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Das haben Sie über den Dinklager Friedhof (vielleicht) noch nicht gewusst

Die Pfarrgemeinde St. Catharina lädt für Samstag zum "Tag des Friedhofs" ein. Es gibt Führungen und Ausstellungen. Es werden Projekte vorgestellt und erklärt, wie sich Müll vermeiden lässt.

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Bereit für den Tag des Friedhofs: Gärtner Hubert Bäuning (links) und Pastor Johannes Kabon freuen sich auf den Aktionstag. Dann wird auch die neue Begräbnisstelle für Sternenkinder (im Hintergrund) der Öffentlichkeit präsentiert.   Foto: Böckmann

Bereit für den Tag des Friedhofs: Gärtner Hubert Bäuning (links) und Pastor Johannes Kabon freuen sich auf den Aktionstag. Dann wird auch die neue Begräbnisstelle für Sternenkinder (im Hintergrund) der Öffentlichkeit präsentiert.   Foto: Böckmann

Wussten Sie, dass es auf dem Dinklager Friedhof 1650 Gräber gibt? War Ihnen bekannt, dass ein Gang über alle Wege auf dem Gelände der katholischen Pfarrgemeinde St. Catharina 3,5 Kilometer lang ist? Hätten Sie gedacht, dass alleine das Schneiden der Hecken 100 Stunden Arbeit im Jahr in Anspruch nimmt? Wussten Sie, dass es auf dem 4 Hektar großen Friedhof eine Extra-Gedenkstätte für Pfarrhaushälterinnen gibt? Und hätten Sie vermutet, dass sich der Kunststoffmüll auf der Begräbnisstätte in den vergangenen 25 Jahren um die 8-fache Menge gewachsen ist?

Der Dinklager Friedhof ist ein Ort der Trauer, der Stille. Aber über den Friedhof gibt es nicht nur viel zu erzählen, sondern auch viel zu entdecken. Was alles? Das möchte die Pfarrgemeinde St. Catharina am Samstag (18. September) von 12 bis 18 Uhr unter dem Motto "Natürlich erinnern" präsentieren. Sie beteiligt sich am „Tag des Friedhofs“, initiiert vom Verband der Friedhofsgärtner, der alle 2 Jahre stattfindet. Mit dem "Tag des Friedhofs" versuchen Friedhofsgärtner und -verwalter, Bestatter und Kirchen, das Tabu um den Tod und die Trauerbegehung zu durchbrechen.

Die St.-Catharina-Kirche hat dafür ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Der Kirchenausschuss stellt die Friedhofsprojekte für 2022/23 vor, zeigt die Ausstellung "Unser Friedhof im Wandel" und lädt zu 3 Rundgängen über den Friedhof ein (um 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr). Pastor Johannes Kabon wird dann Wissenswertes, Interessantes und Besonderes berichten. Zum Beispiel auch, dass es 6 bis 8 Stunden Arbeitszeit kostet, um ein Grab auszuheben.

Der Rasen ist für Sonntag gemäht: Gärtner Hubert Bäuning hat den Friedhof zusammen mit seinem neuen Mitarbeiter Bernhard Blömer in Schuss gebracht. Foto: BöckmannDer Rasen ist für Sonntag gemäht: Gärtner Hubert Bäuning hat den Friedhof zusammen mit seinem neuen Mitarbeiter Bernhard Blömer in Schuss gebracht. Foto: Böckmann

"Den Friedhof zu pflegen, das ist eine Masse Arbeit", sagt Kabon. Und es fällt auch viel Müll an, vor allem Kunststoff. Vor 25 Jahren noch, so erzählt es Friedhofsgärtner Hubert Bäuning, sammelte sich der Kunststoff-Abfall über das Jahr verteilt in einem einzigen Container (von einer Größe von 7 Kubikmetern). Jetzt muss Bäuning gleich 8 (!) Container Kunststoff-Müll entleeren. Dieser Abfall resultiert vor allem aus den Grablichtern und der Bepflanzung. Wie sich Müll vermeiden lässt, zum Beispiel durch Grablichter aus Glas (wie seit einiger Zeit auch in der St.-Catharina-Kirche), das möchte der Kirchenausschuss ebenfalls präsentieren.

Der Pfarreirat möchte unterdessen unter anderem sein Projekt "Friedhofscafé" vorstellen. Dabei geht es um eine Idee, mit Friedhofsbesuchern bei einer Tasse Kaffee oder Tee auf dem Friedhof ins Gespräch zu kommen. In anderen Pfarrgemeinden läuft dieses Projekt schon erfolgreich. Jetzt möchte auch der Pfarreirat wissen, ob, und wenn ja, zu welchen Tagen/Zeiten es dieses Angebot geben soll. Der Pfarreirat präsentiert außerdem die Ausstellung "Trauerliteratur" und "Trauerkoffer". 

Es gibt immer mehr Urnenbestattungen

Das Bestattungsunternehmen Stachnik möchte derweil Informationen zu den verschiedenen Bestattungsformen geben. "Was kostet eigentlich ein Grab?", sei nämlich eine Frage, die Pastor Kabon häufig gestellt werde. Aus Gründen der Pflege und der Kosten nehmen die Urnenbestattungen auf dem katholischen Friedhof permanent zu. Von den 80 bis 100 Beerdigungen im Jahr sind mittlerweile rund die Hälfte Urnenbestattungen, schätzt Kabon. Noch vor 10 Jahren gab es jährlich lediglich 1 bis 2 Urnenbeisetzungen.

Der Malteser-Hilfsdienst stellt unterdessen seine Sternenkind-Eltern-Arbeit, den Hausnotruf und den Menü-Service vor. Die Schwestern der Burg Dinklage zeigen, welche Trauerkerzen sie entwerfen. Die St.-Anna-Stiftung präsentiert die Hospizarbeit. Petra Börgerding, Dat Bleumken und das Landhaus Bahlmann zeigen derweil Sarg- und Urnenfloristik sowie Möglichkeiten zur Grabgestaltung. Es wird Angebote für Kinder geben. Der Tag des Friedhofs endet um 18 Uhr mit einem Wortgottesdienst mit Einsegnung der neuen Begräbnisstelle für Sternenkinder. Musik spielt das Kolpingorchester, es singt die Chorgemeinschaft.

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