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Darum ist in Steinfelds Ortskern von der Weihnachtsbeleuchtung fast nichts zu sehen

Die Energiekrise hat nur am Rande etwas mit der Entscheidung zu tun. Die Gemeinde verzichtet 2022 aus Sicherheitsaspekten auf stimmungsvolle Lichter. Das ist aber aus einem Grund besonders ärgerlich.

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Ungeschützt: Den Steckdosen an den Mastleuchten in Steinfeld fehlt der FI-Schalter. Dieser ist gemäß der geltenden Elektrofachregeln vorgeschrieben. Deshalb müssen die Bürger 2022 auf eine stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung verzichten. Foto: Timphaus

Ungeschützt: Den Steckdosen an den Mastleuchten in Steinfeld fehlt der FI-Schalter. Dieser ist gemäß der geltenden Elektrofachregeln vorgeschrieben. Deshalb müssen die Bürger 2022 auf eine stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung verzichten. Foto: Timphaus

Auf stimmungsvolle Lichter im Herzen Steinfelds und Mühlens müssen die Bürger 2022 größtenteils verzichten. Es handelt sich aber nicht allein um eine Entscheidung aus Gründen des Energiesparens, wie angesichts der aktuellen Entwicklungen gemutmaßt werden könnte. Wie die Steinfelder Gemeindeverwaltung am Donnerstag auf Nachfrage von Margareta Haskamp (CDU) während der Sitzung des Bau-, Planungs- und Wirtschaftsförderungsausschusses mitteilte, erfolgt der Verzicht auf eine Weihnachtsbeleuchtung vor allem aus Sicherheitsaspekten.

Den Steckdosen an den Mastleuchten, an denen die Weihnachtssterne – übrigens mit LED-Technik versehen – sonst angebracht werden, fehlt der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Dieser ist gemäß der geltenden Elektrofachregeln vorgeschrieben. Die Kosten für eine Nachrüstung beziffert die Gemeinde auf Anfrage auf circa 750 Euro brutto pro FI-Schalter.

Haskamp bedauerte den "trostlosen Anblick" in der Weihnachtszeit. Besonders ärgerlich: Das Problem ist der Gemeinde seit Längerem bekannt.

Im Haushalt 2021 waren 24.000 Euro für eine Nachrüstung vorgesehen

Während der Sitzung des Bauausschusses im September 2020 informierte die Verwaltung die Politik über die Situation. Für den Haushalt 2021 wurden gar auf mehrheitlichen Beschluss 24.000 Euro bereitgestellt, um 55 Mastleuchten nachzurüsten. Anschließend passierte: nichts.

Dazu teilt die Gemeinde mit: "Die Mastleuchten wurden im Zuge der Ortskernsanierung in den 80er Jahren aufgestellt. Die Mastleuchten und die Elektronik sind in einem altersgemäßen Zustand. Seit der Aufstellung wurde immer wieder in Reparaturen und Umrüstungen investiert. Nun stehen weitere Kosten an, sodass eine Wirtschaftlichkeitsprüfung erfolgen soll. Zum Vergleich: Die Kosten für eine neue Mastleuchte für das Neubaugebiet Mühlen betrugen circa 2100 Euro."

Das Gefahrenrisiko erscheint der Verwaltung nicht mehr tragbar

Aber wenn das Problem bereits bekannt war, warum hingen die Sterne trotzdem 2020 und 2021 an den Masten? Zunächst teilt die Gemeinde mit, dass die Steckdosen den zum Zeitpunkt des Einbaus geltenden Regeln entsprechen. Ein FI-Schalter sei erst später erforderlich geworden. Und weiter: "Der Umstand, dass bis heute kein Schadensfall eingetreten ist, ist jedoch keine Garantie dafür, dass dieser nicht zukünftig eintreten wird. Das Gefahrenrisiko erscheint der Verwaltung und allen Verantwortlichen mittlerweile nicht mehr tragbar."

Ganz ohne Lichterglanz und Weihnachtsschmuck geht's aber auch nicht: An markanten Punkten werde es Weihnachtsbeleuchtung geben, versichert die Gemeinde. Am Dicken Stein stehen bald 2 beleuchtete Weihnachtssterne. An der Lohgerberei und am Rathaus hat die Gemeinde zwei beleuchtete Weihnachtsbäume aufgestellt. Zudem werden die Große Straße und die Dorfstraße mit Weihnachtsbäumen geschmückt. Diese sind bereits am Sonntag (27. November) auf dem Weihnachtsmarkt in Steinfeld im Einsatz und sollen nach Angaben der Verwaltung anschließend in Steinfeld und Mühlen verteilt und von den Kindergärten geschmückt werden.

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