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Dammes "Repair-Café" steht für gelebte Nachhaltigkeit

Weggeworfen sind defekte Sachen schnell. Doch manchmal lässst sich ein Defekt schnell beheben. Rainer Kuhlmann und seine Mitstreiter haben ein Händchen zur Fehlerbeseitigung.

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Was nicht geht, wird gängig gemacht: Rainer Kuhlmann ist im „Repair-Café“-Team der Fachmann für Uhren. Aber auch andere Gegenstände bekommt er wieder ans Laufen.   Foto: Röttgers

Was nicht geht, wird gängig gemacht: Rainer Kuhlmann ist im „Repair-Café“-Team der Fachmann für Uhren. Aber auch andere Gegenstände bekommt er wieder ans Laufen.   Foto: Röttgers

Manfred Düvel dachte schon, dass er seinen ziemlich teuren Nass- und Trockenstaubsauger der Firma Kärcher nun einfach wegwerfen müsse, nachdem der nicht mehr funktioniert hatte. „Einfach klasse, dass du es wieder hinbekommen hast!“, urteilte der Dammer, nachdem er sein Gerät Rainer Kuhlmann im „Repair-Café“ in der Scheune Leiber in Damme gezeigt hatte und dieser die ursächliche Verstopfung ziemlich schnell behoben hatte.

"Heute ist dieser Gedanke der Nachhaltigkeit aktueller denn je."Rainer Kuhlmann, "Repair-Café"

"Reparieren statt Wegwerfen" lautet die der Einrichtung dazu zugrundeliegende Idee, die der Uhrmachermeister Kuhlmann und der ehemalige Gymnasiallehrer Gerd Goliberzuch vor vier Jahren zusammen mit Mitgliedern des Kunst- und Kulturkreises heraus für die Dammer Bevölkerung entwickelten.

Nachhaltigkeit hilft, Müll zu verhindern

Gerd Goliberzuch, selbst Kind der Nachkriegsgeneration, hat nach eigenen Worten den "bewussten und sparsamen Umgang mit Ressourcen schon von Kindesbeinen an" gelernt, aber auch erfahren müssen. "Heute ist dieser Gedanke der Nachhaltigkeit aktueller denn je", erklärte Kuhlmann gegenüber OM-Medien mit Blick auf den gelebten Umwelt- und insbesondere Klimaschutz. Denn wenn etwas noch einmal repariert werden könne, dann müsse kein neues Produkt mit viel zusätzlicher Energie hergestellt werden, und auch Müll könne so vermieden werden.

"Ich freue mich immer sehr, wenn ich den Fehler gefunden habe und es wieder funktioniert."Rainer Kuhlmann, "Repair-Café"

"Ich freue mich immer sehr, wenn ich den Fehler gefunden habe und es wieder funktioniert", erklärt Rainer Kuhlmann, der selber leidenschaftlichen Spaß am "Tüfteln" verspürt. Denn oft sei der Fehler schnell gefunden und auch beseitigt. "Viele Geräte verlieren im Laufe ihres Lebens ihre Funktion, weil einfach nur das Schmierfett in ihnen verstockt ist", wusste der Reparaturexperte.

"Das größte Teil zur Reparatur war mal ein uralter Trecker."Rainer Kuhlmann, "Repair Café"

Neben Kuhlmann, der insbesondere Fachmann für Uhrentechnik ist, gehören Hutmacherin Karin Nagl, Elektriker Manfred Pawellek, Elektroniker Markus Bocklage, Künstler Heinz Jürgen und Privatier Heinz-Jürgen Myl zum ständigen Team des "Repair-Cafés" in Damme. "Einer hat immer die zündende Idee", was wohl noch machbar ist, wenn an Dingen bereits der Zahn der Zeit genagt hat und es nicht mehr läuft", meinte Kuhlmann.

Menschen zeigen sich dankbar für die Hilfe

Im Laufe der Zeit habe das Reparaturteam schon einige "Kuriositäten" erlebt. "Das größte Teil zur Reparatur war mal ein uralter Trecker", blickte Kuhlmann zurück. "Und eine ältere Dame hatte anfangs eigentlich gar nichts zu reparieren gehabt und wollte einfach nur selbst gebackenen Kuchen als Dankeschön für uns vorbeibringen, weil sie von der Idee so begeistert war", erinnerte sich der Uhrmachermeister.

Sie sei dann aber mit einer weiteren Dame ins Gespräch gekommen, die eine Clownfigur aus den 1970er Jahren als Erinnerungsstück an ihren verstorbenen Mann vorbeigebracht hatte, in der die Batterien irreparabel auf ein Tonband ausgelaufen seien. "Genau so eine Figur hatte die erste Dame tatsächlich noch in ihrem Schrank daheim stehen", erklärte Kuhlmann, wie "glücklich manche Zufälle" auch sein könnten.

"Da musste einfach nur ein Schalter ausgetauscht werden."Rainer Kuhlmann, "Repair-Café"

"Fast haltbar für die Ewigkeit" sei ein Toaster der Marke "Rowenta" aus dem Jahre 1956. "Da musste einfach nur ein Schalter ausgetauscht werden, und es konnte wieder knusprig leckeres Toastbrot geben", sagte Kuhlmann weiter, der für die Bürger noch einen Verbrauchertipp parat hielt. "Am besten, der Kunde kauft Qualität, denn dann gibt es meistens noch viele Jahre die notwendigen Ersatzteile."

  • Info: Das nächste "Repair-Café" ist am 4. Dezember (Samstag), 14 bis 17 Uhr, in der Scheune Leiber.

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