Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Dammer Krankenhaus sorgt für Schlagzeilen

2021 ist ein Jahr, das die Verantwortlichen des Krankenhauses St. Elisabeth wahrscheinlich am liebsten ganz schnell vergessen möchten. Über Monate gab es heftige Diskussionen.

Artikel teilen:

Jahre lang war es um das Dammer Krankenhaus St. Elisabeth eher ruhig gewesen. Doch 2021 rückte die Einrichtung über viele Monate in den Blickpunkt des Interesses, und das keineswegs aus erfreulichen Gründen für die Beteiligten.

Anfang März schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Damals präsentierte Pfarrer Heiner Zumdohme, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Krankenhauses, den neuen Geschäftsführer Dr. Niklas Cruse, den die Gesellschafter als Nachfolger Ralf Grieshops angestellt hatten. "Wir freuen uns, dass Sie jetzt hier sind und wünschen Ihnen einen guten Erfolg", sagte der Geistliche in Richtung Dr. Cruse. 

Führungsstil des Geschäftsführers kam bei den meisten nicht gut an

Indes, nach nur wenigen Wochen rumorte es innerhalb der Mitarbeiterschaft. Der Führungsstil des neuen Geschäftsführers kam bei den meisten nicht gut an. Es war die Rede von mangelnder Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.

Endgültig in die Schlagzeilen geriet das Krankenhaus mit der Entscheidung der Gesellschafterversammlung, dass sich die Einrichtung zum 1. Juli der Schwester-Euthymia-Stiftung anschließen wird. Ein Verbund, den bis dahin die ebenfalls katholischen Krankenhäuser Vechta, Lohne und Cloppenburg gebildet hatten. 

Die Verbindung der kirchlichen Krankenhäuser sei die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die nicht auf Konkurrenzdenken, sondern auf einem vertrauensvollen Miteinander beruhe, sagte Pfarrer Heiner Zumdohme. Die Stiftung ist seit dem 1. Juli Mehrheitsgesellschafterin der gemeinnützigen Gesellschaft Krankenhaus Damme. 

Mitarbeiter und Bürger fürchteten um Zukunft des Hauses

Während Teile der örtlichen Politik ebenso wie der Pfarrer den Beitritt zur Schwester-Euthymia-Stiftung als wichtigen Schritt zur Sicherung des Krankenhaus-Standortes Damme bewerteten, waren aus den Reihen der Mitarbeiterschaft und von vielen Bürgern ganz andere Töne. Sie fürchteten massiv um die Zukunft des Hauses. Mancher sagte eine Schließung von Fachabteilungen voraus. Ihnen schien in die Karten zu spielen, dass einige Chef- und Oberärzte ihre Kündigungen einreichten.

Der Dammer FDP-Vorsitzende Heiko Bertelt sprach seinerzeit wohl vielen Dammern aus der Seele, als er nach dem Bekanntwerden des Beitrittes zur Stiftung sagte: "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass das Dammer Krankenhaus der Verlierer sein könnte." In den Wochen danach äußerten sich auch andere örtliche Politiker und kritisierten eine mangelnde Transparenz bei den Entscheidungen der Gesellschafterversammlung.

Den Befürchtungen wegen einer möglichen Gefährdung des Krankenhausstandortes Damme hielten sowohl die Verantwortlichen des Krankenhauses St. Elisabeth als auch der Schwester-Euthymia-Stiftung entgegen, der Krankenhaus-Standort  sei nicht nur sicher, er solle auch gestärkt werden.  Aber das sei nur in einer Verbundlösung möglich. Das Land Niedersachsen habe zudem unmissverständlich klar gemacht, dass Fördermittel für das Krankenhaus ohne einen Verbund im Hintergrund undenkbar seien.

Die Idylle trügt: Monatelang gab es in diesem Jahr heftige Auseinandersetzungen vor und hinter den Mauern des Krankenhauses. Inzwischen scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein.   Foto: LammertDie Idylle trügt: Monatelang gab es in diesem Jahr heftige Auseinandersetzungen vor und hinter den Mauern des Krankenhauses. Inzwischen scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein.   Foto: Lammert

Mitten in die Debatten der Befürworter und Gegner des Beitritts zur Stiftung platzte Ende Juni die Nachricht, dass Dr. Cruse das Haus nach nur fünf Monaten zum 31. Juli verlassen werde. Inzwischen ist er seit dem 1. September Geschäftsführer des Klinikums Hannoversch-Münden.

Übergangsweise hat Dr. Martin Pohlmann, stellvertretender Caritas-Direktor des Landescaritasverbandes Oldenburg, die Geschäftsführung  des Krankenhauses übernommen, bis eine, so die Beteiligten, dauerhafte Lösung gefunden ist. Mit der Amtsübernahme Dr. Pohlmanns ist es deutlich ruhiger um das Krankenhaus geworden.

Inzwischen sind Zukunftsprojekte wie der Bau der neuen Zentralen Notaufnahme auf dem Gelände der ehemaligen Krankenpflegeschule in den Fokus gerückt. 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Dammer Krankenhaus sorgt für Schlagzeilen - OM online