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Dammer Hauptschüler reparieren Räder und machen Flüchtlinge mobil

Praktisches Arbeiten statt Theorie: Jugendliche haben Fundräder, die der Bauhof ausgesucht hatte, instand gesetzt. Inzwischen haben die ersten in Damme angekommenen Ukrainer Fahrräder erhalten.

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Hilfe, die ankommt: Mike Otte (2. von links) ließ sich von (von links) Hauptschullehrerin Annemarie Werner, Paul Bernd Haverbeck, Mattes Noah Joachimmeyer, Khaled Jdaan, Bernard kl. Hackmann, Elias Meyer-Wessel und Dr. Arnold ten Thoren über das Fahrradprojekt unterrichten.  Foto: Lammert

Hilfe, die ankommt: Mike Otte (2. von links) ließ sich von (von links) Hauptschullehrerin Annemarie Werner, Paul Bernd Haverbeck, Mattes Noah Joachimmeyer, Khaled Jdaan, Bernard kl. Hackmann, Elias Meyer-Wessel und Dr. Arnold ten Thoren über das Fahrradprojekt unterrichten.  Foto: Lammert

84 offiziell gemeldete Kriegsflüchtlinge aus der von Russland überfallenen Ukraine haben sich am Wochenanfang in Damme aufgehalten. Die Zahl ist in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen.

Noch hat sich nach Angaben von Bürgermeister Mike Otte aber für jeden Flüchtling eine Unterbringung gefunden. Entweder privat oder in von der Stadt angemieteten Wohnungen. Bislang musste die Stadt auch noch nicht auf die 30 Betten zurückgreifen, die sie in der Jugendherberge für Flüchtlinge reserviert hat.

Flüchtlinge brauchen über Wohnungen hinaus Hilfe

Doch allein mit der Unterbringung der Ukrainerinnen und Ukrainer ist es nicht getan. Sie benötigen auch darüber hinaus jede Menge Hilfe. In Sachen Fahrräder haben sie jetzt Unterstützung von der Hauptschule erhalten. Innerhalb kürzester Zeit standen 30 Drahtesel zur Verfügung. Dank einer unbürokratischen Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, dem Bauhof und eben der Hauptschule.

Der städtische Sozialarbeiter Gerd Dieter Braß hatte sich vergangene Woche an Hauptschulleiter Jan Runge gewandt und angesichts der bis vergangenes Jahr in der Schule betriebenen Fahrradwerkstatt gefragt, ob Schüler für Flüchtlinge Räder so in Gang setzen können, dass sie gebrauchstüchtig sind.

Rund 15 Schüler sind bei Projekt im Einsatz  

Die Schule konnte und wollte. Dr. Arnold ten Thoren, Lehrer für Werken und Technik, suchte rund 15 Schüler, die sich an 2 Vormittagen in 2 Gruppen daran machten, Räder auszubessern.

Dabei handelte es sich um sogenannte Fundräder, die auf dem Bauhofgelände an der Robert-Bosch-Straße zwischengelagert waren. Bauhofleiter Bernard kl. Hackmann und seine Mitarbeiter hatten aus etwa 80 Rädern, die eigentlich bei Jahrmärkten in der Stadt hätten versteigert werden sollen, was aber wegen der Corona-Pandemie ausfiel, die besten 30 ausgesucht und zur Hauptschule transportiert.

Jugendliche wechseln Schläuche und reparieren Bremsen

Dort übernahmen unter anderem Paul Bernd Haverbeck, Mattes Noah Joachimmeyer, Khaled Jdaan und Elias Meyer-Wessel die Reparaturarbeiten. Insgesamt 20 Räder setzten die Schüler wieder instand, indem sie zum Beispiel defekte Schläuche und Mäntel austauschten, die Bremsen reparierten und, so weit es ging, sich um die Beleuchtung kümmerten. Allen kam zugute, dass Fahrradreparaturen für sie kein Neuland waren.

"10 der Räder vom Bauhof haben wir aber nur ausgeschlachtet und mit den Teilen 10 andere Fahrräder aus den Zeiten unserer 2021 geschlossenen Fahrradwerkstatt repariert", sagte Dr. ten Thoren, der mit dem Projekt Hilfe für Menschen in Not und praktische Arbeit seiner Schüler verband.

Erste Drahtesel sind bereits an Ukrainer ausgegeben

Bernard kl. Hackmann hat derweil die ersten Räder bereits an Ukrainer ausgegeben. Die dürfen die Räder behalten, müssen sich aber eigenverantwortlich darum kümmern, die Drahtesel mit einer Beleuchtung auszurüsten, wenn die vorhandene nicht funktioniert.

Die Freude sei groß gewesen, sagte der Bauhofleiter, der nicht ausschloss, das ein oder andere Rad später wieder auf dem Bauhof zu haben, wenn der neue Eigentümer nach dem Kriegsende in die Ukraine zurückgekehrt ist.

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