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Dammer Narren brennen auf Sessionsauftakt

Donnerstag, der 11.11., um 11.11 Uhr: Dann gibt Benno Goda den Startschuss für die 408. Dammer Fastnachtssession. Viele Narren denken aber schon weit über diesen Tag hinaus.

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Endlich wieder Narretei: Manche Dammer Jecken bereiten sich auch schon auf die Fastnachtsumzüge am 20. und 21. Februar kommenden Jahres vor. Archivfoto: Lammert

Endlich wieder Narretei: Manche Dammer Jecken bereiten sich auch schon auf die Fastnachtsumzüge am 20. und 21. Februar kommenden Jahres vor. Archivfoto: Lammert

"Wir freuen uns. Wir sind heiß wie Frittenfett." Diese beiden Sätze des erfahrenen Dammer Carnevalisten Reinhard "Delze" Meyer mit Blick auf die am Donnerstag (11.11.) beginnende 408. Dammer Fastnachtssession hätten mindestens auch 111 mal 111 andere Dammer Narren sagen können.

Denn nach einer komplett ins Wasser gefallenen 407. Session – Corona ließ grüßen – soll es nun endlich wieder närrisch turbulent in der Welthauptstadt des Carnevals zugehen.

Zutritt zur Scheune haben nur Genesene und Geimpfte

Ein wenig muss Benno Goda, der Präsident der Carnevalsgesellschaft von 1614, im Vorfeld des Sessionsauftaktes am Donnerstag um 11.11 Uhr auf dem Hubertusplatz unter der Narrensäule Wermut in den Becher des überquellenden Frohsinns schütten: An der Eröffnung kann zwar jeder teilnehmen, an der anschließenden Feier in der Scheune Leiber mit der Proklamation des neuen Ehrennarren (oder der Ehrennärrin, Benno Goda wollte sich auf Nachfrage nicht einmal auf das Geschlecht des/der zu Ehrenden festlegen) haben wegen der Corona-Pandemie nur diejenigen Zutritt, die entweder genesen oder geimpft sind – das Stichwort lautet 2G-Regelung.

Unterdessen freut sich nicht nur Delze Meyer auf die Session. Auch Helmut Wolf blickt ihr voller Optimismus entgegen. Schließlich soll er am 29. Januar (Samstag) wieder den ersten Teil der Seniorensitzung der Carnevalsgesellschaft im Gymnasium leiten.

"Ich freue mich einfach, dass die Lebensfreude nach dieser schlimmen Zeit wieder zurückkehrt."Helmut Wolf, Leiter der Seniorensitzung

Gerüchte, dass er in diesem Jahr an dem Tag, als die Senioren-Sitzung eigentlich stattfinden sollte, trotzdem zu Hause in seinen präsidialen Anzug geschlüpft ist, um so etwas Trost zu suchen, wollte Helmut Wolf nicht kommentieren. "Ich freue mich einfach, dass die Lebensfreude nach dieser schlimmen Zeit wieder zurückkehrt", sagte er stattdessen.

Das tun auch die Büttenredner, auf die nun aber konzentrierte Arbeit zukommt, damit sie am 15. Januar, bei der ersten Galasitzung, wie gewohnt allerbeste Unterhaltung abliefern. Büttenrednervater Heiko Bertelt gab aber schon mal Entwarnung: Fast alle sind trotz der Corona-Pause an Bord geblieben.

Lediglich Uli Finkemeyer, den es auf die Bretter zieht, die die Welt bedeuten, tritt nicht mehr auf. Dafür deutet sich ein neues Dreamteam in der Bütt an: Dr. Bert Mierke, auch im Carneval ob seiner sangeskräftigen Auftritte längst kein Unbekannter mehr, sondern ein höchst belebendes Element, und Elferrat Dirk Steinriede tun sich zusammen.

"Die Reden können geschrieben werden."Heiko Bertelt, Büttenrednervater

Das Programm haben die Büttenredner bei ihrem ersten Sessionstreffen am vergangenen Sonntag abgestimmt. "Die Reden können geschrieben werden", sagte Heiko Bertelt.

Bei diesem Treffen verabschiedete sich Benno Goda, der im Rahmen der Generalversammlung der Carnevalsgesellschaft am 27. Dezember das Präsidentenamt niederlegen wird, von den Büttenrednern. Mit Blick auf dessen Nachfolger meinte Heiko Bertelt: "Moritz Enneking wird sich mit uns vertragen können."

Ist der Wagen noch gut, wird er nur aufgehübscht

Diese Sorge treibt Delze Meyer und die übrigen 21 Pendler derzeit nicht um. Sie wollen am Wochenende ihren Umzugswagen inspizieren, der noch auf dem ehemaligen Erzbergwerkgelände geparkt ist. Vom Zustand hängt ab, wie es weitergeht.

Ist der Wagen nach zweijähriger Pause gut in Schuss, "dann werden wir ihn nur ein bisschen aufhübschen", teilte Delze Meyer mit. Letzteres passiert wie immer in der Halle des Dachdeckerbetriebs von Franz Kreis, der sie der fast 40 närrische Lenze zählenden Gruppe "Die Pendler" immer wieder bereitwillig zur Verfügung stellt.

Sollten die Schäden aber größer sein, dann werden die zwei mal elf Pendler den Wagen wohl komplett abräumen müssen. Ins Auge gefasst ist, wie vor zwei Jahren bei den größten und schönsten Fastnachtsumzügen der Welt, auch bei denen am 20. und 21. Februar als Hippies aufzulaufen.

Carneval ist für die Tourismusbranche wichtig

In einem solchen Kostüm wird der Geschäftsführer der Tourist-Information Dammer Berge, Bernd Stolle, definitiv nicht an den Umzügen teilnehmen. Was er tragen wird, ließ er offen, die Spannung soll bleiben.

Er betrachtet die 408. Session aber nicht nur unter närrischen, sondern auch unter touristischen Gründen. Vor allem der Straßencarneval habe höchst positive Auswirkungen: die Gäste-Übernachtungszahlen sind hoch, der Tagestourismus boomt, der Carneval bedeutet einen erheblichen Imagegewinn für die gesamte Region.

Unterdessen hat Helmut Wolf schon mal seinen Präsidentenanzug und weitere präsidiale Würdenzeichen aus dem Schrank geholt. Und die Akte mit der Aufschrift "Galasitzung der Senioren" liegt bereits auf dem Schreibtisch, stets bereit, Zettel mit guten Einfällen für die Moderation aufzunehmen. Und Einfälle hat Helmut Wolf für die Sitzung schon jede Menge.

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