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Dank eigenem Bus muss niemand einsam sein

Seit 2018 werden die Senioren mit dem Vereins-Bulli abgeholt und zur "Beverbrucher Begegnung" gefahren. Dafür sorgt zuverlässig ein Team von knapp zehn Fahrern.

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Am Ziel: Pünktlich um 9 Uhr hat Peter Böckermann die "Beverbrucher Begegnung" mit seinen Fahrgästen erreicht. Foto: Vorwerk

Am Ziel: Pünktlich um 9 Uhr hat Peter Böckermann die "Beverbrucher Begegnung" mit seinen Fahrgästen erreicht. Foto: Vorwerk

Wer sich im Fahrdienst der Beverbrucher Begegnung engagieren will, der muss flott sein. "Als die Touren in der vergangenen Woche in die WhatsApp-Gruppe gestellt wurden, waren alle Tage nach 15 Minuten vergeben." Peter Böckermann ist begeistert, wie unkompliziert in dieser Gemeinschaft mit rund zehn Leuten kommuniziert wird – und das schon seit mehreren Jahren. Und er freut sich jedes Mal aufs Neue, wenn er morgens den mehrsitzigen Bulli besteigt und mit Luzie, Marianne und den anderen einen kleinen Schnack halten kann.

45 Minuten dauert die Rundtour, die mit der ersten Mitfahrerin in Beverbruch beginnt, über Garrel nach Petersfeld führt und schließlich mit dem vierten Fahrgast in Beverbruch und dem Ziel an der "Beverbrucher Begegnung" endet. Viermal wird der 72-Jährige an diesem Tag pendeln, denn die Seniorinnen und Senioren wollen schließlich auch alle gut wieder nach Hause gebracht werden. Ohne den Service könnte nicht jeder zu den Treffen kommen.

Pro Fahrt kann ein Rollstuhl mitgenommen werden

Um 8.15 Uhr wird das Tor aufgeschoben. Der Verein hat auf einem Bauernhof in der Ortsmitte eine Unterstellmöglichkeit für den Ford gefunden. Vorsichtig bugsiert Peter Böckermann das Fahrzeug aus der Halle und überzeugt sich anschließend bei einem Rundgang, ob die Beleuchtung funktioniert und alle Reifen gut aussehen. Auf einem kleinen Zettel hat er sich die Namen seiner Fahrgäste notiert. "Gestern Abend habe ich spät noch die Nachricht bekommen, dass eine Person nicht abgeholt werden muss." Das verkürzt die Tour, weil an diesem Morgen auch nur eine Rollstuhlfahrerin mit von der Partie ist. Mehr können gleichzeitig nicht mitgenommen werden.

Zeitweise sind die Treffen wegen der Corona-Pandemie ausgefallen und als die Begegnung wieder öffnete, wurde zwischenzeitlich dennoch die Zahl der Fahrgäste reduziert. Dank Grundimmunisierung und Booster ist aktuell wieder weitestgehend alles beim Alten, auch wenn Böckermann weiterhin die FFP2-Maske trägt. "1,71 Euro", spricht er gedämpft durch diesen Filter mit Blick auf den Diesel-Preis an der Tankstelle. "So teuer war er, glaube ich, noch nie."

38.000 Kilometer hat der Bus bereits auf dem Tacho

Die laufenden Kosten für den Transport sind nicht zuletzt durch einen Eigenanteil gedeckt. Der Wagen selber konnte dank eines Förderprogramms vom Land Niedersachsen und der Unterstützung durch die Gemeinde Garrel angeschafft werden. Für die "Beverbrucher Begegnung" blieb nur noch ein vergleichbar kleiner Rest, der finanziert werden musste, wie Vorsitzender Otto König im Gespräch mit der Redaktion erklärt. Das war 2018 und seither wurden 38.000 Kilometer auf den Kleinbus gefahren. Den Seniorentreff gibt es schon drei Jahre länger. 

Der Verkehr in Garrel zeigt sich von seiner gnädigen Seite.  Schnell ist der Bus schon wieder raus aus dem Ort und es wird Petersfeld angesteuert. Der einzige Rollstuhlgast des Tages wohnt dort und die Rampe im Heck wird ausgeklappt. Routiniert werden Fahrerin und Stuhl gesichert, bevor es wieder auf die andere Seite der Gemeinde geht. "Nur noch kurz schauen, ob es eine Absage gegeben hat", meint der Fahrer mit einem Blick auf das Smartphone. Hat es nicht und der Zeitplan wird aller Wahrscheinlichkeit nach eingehalten. Schließlich gibt es um 9 Uhr Frühstück.

Den Fahrdienst und den Schnack dabei wissen die Kunden zu schätzen. "Zu besonderen Anlässen gibt es auch mal kleine Aufmerksamkeiten", sagt Peter Böckermann und freut sich sehr über die Geschenke, drücken sie doch aus, wie gut ihnen der Service gefällt und wie wichtig er für die Teilhabe an gemeinschaftlichen Aktionen ist.

Das Frühstück steht schon auf dem Tisch

Der neunte Glockenschlag der Josefskirche ist noch nicht ganz verhallt, da rollt der Bus bei der "Beverbrucher Begegnung" auf den Hof. Ganz Gentleman, bietet der Fahrer den Damen wie schon beim Zustieg den Arm beim Aussteigen an und klappt anschließend die Rampe am Heck aus, um auch den Rollstuhl sicher herauszufahren. Der Kaffee dampft derweil schon im großen Saal und die Teller stehen bereit. Peter Böckermann hat bis Mittag Pause. Dann steht die zweite von vier Touren an diesem Tag an und verbunden damit auch noch ein Sonderauftrag: Kuchen für den Nachmittag mitbringen. "Kein Problem", versichert der Rentner, winkt seinen Gästen zum Abschied und rollt davon. 


  • Info: Die "Beverbrucher Begegnung" ist montags von 9 bis 13 Uhr, mittwochs von 9 bis 17 Uhr, donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Dann ist das Team auch unter 04474/5052971 zu erreichen. Per eMail kann auch unter beverbrucherbegegnung@ewetel.net Kontakt aufgenommen werden.

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