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Dammer Sternfreunde blicken in die Unendlichkeit

Seit 1986 verbindet der Verein Astronomie-Begeisterte. Der Vorsitzende Ludger Ihlendorf erklärt die Arbeit der Mitglieder und was ihn an den Sternen begeistert.

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Das große Poster der Sterne: Seine Begeisterung für das Weltall kann Ludger Ihlendorf bei Vorträgen gut anhand des großen Bildes veranschaulichen. Foto: E.Wenzel

Das große Poster der Sterne: Seine Begeisterung für das Weltall kann Ludger Ihlendorf bei Vorträgen gut anhand des großen Bildes veranschaulichen. Foto: E.Wenzel

Wer sucht, der findet. Ludger Ihlendorf sucht nach Dingen, bei denen kaum einer weiß, dass es sie gibt: besondere Sternenbilder, Wolkenformationen oder Halos. Er ist der Vorsitzende des Clubs der Sternfreunde Damme. Seit 1986 treffen sich die Mitglieder regelmäßig, um sich über ihr Interesse, die Astronomie, auszutauschen.

Teilnehmen kann jeder. Alle Mitglieder des Clubs sind Amateur-Astronomen, wie auch ihr erster Vorsitzender Ihlendorf. Mit 12 Jahren habe er immer wieder Bücher über die Sterne gelesen und sich die Sternbilder gemerkt. Als er sie dann am Nachthimmel suchte, fiel auf: In Echt haben Sternenbilder keine Striche zwischen den Punkten, erzählt der Dammer lachend. In der Zeitung las er 1976 von einer Mondfinsternis. "Dann bin ich einfach dabei geblieben", erklärt Ihlendorf, der von Beruf Tischler ist. Dem Dammer Club trat er ein Jahr nach der Gründung bei.

Der Club begrüßt jeden interessierten Besucher

Dort hat er nun die Möglichkeit sich mit anderen Astronomie-Interessierten auszutauschen. Alle zwei Wochen treffen sich die circa 20 Mitglieder in der Grundschule Rüschendorf, um über die neuesten Entdeckungen zu reden, oder Aufnahmen und Ideen auszutauschen. Auch Außenstehende können zu den Treffen kommen. Ihlendorf erklärt, dass es für Mitglieder nur eine Voraussetzung gibt: "Sie müssen einfach Interesse mitbringen und Fragen stellen."

Auch was das Equipment angeht, sind die Sternfreunde offen. Dieses hängt darüber hinaus von ihrem Interessensgebiet ab. "Einige gucken den Mond an, andere nutzen ein Equipment von 10.000 Euro und gucken die Galaxie an", sagt Ihlendorf. Astro-Fotografie oder sogar Astro-Filme zu machen, sei beispielsweise aufwendig. Über Nacht müsste man die Aufnahmen machen, sie dann auswerten, zusammenlegen und bearbeiten. "Da muss man sich auch reinsteigern", bewundert der Vorsitzende. Er könne so etwas nicht. Aber auch hier gilt: "Da braucht man nicht zwingend das große Gerät, nur die Idee", erklärt der Dammer.

Ihlendorf persönlich sei eher an Meteorologie interessiert – sei es Mondregenbögen oder leuchtende Nachtwolken. "Das passiert ja auch über unseren Köpfen", meint er. Generell hätten es ihm aber die Weiten des Universums angetan – die Unendlichkeit. "Als das Licht von der Andromedagalaxie abgesandt wurde, gab es den Homo Sapiens noch nicht", erläutert er. Und genau dieses Licht würden wir nun wahrnehmen. Allein die Entfernung bis zum Saturn könne man sich kaum vorstellen und trotzdem könne er den Planeten mit seinem eigenen Equipment beobachten. "Wenn man den dann im Okular hat, ist das faszinierend", beschreibt der Hobby-Astronom.

Wie Wellen ändern sich die Sterne stetig

Und was er beobachtet, sei nie langweilig: Beobachte man dieselbe Stelle, habe sich nach einer Stunde schon etwas geändert. So sei es beispielsweise beim Saturn möglich, dass der Ring des Gasriesen praktisch nicht zu sehen ist, weil er genau gerade steht – "und einige Minuten später, sieht man ihn wieder", erklärt Ihlendorf begeistert. 

Auch kann es vorkommen, dass sich Hobby-Astronomen einen Namen machen. "Manchmal entdeckt man etwas vor Experten", berichtet Ihlendorf. Mit der Zeit seien solche Entdeckungen aber seltener geworden. "Jetzt wird der Himmel automatisiert nach Kometen abgesucht. Da haben Amateure schlechtere Karten", erklärt der Dammer.

Wegen Corona sind Veranstaltungen und Vorträge des Clubs weggefallen

In Zukunft könnte sich der Vorsitzende vorstellen, dass der Club wieder mehr Vorträge und Ausstellungen abhält. Das sei in der Corona-Zeit eingeschlafen, da der Organisationsaufwand zu groß sei. In der Vergangenheit wurden aber beispielsweise mit dem Stadtjugendring Astronomie-Abende veranstaltet, an denen alle Interessierten mit den Clubmitgliedern bis tief in die Nacht die Sterne angucken konnten – mit und ohne Teleskop. Auch Ausflüge könnten wieder anstehen. Die Dammer Astronomen waren unter anderem schon in Effelsberg bei dem Radioteleskop oder in der Hamburger Sternwarte.

  • Info: Mehr Informationen zu dem Club der Sternfreunde Damme gibt es unter Telefon 05491/5617 oder per E-Mail (ludger.ihlendorf@ewetel.net) bei Ludger Ihlendorf.

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