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Darum verzögert sich die Goldenstedter Ortskernsanierung

Vor einem Jahr sprach sich der Gemeinderat für die Durchführung aus. Im Frühjahr hieß es, die Arbeiten starten im Sommer. Passiert ist bislang aber wenig – warum?

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Das aktuelle Bild: Vor dem Rathaus wird vor allem den Autos Platz eingeräumt. Das soll sich künftig ändern. Zudem sollen die Ampel weichen und ein Kreisverkehr eingerichtet werden. Foto: C. Meyer

Das aktuelle Bild: Vor dem Rathaus wird vor allem den Autos Platz eingeräumt. Das soll sich künftig ändern. Zudem sollen die Ampel weichen und ein Kreisverkehr eingerichtet werden. Foto: C. Meyer

Die Ortskernsanierung in Goldenstedt wird wohl erst Anfang des kommenden Jahres in Angriff genommen werden können. Das lässt Bürgermeister Alfred Kuhlmann auf Anfrage wissen. Zuletzt wurde in den Beratungen zum Nachtragshaushalt deutlich, dass sich die Maßnahme verzögert. Ursprünglich sollte die Ortskernsanierung im Sommer starten.

„Gern wären wir in diesem Jahr noch intensiv mit den Bauarbeiten gestartet“, sagt Kuhlmann, aber verschiedene Gründe, die auch mit der gebildeten Baukommission, dem Sanierungsbeirat sowie den gemeindlichen Ratsgremien abzustimmen waren, hätten zu einer Verzögerung geführt. So seien noch Abstimmungsgespräche mit verschiedenen Grundstückseigentümern zu führen gewesen, lässt der Bürgermeister weiter wissen. Der Erwerb eines Grundstücks im Zuge der Hauptstraße, „das für die Realisierung der aktuellen Planung von zentraler Bedeutung ist“, habe sich verzögert.

Preisentwicklung in Baubranche wird beobachtet

Das ehemalige „Haus Fredelake“ ist aber zwischenzeitlich abgerissen worden. Ebenso sei der Abwasserkanal bereits mithilfe eines sogenannten „Inline-Verfahrens“ grundlegend instandgesetzt worden. Die im April beschlossene Planung sei mittlerweile aber vom beauftragten Planungsbüro in eine Endfassung gebracht worden, so Kuhlmann. Gleichzeitig sei das für die Ausschreibung der Bauarbeiten umfängliche Leistungsverzeichnis erstellt worden, das sich momentan in der Prüfungsphase befinde.

Im April hatte der Gemeinderat noch die Erweiterung des Umfangs der Ortskernsanierung abgesegnet: die Erneuerung des Regenwasserkanals bis zum Apeler Weg, die dortige Erneuerung der Fahrbahn samt Nebenanlagen, die Neuanlegung von weiteren Parkplätzen im Bereich der Zuwegung zum Mehrgenerationenpark und beim katholischen Friedhof sowie die Erneuerung der kompletten Straßenbeleuchtung. Diese Mehrkosten – ursprünglich war von einem Investitionsvolumen von rund 4,8 Millionen Euro ausgegangen worden – seien auch durch entsprechende Fördermittel gegenzufinanzieren gewesen, sagt Kuhlmann.

Im Frühjahr hieß es dazu, dass die Gesamtkosten sich auf knapp 9 Millionen Euro belaufen – wovon 5,28 Millionen Euro auf Fördergeld entfallen. Die Gemeinde muss selbst somit 3,71 Millionen Euro stemmen. Daran habe sich bislang auch nichts geändert, sagt der Bürgermeister. „Mit Sorge“ werde aber vonseiten der Verwaltung auch die Kostenentwicklung im Bausektor verfolgt. So gebe es die Hoffnung, dass sich die Kosten mittelfristig in einem niedrigeren Niveau einpendeln.

Winterbaustelle soll vermieden werden

Außerdem: „Wenn der Bauauftrag jetzt vergeben worden wäre, hätten wir eine klassische Winterbaustelle im Ort Goldenstedt gehabt“, sagt Alfred Kuhlmann. Dies wäre – „nach 2 schwierigen Corona-Jahren für die ortsansässigen Geschäfte“ – eine weitere Belastung für die Ladenbesitzerinnen und -besitzer, auch finanzieller Art. „Eventuell wäre auch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft beeinträchtigt.“ Daher sei auch mit dem Handels- und Gewerbeverein Goldenstedt abgesprochen, die Baumaßnahme erst zu Beginn 2023 zu starten, „sobald es die Witterung zulässt und die noch zu beauftragende Firma startklar ist“.

Die geplante Ortskernsanierung erstreckt sich entlang der Hauptstraße, beginnend mittlerweile im Norden ab der Höhe Apeler Weg bis in den Süden zum Knotenpunkt Vechtaer Straße. Ab der Apeler Straße bis zum Knotenpunkt Auf dem Esch/Am Meerbusch/Gartenstraße werden der Regenwasserkanal erneuert, die Straßendecke saniert sowie die Nebenanlagen auf beiden Straßenseiten angepasst. Ab der Bäckerei Dieckhaus wird zum Zweck der Verkehrsberuhigung die Fahrbahn auf 6 Meter Breite verengt. Insgesamt erhalten Fußgängerinnen und Fußgänger entlang der Hauptstraße deutlich mehr Raum, die Aufenthaltsqualität wird an mehreren Stellen – unter anderem durch Begrünung und Sitzmöglichkeiten – erhöht.

Der Rathausvorplatz soll künftig größtenteils autofrei bleiben und stattdessen zum Verweilen einladen. An der Kreuzung Zur Lieth entsteht ein Kreisverkehr, in dem Bereich ist überdies künftig eine Tempo-20-Zone vorgesehen. Am Tangen Weg wird der Parkplatz ausgebaut, auf dem Gelände ehemals Fredelake entstehen ebenfalls Parkflächen, wie auch am Pastor-Albers-Weg.

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