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Das Gedächtnis von Bakum wird erweitert

Der Heimatverein übernimmt das Privatarchiv von Hanna Koops. Die Hausstetterin hat viele Jahrzehnte das Leben in ihrer Bauerschaft als Chronistin begleitet.

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Würdigen die Arbeit von Hanna Koops: Maria Teschner (von links), Hubert Kröger, Werner Kreutzmann und Franz-Josef Göttke. Foto: C. Meyer

Würdigen die Arbeit von Hanna Koops: Maria Teschner (von links), Hubert Kröger, Werner Kreutzmann und Franz-Josef Göttke. Foto: C. Meyer

Hanna Koops (1929-2015) wusste immer, was in Hausstette und Vestrup passiert. Damit das Wissen nicht verloren geht, hat sie Unterlagen gesammelt und Ereignisse dokumentiert. Und wenn sie etwas nicht wusste, hat sie es recherchiert. Mit den Jahren ist dadurch ein immenses Archiv entstanden. Dieses wird nun peu à peu in das Archiv des Heimatverein Bakums überführt.

Zunächst wurden dem Heimatverein 12 Ordner zur Geschichte zwischen 1990 und 1996 von Hausstette und Vestrup zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder, federführend Hubert Kröger, haben die rund 1400 Seiten gescannt und digitalisiert. Herausgekommen ist zunächst eine gebundene Sammlung über die Zeit zwischen 1990 und 1996 in Hausstette, die beim Heimatverein eingesehen werden kann. Eine 2. Fassung dieser Sammlung geht an die Familie Koops, die sich wünschte, das Material „in anderer Form“, wie Kröger sagt, zurückzubekommen. Eine entsprechende Sammlung zu Vestrup soll es ebenfalls geben.

Koops hat zwei Bücher veröffentlicht

Weitere Ordner, von denen es noch zahlreiche geben soll, sollen nun nach und nach an den Heimatverein gehen. Das gesamte Material soll digitalisiert werden, sagt Hubert Kröger. Von einem „wertvollen Bestand“ spricht er. Schon zu Lebzeiten habe Koops, die selbst Mitglied im Heimatverein war, dem Verein einige Dokumente überlassen. Dass es noch so einen großen Bestand in Privatbesitz gibt, darauf sei man erst mit der Hilfe von Maria Teschner gekommen. Sie machte den Heimatverein darauf aufmerksam, der schließlich den Kontakt zur Familie aufnahm.

Die gebundene Sammlung. Foto: C. MeyerDie gebundene Sammlung. Foto: C. Meyer

Teschner hat 35 Jahre lang zusammen mit Koops in der Buchhaltung eines Landhandels in Hausstette gearbeitet, erzählt die Lüscherin. Anfang der 1990er Jahre half Teschner Hanna Koops dabei, ihr erstes Buch fertigzustellen: „Von Oldenburg nach Rolante: Die Auswanderer der Pfarrgemeinde Vestrup nach Brasilien in den Jahren 1922 bis 1926“. Rund 20 Jahre später – 2015 – gab es eine weitere Veröffentlichung: „Die Ortschaft Hausstette – mit Ausblick auf die Pfarrgemeinde Vestrup“. Die beiden Frauen fassten die Recherchen von Hanna Koops zu einem Werk zusammen.

Arbeit soll gewürdigt werden

Ursprünglich habe sie die Notizen abtippen sollen, sagt Maria Teschner. Denn Koops dokumentierte alles handschriftlich. Doch Teschner fand, dass einige handschriftlich verfasste Dokumente es wert seien, auch so in dem Buch zu erscheinen. Schließlich habe Koops eine sehr akkurate Handschrift gehabt und sehr darauf geachtet, dass ihre Aufzeichnungen sauber und fehlerfrei sind. „Das ist etwas ganz Besonderes“, findet Teschner. Tatsächlich habe sie eine Bestellung aus Stuttgart gehabt und der Käufer sei ganz fasziniert gewesen. Eine Chronik mit solchen handschriftlichen Notizen habe er noch nicht gesehen.

Für den Heimatvereinsvorsitzenden Franz-Josef Göttke sind vor allem die vielen Informationen zu der Geschichte der Vertriebenen in Hausstette spannend. „Zu dem Thema haben wir wenig“, sagt er. Es sei Koops' Verdienst, dass es zumindest im Fall von Hausstette so systematisch aufgearbeitet sei. Sonst gebe es für Bakum zu der Geschichte der Vertriebenen nur „sporadisch“ Daten.

An ihrem Arbeitsplatz: Hanna Koops (hier eine Aufnahme Mitte der 1980er Jahre) beschäftigte sich viel mit dem Zeitgeschehen ihrer Heimat.  Foto: Archiv TeschnerAn ihrem Arbeitsplatz: Hanna Koops (hier eine Aufnahme Mitte der 1980er Jahre) beschäftigte sich viel mit dem Zeitgeschehen ihrer Heimat.  Foto: Archiv Teschner

Hanna Koops habe sich viel mit ihrer Arbeit als Ortschronistin beschäftigt, sagt Maria Teschner, die mit Freudentränen in den Augen durch die Sammlung blättert, die der Heimatverein jetzt erstellt hat. Die Arbeit von Hanna Koops und Maria Teschner soll nun entsprechend gewürdigt werden, findet Franz-Josef Göttke. Jetzt werde nach und nach das gesamte verbliebene Material gesichtet, digitalisiert und ebenfalls gebunden.

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