabrück geborene und 1966 verstorbene Wippern stammte anders als der Linderner und mindestens ähnlich berühmte Landwirtssohn und Heilpraktiker Horstmann aus einer Arzt- und Apothekerfamilie. Die Schrecken des Ersten Weltkriegs erlebte der junge Abiturient als Soldat und Sanitäter. Nach dem Pharmazie-Studium übernahm er zunächst ab 1925 die väterliche Apotheke. Doch diese Arbeit erfüllte ihn nicht. Er reiste, so schildert es Grave, mehrere Jahre durch Deutschland, um sein Wissen zu erweitern und hospitierte bei namhaften Ärzten wie Prof. Sauerbruch, bevor er sich dann zum Heilpraktiker ausbilden ließ.

Johannes Wippern zieht 1934 nach Elbergen

Er liebte das Landleben und arbeitete zunächst in Wieste bei Werlte. Hier lernte er seine spätere Ehefrau Anna Gödeker aus Elbergen kennen. 1934 zog das Ehepaar in den Heimatort seiner Frau. Rasch war seine Heilpraktiker-Praxis weit über die Landesgrenzen hinaus durch seine Fähigkeit, die richtige Diagnose zu stellen, bekannt und die Patienten mussten lange warten, bis sie wegen des riesigen Zulaufs behandelt wurden. "Ungezählte, von Krankheiten, Beschwerden und Ängsten heimgesuchte Menschen hat der tief religiöse Mann, der für die Menschen da sein wollte, geholfen. Er hatte die besondere Gabe, in den Augen und im Urin der Patienten Krankheiten zu diagnostizieren", schreibt Grave. Durch sein Studium durfte und konnte er viele passende Medikamente, Tees und Salben selbst herstellen. Zur Weiterbehandlung schickte er viele Patienten zur weiteren Behandlung zu Dr. Brockkötter nach Löningen.

Bernd Stegemann erzählt die Geschichte der Löninger Bäcker-Dynastie Korfhage und an eine der ältesten deutschen Frauen-Fußball-Teams erinnern Franz-Josef Rolfes und Bernhard Willoh.

Die Reihe der Straßennamen-Erläuterungen setzt Heinrich Hillmann mit "Stratmanns Gärten" fort. Auf viele Fotos aus dem Zurborg-Archiv konnten Heinrich und Holger Hillmann beim fotografischen Rückblick auf den großen Erntedank-Umzug 1961 zurückgreifen. Mia Schwarte erzählt ihre Erinnerungen an ihre Kindheit in der Lagestraße und Andrea Willen berichtet von der ersten Besichtigung der Schutenmühle nach dem Lockdown.

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