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Das Faxgerät möglichst bald aus der Region verbannen

Mit einem Projekt wollen die Städte Vechta und Lohne das medizinische und pflegerische Angebot in den kommenden Jahren digitalisieren. Telav steht dabei für die "Televersorgung im Landkreis Vechta".

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Treiben das Projekt voran: Bürgermeister Kristian Kater (links/Vechta) und Tobias Gerdesmeyer (Lohne). Foto: M. Niehues

Treiben das Projekt voran: Bürgermeister Kristian Kater (links/Vechta) und Tobias Gerdesmeyer (Lohne). Foto: M. Niehues

Das Faxgerät ist Pauline Haverkamp schon lange ein Dorn im Auge. Die 26-Jährige ist beim Lohner Pflegedienst „Zerhusen & Blömer“ sowie dem St. Anna-Stift Kroge für die Digitalisierung von Prozessen zuständig. Dass es in der Gesundheitsbranche insgesamt noch viel Luft nach oben gibt, machte nun das digitale Auftakttreffen des Telav-Projektes deutlich, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Telav steht für „Televersorgung im Landkreis Vechta“ und ist ein Projekt der Städte Vechta und Lohne, das das medizinische und pflegerische Angebot in den kommenden Jahren digitalisieren und so die Qualität der Gesundheitsversorgung auch in Zeiten von immer mehr Pflegebedürftigen und gleichzeitig weniger Fachkräften erhalten soll. Beim Auftakttreffen ging es darum, gemeinsam mit den Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Pflege herauszufinden, wo der Schuh am meisten drückt.

Pauline Haverkamp hat insbesondere eine Hoffnung: „Telav ist die Chance, das Fax ein- für allemal im Landkreis abzuschaffen.“ Ob Rezepte, Arztbriefe, Medikamentenbestellungen, Transportscheine, Anpassung von Medikamentenplänen oder die Order von medizinischen Hilfsmitteln: „Alles, was als Papier hin und her muss, läuft zu 70 Prozent über das Faxgerät“, berichtet die junge Gesundheitsmanagerin aus der Praxis. Dabei fänden die Vorarbeiten am PC statt, müssten dann aber umständlich ausgedruckt und anschließend fernkopiert werden.

Interviews mit Experten in den kommenden Wochen

Auch Cornelia Ostendorf von der St.-Hedwig-Stiftung, die in Vechta, Visbek, Goldenstedt und Bakum ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen betreibt, wünscht sich einfachere und digitalere Kommunikationswege – vor allem, um den Austausch mit Fachärzten zu verbessern. „Unser Kontakt mit den Hausärzten ist meist sehr gut und vieles kann persönlich geregelt werden. Aber zum einen stellt sich mit Blick auf das Alter der Hausärzte die Frage, wie lange die Versorgungssituation so bleibt, zum anderen sieht es bei den Fachärzten anders aus. Sie sind rar gesät, eine Nachfrage auf dem kurzen Dienstweg nicht ohne weiteres möglich. Da könnte ein standardisierter, internet-basierter und datensicherer Austausch helfen.“

Datensicherheit ist eines der großen Themen im Rahmen der Digitalisierung. Dass es dafür aber bereits gute Programme gibt, beweist der Pflegedienst „Zerhusen & Blömer“ laut Mitteilung jeden Tag aufs Neue. „Intern sind wir digital bereits gut aufgestellt. Wir erfassen die Arbeitszeiten über Diensthandys und dokumentieren unsere Arbeit mittels Sprachaufnahmen, die dann automatisch für die Akte verschriftlicht werden. So haben wir die Notizbücher abgeschafft.“ Alles, was die Arbeit einfacher macht und gleichzeitig die Sicherheitskriterien erfüllt, sei willkommen.

Was das sein kann, sollen auch die Experteninterviews unterstreichen. Sie wird Robert Lachner vom Fachbereich Pädagogische Psychologie der Uni Vechta in den kommenden Wochen führen, um noch mehr Hinweise von Pflegern, Ärzten, Heimleitungen aber auch pflegenden Angehörigen für das Digitalisierungsprojekt zu bekommen.

Die Ergebnisse fließen dann in den weiteren Prozess ein, an dessen Ende – im Jahr 2023 – ein Televersorgungskonzept für den ganzen Landkreis Vechta stehen soll.

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