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Das bedeutet der Impfstopp für Astrazeneca für das OM

Das Bundesgesundheitsministerium hat Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca ausgesetzt. Hintergrund sind Meldungen über aufgetretene Blutgerinnsel. Das hat Folgen für das Oldenburger Münsterland.

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Symbolfoto: dpa

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Der Impfstopp für das Corona-Vakzin des Herstellers Astrazeneca hat Auswirkungen auf das Oldenburger Münsterland. Wie der Landkreis Cloppenburg am Montag mitteilt, wurden die Impfungen mit dem Präparat vorsorglich ausgesetzt. Die für Dienstag und die kommenden Tage angesetzten Termine müssen daher verschoben oder neu terminiert werden, berichtet Kreissprecher Frank Beumker. Dem Gesundheitsamt seien aber bisher keine Fälle oder unübliche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff gemeldet worden.

Landrat Johann Wimberg (CDU) sprach laut Mitteilung von einem "herben Rückschlag". Der weitere Verlauf der erfolgreichen Cloppenburger Impfstrategie sei nun gefährdet, so Wimberg. Er verstehe jedoch, dass die Sicherheit natürlich höchste Priorität genießen müsse. 

"Die Impfungen der über 70- und 80-Jährigen laufen aber wie geplant weiter, da hier Biontech/Pfizer und Moderna verimpft werden", betont Kreissprecher Sascha Rühl. Lediglich die laufenden Impfungen der priorisierten Berufsgruppen entfallen mit dem Impfstopp. 

Der Kreis Cloppenburg setzt entgegen dem landesweiten Vorgehen auf dezentrale Impfzentren in den jeweiligen Kommunen. Die Kreisverwaltung hatte zuletzt entsprechend der Impfpriorisierung sämtliche Personen über 70 Jahren für eine Impfung eingeladen. 9233 Angehörige dieser Altersgruppe wollen sich impfen lassen. Die zweite Impfphase startet am Donnerstag (18. März) – mit Auftakt in der Gemeinde Molbergen.

Kreis Vechta erwartet neue Lieferung von BioNTech/Pfizer

Im Landkreis Vechta werden aufgrund des Impfstopps mehr als 1.000 Impfungen entfallen. "Das betrifft beispielsweise Termine in Krankenhäusern und Arztpraxen", erklärte Kreissprecher Jochen Steinkamp auf Nachfrage. Der Landkreis erwarte allerdings eine weitere Lieferung des Vakzins vom Hersteller BioNTech/Pfizer. Im Impfzentrum in Lohne könnten somit am Mittwoch die Impfungen fortgesetzt werden. "Da die Nachricht über den Impfstopp noch sehr jung ist, liegen uns noch keine weiteren Informationen hierzu vor", teilte Steinkamp weiter mit. In Vechta bleiben die Impfungen mit Astrazeneca daher ebenfalls bis zum Abschluss der Bewertung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zunächst ausgesetzt. 

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Donnerstag sämtliche Corona-Impfungen in Deutschland mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Konzerns vorsorglich ausgesetzt. Laut einer Empfehlung des Paul-Ehrlich Instituts seien nach "Hirnvenen-Thrombosen" im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung mit Astrazeneca weitere Untersuchungen notwendig. Die Aussetzung geht nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf 7 Krankheitsfälle zurück. Nun ist die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Zug, denn dort wird an einer erneuerten Bewertung des Impfstoffs gearbeitet. Der Minister setzt darauf, dass die EMA "idealerweise noch im Laufe dieser Woche zu ihrer Entscheidung" kommt. Falls der Impfstoff weiter zugelassen wird, sollten auch die Impfungen wieder anlaufen.

In Niedersachen wurden bisher 134.549 Astrazeneca-Dosen verimpft

Die Landkreise wurden am Montag vom niedersächsischen Sozialministerium über den Impfstopp informiert. "Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen geht vor, das ist vollkommen klar. Deswegen ist die Entscheidung des Paul-Ehrlich-Instituts absolut nachvollziehbar und richtig, die Impfungen mit Astrazeneca zunächst auszusetzen", erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Es sei unerlässlich, dass das Paul-Ehrlich Institut den Fällen jetzt akribisch auf den Grund gehe und mögliche Zusammenhänge prüfe.

Das vorübergehende Aussetzen von Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von Astrazeneca bremst allerdings die Impfkampagne in Niedersachsen. Alle anderen Impfungen mit dem Impfstoff der Firmen BioNTech und Moderna laufen indes weiter. Welche konkreten Folgen, wie etwa der Umgang mit Lagerbeständen oder neue Terminvergaben, sich aus der Entscheidung ergeben, werde jetzt analysiert und bewertet, teilte das Ministerium mit. Mit Stand von Montag wurden bisher 295.200 Astrazeneca-Dosen nach Niedersachsen ausgeliefert. Davon wurden 134.549 Dosen verimpft.


Hinweis: Die Impfungen der Menschen über 70 Jahren im Landkreis Cloppenburg sind durch den Astrazeneca-Impfstopp nicht bedroht. Das teilt Kreissprecher Sascha Rühl mit. In einer ersten Version hatten wir geschrieben, dass die 2. Impfphase ursprünglich am 18. März starten sollte. Dies ist auch weiterhin der Fall, so Rühl. Landrat Johann Wimberg (CDU) hatte zuvor laut Mitteilung davon gesprochen, das der "weitere Verlauf der erfolgreichen Cloppenburger Impfstrategie"  mit dem Impfstopp gefährdet sei.

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