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Das diabolische Glitzern im Auge des Bürgermeisters

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Wenn man das Kleingedruckte nicht liest, kann das zu überraschenden Ergebnissen führen. Und so muss ich jetzt jeden Termin mit dem Rad wahrnehmen.

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Seit Sonntag ist die Welt, also Europa, na gut: Deutschland im Stadtradel-Fieber. Über 31.400 Menschen aus Schulen, Firmen, Verwaltungen sowie 2229 Städten und Landkreisen haben sich (Stand: Mittwochvormittag) deutschlandweit in Teams zusammengeschlossen, um bis zum 21. Mai so viele Kilometer wie möglich statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zurückzulegen. Wegen Klimaschutz und so. Und irgendwie scheint es, als wäre die Aktion des europaweiten Klima-Bündnisses dann doch in erster Linie ein sehr deutsches Phänomen: In Europa sind noch Frankreich mit 5 und Luxemburg mit 7 Kommunen und jeweils 0 Radelnden dabei, aus den USA ist einzig die Stadt Newport News (Virginia) mit 24 Radelnden und bislang 812 Kilometern gelistet. Aber gut, die USA gehören auch nicht so wirklich zu Europa.

Die Webseite der Aktion ist ein wahres Paradies für Zahlenfetischisten und Statistikfans. So erfährt man beispielsweise, dass der Kreis Borken (NRW) mit mehr als 7500 Radelnden das Kilometer-Ranking anführt. Stolze 338.100 Kilometer haben die Radlerinnen und Radler dort schon zurückgelegt. Der Kreis Vechta schafft es hinter Münster und dem Kreis Coesfeld derzeit auf Platz 4, der Kreis Cloppenburg folgt hinter Ulm auf Platz 6. Leute, da geht noch was. Immerhin: Im niedersächsischen Ranking liegen die beiden Kreise mit aktuell knapp 104.000 und 83.000 Kilometern derzeit auf den Plätzen 1 und 2.

Mit dem Rad wird der tägliche Weg zur Arbeit und zu den Terminen zum Ernstfall

OM-Medien ist mit 18 Radelnden in 2 Teams dabei, eines im Landkreis Vechta und eines aus dem Landkreis Cloppenburg. Über unsere Radfahrerei berichten die Kollegen Normann Berg, Matthias Niehues, Thomas Vorwerk und ich in unserem Blog auf om-online.de. Und natürlich nehmen wir die Herausforderung ernst. Da wird dann, wenn nicht das Leben, so doch der tägliche Weg zur Arbeit und zu den Terminen zum Ernstfall. Denn in den dünn besiedelten Landkreisen sind größere Entfernungen nun mal der Normalfall.

"Mich hat es, finde ich, ohne jetzt irgendwie Mitleid heischen zu wollen, besonders hart erwischt."Heiner Stix

Mich hat es, finde ich, ohne jetzt irgendwie Mitleid heischen zu wollen, besonders hart erwischt. Vermutlich, weil ich bei der Anfrage der Chefredaktion nach mitradelnden Bloggern oder mitbloggenden Radlern das Kleingedruckte übersehen habe. Das Auto ist nämlich tabu. Das wiederum heißt, dass ich vom Friesoyther Stadtzentrum aus nicht nur Termine in den gerne auch mal 10 Kilometer weit entfernt liegenden Ortsteilen der Stadt mit dem Rad wahrnehmen muss, sondern gegebenenfalls auch im Saterland und in Barßel. Ich Idiot habe dem Barßeler Bürgermeister Nils Anhuth davon erzählt. Und was macht er? Verspricht mir für die kommende Woche einen Pressetermin in Barßel. "Irgendwas werden wir schon finden", waren seine Worte. Und mir war so, als würde ich ein leicht diabolisches Glitzern in seinen Augen wahrnehmen.


Zur Person:

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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