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Dammer Start-up-Orchester ist auf sehr gutem Weg

Das Dammer Kolpingorchester benötigt Nachwuchs. Den sucht es nicht unter Kinder und Jugendlichen, sondern unter Erwachsenen. Das Projekt läuft seit Oktober 2019.

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Konzert vor einem Industriedenkmal: Bei einem Besuch der Zeche Zollverein in Essen packten die Mitglieder des Start-up-and-again-Orchesters ihre Instrumente aus und spielten unter der Leitung ihres Dirigenten und Ausbilders Josef Bruns einige Stücke.  Foto: Diesenhoff

Konzert vor einem Industriedenkmal: Bei einem Besuch der Zeche Zollverein in Essen packten die Mitglieder des Start-up-and-again-Orchesters ihre Instrumente aus und spielten unter der Leitung ihres Dirigenten und Ausbilders Josef Bruns einige Stücke.  Foto: Diesenhoff

Im Oktober 2019 hat das Kolpingorchester mit tatkräftiger Unterstützung der Dammer Bürgerstiftung Neuland betreten. Es gründete das Start-up-and-again-Orchester. Ein Orchester, dessen Aufgabe es ist, Nachwuchs für das in den vergangenen Jahren personell arg geschrumpfte Kolpingorchester auszubilden. Heute zählt es noch 13 aktive Mitglieder.

Etwas mehr als zwei Jahre später lässt sich sagen: Trotz Corona ist das Start-up-and-again-Projekt auf einem guten Weg. Insgesamt 14 Dammer Musikerinnen und Musiker haben sich in dem "Nachwuchs"-Orchester zusammengefunden.

Corona tat gemeinsamer Spielfreude keinen Abbruch

Auch Corona tat der gemeinsamen Spielfreude trotz monatelanger Unterbrechung des gemeinsamen Übungsbetriebs keinen nennenswerten Abbruch. Lediglich eine Musikerin habe sich zurückgezogen, sagt die Vorsitzende des Kolpingorchesters, Helga Meyerrose.

Dass das 2019 ins Leben gerufene Orchester so gut durch die Pandemie gekommen ist, verdanken die Verantwortlichen nach Angaben Alexanders Jerratschs, der Dirigent des Kolpingorchesters, vor allem Josef Bruns. Der Vollblutmusiker, der in Essen/Oldenburg eine Musikschule betreibt, ist seit Beginn Ausbilder der Mitglieder des Start-up-Orchesters.

Bürgerstiftung deckt einen Teil der Kosten

Einen guten Teil der dadurch entstehenden Kosten deckt die Bürgerstiftung, die über einen Zeitraum von zwei Jahren einen jährlichen Zuschuss von 5400 Euro zugesichert hat. Sie möchte so dazu beitragen, dass das Kolpingorchester wieder den Stellenwert im kulturellen Leben in Damme bekommt, den es früher einmal gehabt hat, sagt der Vorsitzender der Bürgerstiftung, Hans-Georg Knappik.

Er gehört auch zu den 14 Musikern im Start-up-Orchester, die das Spielen eines Blasinstruments lernen. Der heute 72-jährige Saxofonist ist das älteste Mitglied, das jüngste ist Mitte 20.

Josef Bruns ist mit den Leistungen Hans-Georg Knappiks und der anderen Musikerinnen und Musiker im Start-up-Orchester sehr zufrieden, obwohl wegen der Corona-Pandemie der Übungsbetrieb zunächst zwischen März und Juli 2020 und dann wieder von November 2020 bis Juli 2021 ruhte.

Zur Überbrückung gab es Online- und Einzelunterricht

Josef Bruns machte sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr aus der Not eine Tugend. 2020 erteilte er den Musikerinnen und Musikern drei Monate lang jede Woche jeweils eine halbe Stunde Online-Unterricht. Im Sommer dieses Jahres bot er in den Räumen seiner Musikschule Einzelunterricht an.

Diese Angebote haben nach Worten Helga Meyerroses einen großen Anteil daran, dass sich das Start-up-Orchester trotz hoher Hürden wegen der Pandemie sehr gut entwickelt hat. Außerdem: Es sei deutlich spürbar, dass in dem Orchester Erwachsene mitwirken, die aus eigenem Antrieb üben und spielen.

"Das ist schon eine ganz schöne Hausnummer."Josef Bruns, Ausbilder

"Sonst hätten wir dieses Niveau noch nicht", ergänzt Josef Bruns. Auf einer Skala von eins bis sechs (höchster Wert) bezifferte er das Niveau des Start-up-Orchesters mit "1,5 bis 2". "Das ist schon eine ganz schöne Hausnummer."

Und weil dem so ist, möchte der Ausbilder im kommenden Jahr das Repertoire erweitern. Umfasst es bereits unter anderem Märsche, Originalliteratur für Blasinstrumente und auch Filmmusik, plant der Essener, die Musiker und Musikerinnen 2022 auch an Musical-, Operetten- und Opernstücke heranzuführen. Zudem sollen sie lernen zu improvisieren.

Neues Start-up-Orchester soll im November 2022 starten

Das alles endet im Oktober kommenden Jahres. Dann sollen möglichst viele, am besten alle, der Start-up-Orchester-Mitglieder ins Kolpingorchester wechseln. Vorgesehen ist, dann ein neues Start-up-an-again-Orchester zu gründen, dessen Leitung wieder Josef Bruns übernehmen soll. Schließlich, sagt Helga Meyerrose, benötige das Kolpingorchester noch viel mehr neue Mitspieler.

Unterdessen treffen sich die aktuellen Musiker nicht nur jeden Montag ab 19.30 Uhr in der Pausenhalle der Realschule zum Üben, sondern derzeit auch mittwochs mit dem Kolpingorchester. Beide wollen den Gottesdienst an Heiligabend (24. Dezember) in der St.-Viktor-Kirche musikalisch gestalten, wenn es denn die Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt.

Corona-Lage entscheidet über Auftritte in diesem Jahr

Ebenso will das Kolpingorchester am 11. Dezember (Samstag) im Rahmen der Veranstaltung „Musik in der Stadt“ der Bürgerstiftung auftreten, wenn Corona den Verantwortlichen nicht einen Strich durch die Rechnung macht.

Sein erstes größeres Konzert plant das Start-up-and-again-Orchester am 19. Dezember (Sonntag) ab 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Damme. Kleinere Konzerte hat das Orchester bei  den Seniorenheimen Haus Am Ohlkenberg und Haus Maria-Rast bereits gegeben. Und auch vor dem Industriedenkmal Zeche Zollverein in Essen packten die Musiker ihre Instrumente aus und spielten.

Ein eigener Probenraum wäre sehr hilfreich

Bei aller derzeitigen Zufriedenheit, eines wünschen sich die beiden Orchester: einen eigenen Probenraum, den ausschließlich sie nutzen. "Das würde uns ganz gewiss sehr helfen", sagt Helga Meyerrose.

  • Info: Wer sich für das Start-up-Orchester ab Oktober 2022 anmelden oder einen Probenraum zur Verfügung stellen möchte, kann sich per E-Mail an helga.meyerrose@kolpingorchester-damme.de melden.

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