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Das Internet wird unterschätzt

Gästebuch: Hacker starteten einen Cyberangriff auf das IT-System der Berufsbildenden Schule Technik. Falls es Schüler waren: Das hätte man ihnen gar nicht zugetraut.

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Wie geht es eigentlich den Faxgeräten im Gesundheitsamt? Wird immer noch dem RKI richtig gemeldet, zeitnah und zahlengenau? Also nichts gegen Faxe. Aber sie galten ja schon seit Beginn der Pandemie als Symbole für Rückständigkeit und Vorsintflut. „Old School“ in einer Welt des Digitalen. So kann das ja nichts werden mit der Seuchenbekämpfung, besserwissern viele Nörgler.

Genau anders drauf sind da die Schüler der Cloppenburger Berufsbildendenden Schule Technik. Wenn es denn Schüler waren, die jetzt den Betrieb der Schule lahmlegten. Hacker starteten nämlich einen Cyberangriff auf das IT-System der Lehranstalt. Hacker, Cyber, BBS: Hallo, wie passt das denn zusammen. Man soll ja niemanden verdächtigen. Aber wem nützt es, wenn im gesamten Schulgebäude keine Verbindung mehr mit dem Internet möglich ist. Und wenn dann sämtliche Schülerinnen und Schüler im Theorieunterricht zu Hause bleiben sollen.

Das Internet wird überschätzt, meinte einst die Kanzlerin. Nun ja, vielleicht meinte sie ja „unterschätzt“. Denn das hätte man den Theorie-Schülern der BBS gar nicht zugetraut. Wenn sie es denn waren.  Früher zu Feuerzangenbowles-Zeiten musste man noch den Schuleingang zumauern oder eine Stinkbombe deponieren, um außer der Reihe schulfrei zu kriegen. Heute wird mal eben gehackt, und still ruht der See.

Neue Techniken brechen sich Bahn auch im Verkehrsbereich. Seitdem die Cloppenburger Politik entschieden hat, eine Fahrradstraße einzurichten, reißen die Probleme nicht ab. Darf man nun oder darf man nicht, also mit dem Auto durchfahren? Oder dürfen das nur die Anlieger? Und wer ist eigentlich Anlieger? Ein kleines Stück Kirchhofstraße bringt alles durcheinander. SPD-Ratsherr Bonk verstieg sich sogar zu der Behauptung, viele Bürger wüssten offenbar immer noch nicht, was eine Fahrradstraße sei. Na na, Herr Bonk. Unterschätzen sie uns nicht. Aber vielleicht hat er ja recht.

"Man kann es sich doch eigentlich nicht vorstellen, dass von Vechta aus ein Cyberangriff auf das RKI gestartet wird, einzig allein, um den Cloppenburgern eins auszuwischen. Die stehen nämlich jetzt ganz schön blöd da."Otto Höffmann

Der grüne Jäger macht sich Sorgen, besonders um den Schulbusverkehr. Darf der nun auf die Fahrradstraße oder nicht, auch wenn er kein Anlieger ist, sondern nur ein Anliegen hat? Im Stadtrat wies das grüne Urgestein auf elektrisch betriebene Lösungen hin:  Es geht um Poller und wenn sie stehen oder sinken. Der Grüne, auch nicht mehr der Jüngste, denkt aber modern. Durch ein Steuern über eingespeicherte Telefonnummern könnte man doch die Poller gewissermaßen sich selbst versenken oder wieder aufsteigen lassen. Das hört sich fast so gut an wie der Cyberangriff auf die BBS. Die Polizei sei eingeschaltet, sagt der Schulleiter und wundert sich, was alles möglich ist.

Denn wann weiß man schon, ob das im Digitalen alles so mit rechten Dingen zugeht. Manchmal hat man den Eindruck, als könnte auch Manipulation im Spiel sein. Nehmen wir doch nur mal die berühmte Inzidenz. Da sitzt das Robert-Koch-Institut in Berlin und lässt Tag für Tag die aktuellen Zahlen aus den Gesundheitsämtern auf sich einprasseln. Sei es nun per Fax oder per Mail. Und dann werden die Werte veröffentlicht.

Im Landkreis Vechta sinken die Zahlen seit Tagen weiter und weiter ins Unendliche. Während von den Cloppenburgern ca. 1400 gemeldet werden, sind es in Vechta weniger als ein Drittel, nämlich gut 400. Und da stehen sie mit ihrer Inzidenz am niedrigsten in ganz Deutschland. Toll!

Aber wie kann das sein? Liefert da jemand falsche Zahlen nach Berlin oder kann man in Vechta nicht rechnen? Ganz misstrauische Menschen unterstellen gar dem Vechtaer Amt, Hacker gechartert zu haben, um zu solchen niedrigen Zahlen zu gelangen. Also OM-Hacker am Werk? Man kann es sich doch eigentlich nicht vorstellen, dass von Vechta aus ein Cyberangriff auf das RKI gestartet wird, einzig allein, um den Cloppenburgern eins auszuwischen. Die stehen nämlich jetzt ganz schön blöd da.


Zur Person:

  • Otto Höffmann ist Rechtsanwalt in Cloppenburg.
  • Den Autor erreichen Sie unter der E-Mail-Adresse redaktion@om-medien.de.

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