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Das kleine "Juwel" Campemoor feiert seinen 100. Geburtstag

1922 kamen die ersten Siedler nach Campemoor. Zum Jubiläum gibt es am Sonntag ein großes Fest in der Bauerschaft.

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Viele Fotos, noch mehr Erinnerungen: Im Vereinshaus hatte das Gremium „100 Jahre Campemoor“ eine Bildergalerie zu der Historie des Ortes zusammengestellt. Foto: Oevermann

Viele Fotos, noch mehr Erinnerungen: Im Vereinshaus hatte das Gremium „100 Jahre Campemoor“ eine Bildergalerie zu der Historie des Ortes zusammengestellt. Foto: Oevermann

Eigentlich zählt der Ort nur knapp 200 Einwohner, nicht jedoch an diesem Sonntag. Denn mehr als 400 Gäste folgten der Einladung und feierten das 100-jährige Bestehen „ihres“ Campemoor. Zum Geburtstag der moorigen Bauerschaft gratulierten Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister Ansgar Brockmann, der Landtagsabgeordnete Christian Calderone (CDU) sowie Landrat Tobias Gerdesmeyer (CDU), der nicht mit Lobeshymnen für den kleinen Ortsteil Neuenkirchen-Vördens und seine Bewohnerinnen und Bewohner sparte.

„Campemoor ist ein echtes Juwel des Landkreises Vechta“, meinte Gerdesmeyer. „Ihr funkelt als Gemeinschaft, dafür bedarf es keiner großen Sehenswürdigkeiten“. Er äußerte sich erfreut darüber, erstmals im sagenumworbenen und „legendären“ Campemoor sein zu dürfen. Viel habe er über die Feierfreudigkeit der Campemoorer, insbesondere beim Schützenfest, bereits gehört, nun durfte er sich selbst ein Bild davon machen.

Gerdesmeyer lobte den Gemeinschaftssinn und die Tatkräftigkeit der Bewohner, welche nicht bei der ersten Gelegenheit nach Hilfe schreien, sondern selbst aktiv würden. Dies belege eindrucksvoll die noch junge Geschichte der Siedlung.

Breitband für alle 215 Bewohner

Als 1922 die ersten Siedler in die sumpfige Moorlandschaft kamen, galt die Region als Armenhaus. Die topografischen Verhältnisse taten ihr Übriges und erschwerten die Besiedlung. „Wenn man so will, seid ihr die Cowboys und Cowgirls des Landkreises“, so der Christdemokrat, der den Campemoorern zudem eine weitere gute Nachricht überbrachte: Der lang ersehnte Breitbandausbau könne nun auch bald in Campemoor starten und soll bis April kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Wer wohnt wo? Der Hof Moorlicht hat ein Modell von Campemoor gestaltet. Foto: OevermannWer wohnt wo? Der Hof Moorlicht hat ein Modell von Campemoor gestaltet. Foto: Oevermann

„Eine Ortschaft wie Campemoor wird durch die Einwohnerinnen und Einwohner geprägt, auch wenn es nur noch 215 an der Zahl sind. Ihr seid eine starke Gemeinschaft“, meinte auch Bürgermeister Ansgar Brockmann. Er lobte die Bescheidenheit und die Freundlichkeit der Menschen vor Ort und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Campemoorer in vielen gesellschaftlichen Bereichen. So habe der kleine Ort es immer geschafft, einen Vertreter in den Gemeinderat zu stellen. „Gerade kleine Ortschaften müssen eigene Wege suchen, um sich gegenüber größeren Orten zu behaupten und ihre Identität zu wahren“, betonte Brockmann weiter. Die Campemoorer hätten in den vergangenen 100 Jahren aber bereits so viele Herausforderungen gemeistert, dass sie auch weiterhin mit viel Freude und Zuversicht in die Zukunft schauen könnten.

Diese Freude war auch rund um das Campemoorer Vereinshaus zu erleben. Der gesellige Austausch und das Beisammensein standen im Vordergrund des Festtages. Für die passende Unterhaltung sorgten die Feuerwehrkapelle Vörden sowie die Theater- und Musikfreunde des Vereins „Musik und Laienspiel Campemoor“, welche sogar einen eigens komponierten Text sowie eine kleine Theaterdarbietung für die mehr als 400 Besucher aufführten.

Enkelin des allerersten Siedlers will Fest nicht verpassen

Aber nicht nur im großen Festzelt, in dem am Vormittag mit Diakon Roland Wille sowie Pastor Anderson Kopp ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wurde, sondern auch im Vereinshaus herrschte ein großer Andrang. Dort hatte das Gremium „100 Jahre Campemoor“ um den „heimlichen Bürgermeister Campemoors“ (Zitat Gerdesmeyer), Rainer Duffe, eine Bildergalerie zu der Historie des Ortes zusammengestellt. Dieser berichtete außerdem, sichtlich berührt, von einem erhaltenen Brief der 83-jährigen Sabine Rieke aus Melle. In diesem schilderte sie 1945 am Ende der Kriegswirren ihre Flucht aus Pommern und ihre herzliche Aufnahme in „mein liebes Campemoor“, das auch mit 83 Jahren immer noch ihre Heimat sei.

Gemeinsam auf der Bühne: Wir sind die Kinder aus Campemoor“ sang die Kinder und Jugendlichen im Chor. Foto: OevermannGemeinsam auf der Bühne: „Wir sind die Kinder aus Campemoor“ sang die Kinder und Jugendlichen im Chor. Foto: Oevermann

Die weiteste Anreise des Tages hatte die 75-jährige Elsine Hecht, geborene Schmidt, aus Bremen, die mit ihrer Tochter und ihren Schwestern das Jubiläum ihres Geburtsortes feierte. „Ich wollte heute unbedingt dabei sein“, sagte die Enkelin des allerersten Siedlers in Campemoor, des Ostfriesen Jost Evers.

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