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Dammes Schulen bekommen wohl keine Lüfter

5,175 Millionen Euro würde es laut Verwaltung kosten, die 8 Kitas und die Schulen in städtischer Verantwortung umzurüsten. 3,84 Millionen Euro gibt der Bund. Dennoch  gibt es Zweifel.

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Kostengünstigere Lösung: Die Dammer Schulpolitiker wollen in den Räumen in Schulen und Kindergärten auf CO2-Ampeln statt auf raumlufttechnische Anlagen setzen, die ihnen zu teuer sind. Foto: dpa/Dittrich

Kostengünstigere Lösung: Die Dammer Schulpolitiker wollen in den Räumen in Schulen und Kindergärten auf CO2-Ampeln statt auf raumlufttechnische Anlagen setzen, die ihnen zu teuer sind. Foto: dpa/Dittrich

Die Schulen in Trägerschaft der Stadt Damme und die Kindertagesstätten werden wohl keine raumlufttechnischen Anlagen (RLTA) bekommen. Diese sollen helfen, die Infektionsgefahr etwa mit Corona in den Räumen maximal zu minimieren.

In der Sitzung des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses äußerten Sprecher aller 3 Ratsfraktionen aber erhebliche  Zweifel, ob die hohen  Kosten in einem passenden Verhältnis zum Nutzen stehen. Schließlich leiteten sie das Thema zur weiteren Beratung an die Fraktionen weiter.

Stadt müsste 207 Räume ausstatten lassen

Mike Otte, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice und Soziales, erklärte, die Gesamtsumme, um 207 Klassen- und Kindergartenräume entsprechend auszustatten, belaufe sich – bei geschätzt 25.000 Euro pro Raum – auf 5,175 Millionen Euro.

Der Bundeszuschuss, der bereits bewilligt sei, beträgt nach Worten des Fachbereichsleiters  für die Räume in den 4 Grundschulen, der Haupt-, der Realschule und den 8 Kindergärten 3,84 Millionen Euro. Den Rest der Investition müsse die Stadt finanzieren.

Anlagen machen Masken und das Öffnen der Fenster nicht überflüssig

Weiter verwies Mike Otte auf ein Schreiben des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne an die Schulen und Lehrkräfte zum möglichen Einsatz von Lüftungsanlagen. Darin heißt es: "Auch wenn das Lüften in einem Raum technisch unterstützt wird, kann auf die Fensterlüftung nicht verzichtet werden. Es bleibt dann trotzdem dabei, dass in regelmäßigen Abständen die Fenster geöffnet werden, der Einsatz von Lüftungsgeräten ist immer nur ergänzend zu sehen, nicht ersetzend. Gleiches gilt für das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung. Auch das fällt nicht weg, wenn eine Luftfilteranlage o.Ä. zum Einsatz kommt."

Vor der öffentlichen Zusammenkunft am Mittwoch im Rathaus hatten die Politiker unter Leitung ihrer Vorsitzenden Natalie Schwarz (CDU) die Hauptschule besucht und sich dort auch über die RLTA-Alternative Fensterlüfter informiert. Die könnten aber lediglich eine Unterstützung bei der Raumbelüftung sein, hieß es.

Der CDU-Ratsherr Jens Droppelmann rechnete vor, bei einer mittleren Haltbarkeit von 12,5 Jahren fielen bei einer RLTA unter Berücksichtigung der Mittel für die Abschreibung, Wartung und den Strom rund 3.200 Euro pro Raum an. Das wären unter dem Strich pro Jahr rund 660.000 Euro.

"Wir hauen einen Millionenbetrag für die Anlagen raus und bleiben auf den Betriebskosten sitzen."Jens Droppelmann, CDU-Fraktion

Björn Böttjer von der Firma Beierle, die die Stadt hinsichtlich der lüftungstechnischen Fragen in den Schulen und Kindergärten berät und ebenfalls Kosten und Folgekosten ermittelt hat, kam sogar auf jährlich aufzubringende Mittel von insgesamt 782.000 Euro.

"Wir hauen einen Millionenbetrag für die Anlagen raus und bleiben auf den Betriebskosten sitzen", erklärte Jens Droppelmann. Er halte die Investition in die Anlagen deswegen nicht für gerechtfertigt.

Wolfgang Friemerding von der FDP-Fraktion sprach von "erschreckenden Kosten". Auch im Verhältnis zu dem, was die Stadt letztlich in den Schulen und Kindergärten erreiche. Und: Aus dem Ministerbrief an die Schulen gehe eindeutig hervor, dass auch nach der Inbetriebnahme solcher Anlagen die Lüftung der Räume durch das Öffnen der Fenster notwendig bleibe.

„Es ist zumutbar, dass Kinder einmal in 45 Minuten Unterricht etwas kälteren Temperaturen ausgesetzt sind.“Wolfgang Friemerding, FDP-Fraktion

Gegen die sogenannte Fensterlüftung spricht nach Ansicht Wolfgang Friemderings nichts: "Es ist zumutbar, dass Kinder einmal in 45 Minuten Unterricht etwas kälteren Temperaturen ausgesetzt sind."

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Heiko Bertelt bezweifelte zudem, dass eine schnelle Lieferung von raumlufttechnischen Anlagen ob der möglicherweise großen Nachfrage überhaupt möglich sei. Er favorisiere sogenannte CO2-Ampeln, die deutlich anzeigten, wann ein Raum belüftet werden muss.

Politiker setzen auf CO2-Ampeln

Die Kosten pro Ampel belaufen sich nach Angaben Mike Ottes auf 200 bis 300 Euro. Es gebe für den Kauf Fördermittel des Landes.

Die Grundschulen seien mit entsprechenden Geräten, deren Einsatz auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Hörnschemeyer für sinnvoll hält, bereits ausgestattet. Für die Haupt- und die Realschule sowie die Kindertagesstätten müsste die Stadt allerdings noch Ampeln anschaffen.

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