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Dammer Naturschützer wissen: Ein guter Schnitt lässt Bäume besser wachsen

Einmal im Jahr rücken Naturschützer auf der Streuobstwiese im Bexaddetal mit Gartenscheren an. Dann müssen sie Äste entfernen und die 69 Obstbäume in Form bringen.

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Das fachgerechte Beschneiden gehört dazu: Regelmäßig um 69 Obstbäume kümmern sich im Zuge der Pflege der Streuobstwiese (von links) Antonius Viefhues, Wolfgang Steinemann und Bruno Lewandowski.   Foto: Lammert

Das fachgerechte Beschneiden gehört dazu: Regelmäßig um 69 Obstbäume kümmern sich im Zuge der Pflege der Streuobstwiese (von links) Antonius Viefhues, Wolfgang Steinemann und Bruno Lewandowski.   Foto: Lammert

Am 22. Oktober 1998 titelte die OV „Krügers Dickstiel wächst demnächst in der Wienerei“. Damals hatte die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) im Dammer Stadtteil Wienerei im Bexaddetal eine 1 Hektar große Fläche unterhalb des damaligen Benediktinerklosters gepachtet.

Auf dem Areal entstand eine Streuobstwiese. Seinerzeit setzten die Naturschützer 80 Hochstamm-Obstbäume: 49 Apfel-, 14 Birn-, 13 Pflaumen- und Mirabellen- sowie 4 Kirschbäume. Dem Nabu gelang es, Baumpaten zu finden, die einen Beitrag von 30 Deutschen Mark pro Jahr zahlten und im Gegenzug das Obst abernten durften. Heute sind es 25 Euro.

Patenschaftseinnahmen finanzieren die Ausgaben

Mit diesem Geld finanzierte und finanziert der Nabu die Pflegemaßnahmen auf der Streuobstwiese und an den Bäumen. Derzeit stehen noch 69 auf der Wiese. Alle haben einen Paten. Vier potenzielle Paten befinden sich auf einer Warteliste.

Die Streuobstwiese gibt es also noch immer. Der amtierende Dammer Nabu-Vorsitzende Antonius Viefhues ist mit ihrer Entwicklung äußerst zufrieden, auch wenn die Wiese den Naturschützern einiges an Arbeit abverlangt. So haben er, Bruno Lewandowski und Wolfgang Steinemann dieser Tage wieder zu Ast- und Gartenscheren griffen, um einen Teil der Bäume auszuschneiden. Das angefallene Schnittgut entsorgten sie nicht einfach. Es wurde auf der Benjeshecke gelagert.

"Einmal im Jahr gehört das Bäumeschneiden zu unseren Aufgaben."Antonius Viefhues, Naturschützer

"Einmal im Jahr gehört das Bäumeschneiden zu unseren Aufgaben", sagte Antonius Viefhues. Zwischen 50 und 60 der Obstbäume bearbeiten die Naturschützer. Wichtig sei es auf Streuobstwiesen, die Bäume nicht auf Ertrag zu schneiden wie im kommerziellen Obstanbau, erklärte Bruno Lewandowski, der auf der Streuobstwiese von Beginn an Bäume schneidet.

Der Wuchs, sagte er, lasse sich über das Schneiden steuern. Erfolge das zu aktiv, würden sich in der Folge viele Wassertriebe bilden, die dem Baum die Kraft nehmen. Und in den ersten Jahren nach der Pflanzung dient der sogenannte Erziehungsschnitt zur Förderung des Wachstums und dem Aufbau einer stabilen Krone.

"Ich gehe überall ran, nur nicht an die Kirsche. Das ist ein anderer Baum."Wolfgang Steinemann, Naturschützer

Wolfgang Steinemann, der das Handwerk bei seinem Vater Theo erlernt hat, erklärte: "Ich gehe überall ran, nur nicht an die Kirsche. Das ist ein anderer Baum." Er sagte, dass es beim Schneiden von Apfel- und Birnbäumen Unterschiede gibt. So hätten die Apfelbäume eine eher runde und Birnbäume eine kerzenförmige Krone.

Antonius Viefhues hat mit Blick auf das Bäumeschneiden ein Projekt ins Auge gefasst, das er sehr gerne im kommenden Jahr umsetzen möchte, nachdem ihm bislang Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Dann soll auf der Streuobstwiese in der Wienerei ein Kurs stattfinden, in dem die Teilnehmer lernen, wie sie Bäume fach- und sachgerecht schneiden.

Streuobstwiesen haben wichtige ökologische Funktion

Streuobstwiesen, ergänzte der Vorsitzende, hätten neben der Bedeutung für den Erhalt alter Obstsorten auch eine wichtige  ökologische Funktion.

Sie seien ein besonders artenreicher Lebensraum. Neben über 6000 Obstsorten kämen mehr als 5000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten allein auf deutschen Streuobstwiesen vor.

Der Nabu hat seine Streuobstwiese im Bexaddetal im Laufe der Jahre ökologisch mehr und mehr aufgewertet. So legten die Naturschützer einen Libellenteich und einen Hirschkäfermeiler an. Ein Insektenhotel ist aufgebaut. Ein Imker hat Bienenstöcke aufgestellt. Und unmittelbar angrenzend an die Streuobstwiese ist ein Schmetterlingslehrpfad entstanden.

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