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Dammer Lichtermeer erstrahlt für Frieden und Freiheit

Alle fünf Dammer Schützenvereine haben am Freitagabend die Bürger der Stadt zur Solidarität mit der Ukraine und gegen den Krieg aufgerufen. Mehr als 1000 Lichter erstrahlten.

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Dammes Bürgermeister Mike Otte (rechts) zeigte sich tief bewegt von der Resonanz zur Lichterkette der Schützenvereine gegen den Krieg in der Ukraine. Foto: Röttgers

Dammes Bürgermeister Mike Otte (rechts) zeigte sich tief bewegt von der Resonanz zur Lichterkette der Schützenvereine gegen den Krieg in der Ukraine. Foto: Röttgers

Ein Lichtermeer erstrahlt in Damme als Zeichen gegen Krieg und Gewalt und für Frieden und Freiheit in der Welt. Die fünf Dammer Schützenvereine haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen. Dazu haben sie alle Dammer Bürgerinnen und Bürger am Freitagabend zur Dämmerungszeit aufgerufen, sich auf dem Kirchplatz St. Viktor mit einer Kerze zu versammeln. Dort haben die Bewohner Dammes eine Lichterkette gebildet als starkes Zeichen gegen den Angriffskrieg Wladimir Putins.

Alle fünf Schützenvereine hätten diesen Entschluss zur Lichterkette einmütig gefasst, erklärte vorweg der stellvertretende Dammer Schützenpräsident Rainer Scheper im Namen aller Schützenvereine. Das, „woran wir auf unseren örtlichen Schützenveranstaltungen vor den Kriegerdenkmälern seit Generationen erinnert hatten, (ist) nämlich an Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung, plötzlich ganz nahe hier in Europa Realität geworden“, bekräftigte Scheper die Entscheidung dieser Gedenk- und Mahnstunde insbesondere durch die Schützenvereine zu organisieren.

Diesem Aufruf folgten am Freitagabend nicht nur zahlreiche Mitglieder der befreundeten Schützenvereine Damme, Glückauf, Osterfeine, Rüschendorf sowie der Schützenbruderschaft St. Viktor Rottinghausen, sondern viele Dammer Bürgerinnen und Bürger, so dass sich in der Abenddämmerung rund 1000 Lichter den Platz mit Licht fluteten.

Otte: Wir müssen auch später "Nächstenliebe" zeigen

Die evangelische Pastorin Wiebke Range und Pfarrer Heiner Zumdohme von St. Viktor hielten als Vertreter der beiden Kirchengemeinden Ansprachen. Dammes Bürgermeister Mike Otte zeigte sich „überwältigt von der Resonanz“ und dankte allen, die gekommen waren sehr herzlich. „Ich bin tief beeindruckt!“, so Otte wörtlich und sichtlich bewegt von so viel „gelebter Nächstenliebe“. Er erklärte zur Friedensaktion, dass es wichtig sei, als „bekennende und überzeugte Europäer die Stimme zu erheben und Solidarität mit der Bevölkerung in der Ukraine wahrnehmbar zum Ausdruck“ zu bringen.

„Es freut mich ganz besonders, dass die fünf Dammer Schützenvereine im Rahmen einer gemeinsamen Initiative zur Teilnahme an einer Lichterkette einladen.“ Otte dankte den Schützenvereinen als Initiatoren ebenfalls herzlich. „Doch wir wissen, dass in der Ukraine eine humanitäre Katastrophe droht, da viele Menschen das Land bereits verlassen haben oder noch flüchten werden“, mahnte der Bürgermeister auch im Hinblick auf die noch bevorstehende Zeit. „Dann haben wir erneut die Möglichkeit, unsere „Nächstenliebe“ zu zeigen, denn zu uns kommenden Menschen, denen wir notwendigen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können“, sagte der Christdemokrat. Aber auch dies sei nur möglich, weil zahlreiche Privatleute leer stehenden Wohnraum kostenlos für die Unterbringung von Flüchtlingen überlassen haben, dankte Dammes Bürgermeister.

„Jede und jeder von uns kann Ausgrenzung, Hass und Gewalt ein helles Licht entgegensetzen.“Pastorin Wiebke Range

„Wladimir Putin ganz allein hat sein Land durch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine in die Isolation geführt“, stellte Otte fest. Diese Aggression gehe aber nur vom russischen Präsidenten selber aus, nicht vom russischen Volk, rief Otte ins Bewusstsein, für den der Abend auch „ganz besonders in der Geschichte unserer Stadt“ sei.

„Jede und jeder von uns kann Ausgrenzung, Hass und Gewalt ein helles Licht entgegensetzen“, rief die evangelische Pastorin Range der Kirchengemeinde „Zum guten Hirten“ auf. „Hier in unserem Dammer Miteinander der vielen verschiedenen Menschen, auch aus Russland, aus der Ukraine, aus Belarus, aus Polen, Rumänien und Moldawien, Litauen, Estland und Lettland – und genauso im Miteinander aller Menschen auf der Welt.“

Range wolle „Solidarität und Hoffnung zeigen“ für die Menschen, die im Kriegsgebiet in größte Not geraten seien und für alle Menschen, die unter den Folgen litten, die im Sog dieser Eskalation der Gewalt entstünden.

„Wir wollen Gott bitten, dass er inmitten einer Menschheit, die gespalten und zerrissen ist, mit seinem Geist die Herzen aller Menschen bewegt, so dass Feinde wieder miteinander sprechen.“Pastor Heiner Zumdohme

Pastor Heiner Zumdohme wünschte sich, dass mit diesem Lichtzeichen die „Bereitschaft zum Frieden und zur Versöhnung“ ausgehe: „Wir wollen Gott bitten, dass er inmitten einer Menschheit, die gespalten und zerrissen ist, mit seinem Geist die Herzen aller Menschen bewegt, so dass Feinde wieder miteinander sprechen. Gegner sich die Hände reichen und einen Weg zueinander suchen, dass der Wille zum Frieden den Streit und die Spaltung und den Krieg beendet, Verzeihung den Hass überwindet und Rache der Vergebung weicht!“, bat der Geistliche.

„Ich weiß nicht, wie lange dieser Krieg uns noch begleiten wird“, gab Zumdohme zu bedenken, „aber ich lebe immer aus der Hoffnung und möchte allen die Zukunftsangst nehmen und Zuversicht geben und alle daran erinnern, wie viele Krisen wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten überwunden haben!“ Die Menschen hätten trotz allem Grund zur Hoffnung: „Machen wir uns selbst nicht klein und seien nicht ängstlich! Packen wir die Zukunft trotz aller Bedrohung an: Nichts leuchtet stärker als die Idee der Freiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Demokratie in den Köpfen und Herzen der Menschen!“

Aus der Ferne hörten die Teilnehmer auf dem Kirchplatz übrigens auch kurz gegen 19 Uhr die Hupsignale von Hilfsfahrzeugen, die sich in einem Konvoi aus Lkw und Bullis mit Hilfsgütern von Damme aus in Richtung Polen auf den Weg gemacht haben. Organisiert hatte diese Hilfsaktion Lana Ebel von der Gruppe „Artistikka“ mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützern.

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