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Das Abendmahl ist für Johannes Rohlfing das größte Geschenk

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Johannes Rohlfing. Der evangelische Pfarrer will diesen Winter erstmals Ski fahren.

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Neu im Amt: Johannes Rohlfing ist seit 6 Monaten evangelischer Pfarrer in Friesoythe. Foto: Stix

Neu im Amt: Johannes Rohlfing ist seit 6 Monaten evangelischer Pfarrer in Friesoythe. Foto: Stix

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Langeweile kam keine auf. Dieser ohnehin schon spannende Beruf ist in der Advents- und Weihnachtszeit besonders aufregend. Und im ersten Amtsjahr ist das nicht unbedingt weniger der Fall. Überhaupt befindet sich unsere Gemeinde in einer aufregenden Zeit. Kürzlich hat Regina Hammerschmidt als pädagogische Mitarbeiterin für die Konfirmandenzeit angefangen. Gemeinsam mit Pfarrerin Nicole Ochs-Schultz legen wir jetzt als interprofessionelles Team los. Diese Aufbruchsstimmung macht große Freude.

Was haben sie sich einmal so richtig gegönnt?
Kürzlich habe ich nach einem sehr langen und hektischen Tag mit großer Freude festgestellt, dass ein örtliches Fast-Food-Restaurant selbst unter der Woche enorm lange Öffnungszeiten hat. Da hab‘ ich mir dann ein üppiges Mitternachtsmahl gegönnt.

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als Erstes abgeschafft?
Die Monarchie! Und unsere gewählten Volksvertreter dürfen wieder ihre Arbeit machen, von der ich mir nicht anmaßen würde, sie besser zu können. Die machen sie nämlich meines Erachtens in der Regel sehr gut und bekommen dafür viel zu wenig Wertschätzung. Natürlich gibt es immer auch etwas zu kritisieren und auch manch ein sprichwörtliches schwarzes Schaf. Aber über niemanden wird so viel und so pauschal geschimpft, wie über „die Politiker“ – das finde ich nicht fair. Die übergroße Mehrheit macht ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen und verdient dafür Respekt und Anerkennung.

Welchen Traum werden Sie sich als Nächstes erfüllen (können)?
Ich werde diesen Winter zum ersten Mal Ski fahren. Das habe ich bisher vermieden, weil ich befürchte, dass es mir sehr großen Spaß macht und ich dann immer wieder fahren möchte. Aber man lebt ja bekanntlich nur einmal.

Was tun Sie am liebsten?
Abendmahl feiern. Gerade an Weihnachten. Denn eigentlich ist jedes Abendmahl ein kleines Weihnachtswunder. So wie der Allmächtige und Ewige damals in der Krippe zu uns kam, kommt er auf geheimnisvolle Weise in Brot und Wein zu uns – er schenkt sich. Das ist mit dem Verstand nicht zu begreifen. Aber das ist ja der Springpunkt. Wir müssen, wir können das gar nicht begreifen, aber wir dürfen dieses Wunder mit den Sinnen als Geschenk empfangen. Im Abendmahl können wir sozusagen das Wunder von Weihnachten schmecken. Ein Kollege sagte mal, wenn er Abendmahl feiert, fühlt er sich wie der Weihnachtsmann, der das größte Geschenk, das es gibt, verteilen darf.

Welche Eigenschaften mögen sie an sich selbst und welche nicht?
Ich bin pflichtbewusst. Das finde ich an und für sich auch gut so. Allerdings ist die Kehrseite davon, dass es mir gelegentlich an Gelassenheit fehlt. Auch mal eine Fünf gerade sein zu lassen – da habe ich die Hoffnung, dass es mit den Jahren besser gelingt.

Welche TV-Sendung mögen Sie gerne?
Ich schaue gerne Weltspiegel. Das führt mir immer wieder vor Augen, wie klein der Ausschnitt der Welt ist, den ich zu Gesicht bekomme. Panorama finde ich auch sehr gut, aber manchmal auch deprimierend. Mit Abstand am besten unterhalten hat mich in der letzten Zeit die Serie Game of Thrones. Vor allem, weil so viel wirklich Unvorhersehbares passiert.

Mit wem würden sie sich gerne einmal treffen?
Mit Helmut Schmidt, also angenommen, er würde noch leben. Mich würde sehr interessieren, wie er die aktuelle geopolitische Lage einschätzt. Und ich finde ihn als Person, als Charakter, mit seinem riesigen Schatz an Lebenserfahrung und seinen Ecken und Kanten einfach sehr beeindruckend.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Schön kross gebratenes Bremer Knipp. Das hatte ich zwar gerade erst, aber das ist in dieser Jahreszeit bei kalten oder nass-kalten Temperaturen genau das Richtige.

Welches Thema bei OM-Medien hat Sie am meisten beschäftigt?
Die Gesundheitsversorgung hier vor Ort ist ein unglaublich wichtiges Thema. Ich finde es gut, wenn die hohe Belastung der Beschäftigten von der lokalen Presse klar beim Namen genannt wird, damit dieser Herausforderung realistisch begegnet werden kann.

Zur Person:

  • Johannes Rohlfing ist gebürtiger Bremer und seit einem halben Jahr evangelischer Pfarrer in Friesoythe
  • Der 32-Jährige studierte Theologie in Göttingen, Kiel und Tübingen
  • Vor seinem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Krankenpfleger

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