Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Dammer Berge: Wohl nur geringe Gefahr durch Weltkriegsmunition

Im Frühjahr hatte ein Spezialunternehmen beim Signalberg nach Resten von gesprengten Kampfmitteln gesucht. Was ist das Ergebnis?

Artikel teilen:
Sorgte während des Frühjahrs-Lockdowns für Aufmerksamkeit: Schilder, die auf die Kampfmittelsuche aufmerksam machten. Archivfoto: Ebert

Sorgte während des Frühjahrs-Lockdowns für Aufmerksamkeit: Schilder, die auf die Kampfmittelsuche aufmerksam machten. Archivfoto: Ebert

Hinsichtlich der Suche nach Resten von gesprengten Kampfmitteln in den Dammer Bergen gibt es wohl Grund zur Entwarnung. Zwar stehe die "abschließende Gefährdungsabschätzung" in Form eines schriftlichen Berichts noch aus; die Niedersächsischen Landesforsten als Eigentümer des entsprechenden Waldabschnitts gehen aber nach derzeitigem Stand von einer geringen Gefahr aus, wie Pressesprecher Rainer Städing auf Anfrage erklärte. Insgesamt sei lediglich ein Flakgeschoss gefunden worden, sogenannte 2-Zentimeter-Munition.

Hintergrund ist ein Sucheinsatz einer Spezialfirma für Kampfmittelbergung, der im Frühjahr 2020 in den Dammer Bergen in der Nähe des Signalberges für Aufsehen gesorgt hatte. Grund für die Suche waren nach Angaben Städings Überlegungen, einen Forstweg auszubauen. Da etliche Sprengtrichter in unmittelbarer Nähe des in Frage stehenden Forstes liegen, waren die Untersuchungen offenbar notwendig geworden.

Nach dem jetzigen Stand werde das Gelände für normale forstwirtschaftliche Arbeiten freigegeben,  Bodenbearbeitungsmaßnahmen würden hingegen untersagt, erklärte Städing gegenüber OM online.

Mancher Waldweg war abgesperrt. Archivfoto: EbertMancher Waldweg war abgesperrt. Archivfoto: Ebert

Doch wie kommt es überhaupt zu den Sprengkratern in den Dammer Bergen? Nach Ende des Zweiten Weltkrieges haben britische Soldaten unterhalb des Signalberges Munitionsvorräte der "Luftmunitionsanstalt Damme" - auch "Muna Schelenhorst" genannt - gesprengt. Die Landesforsten gehen nach Angaben Städings mittlerweile davon aus, dass die Sprengtrichter zwischen Signalberg und Mordkuhlenberg "vermutlich (...) nur zur einmaligen Vernichtungssprengung" genutzt worden seien - und nicht mehrfach, wie damals nach Darstellung Städings offenbar durchaus üblich. Auch seien die Sprengungen offenbar sehr gründlich erfolgt. In anderen Fällen habe es nach Sprengungen nämlich etwa 20 Prozent Munitionsreste gegeben, fügte Städing an. Diese Befürchtungen hätten sich bei der Suche in den Dammer Bergen allerdings nicht bestätigt.

Insgesamt hatte das Spezialunternehmen KMB Kampfmittelbergung unter der Bauaufsicht eines Berliner Ingenieurbüros 25 Sondierungsflächen von jeweils 100 Quadratmetern im Umfeld der Sprengtrichter untersucht, da üblicherweise mit einer Streuung von Munitionsresten nach Sprengungen im Umkreis von 2 bis 300 Metern um die Trichter gerechnet werden müsse, wie der Pressesprecher erklärte. Auch ein solcher Trichter selbst war komplett abgesucht worden.

Auch eine chemische Verunreinigung konnte nicht festgestellt werden

Eine zusätzlich erstellte Bodenanalyse durch ein Ingenieurbüro aus Damme ergab nach Angaben der Landesforsten auch keine Anzeichen für eine chemische Verunreinigung des Boden zum Beispiel durch Sprengstoff wie TNT oder Abbauprodukte.

In 2020 hatten die Niedersächsischen Landesforsten nach Angaben Städings landesweit 6 Kampfmittelräumungen mit unterschiedlichem Umfang. Davon erstatte das Land Niedersachsen laut Gesetz 80 Prozent der Kosten. Die Restkosten würden nach Darstellung des Pressesprechers, wenn es sich so wie im Dammer Fall um "reichseigene" Munition handelt, über den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes und den Bund in jeweils unterschiedlicher Höhe erstattet.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Dammer Berge: Wohl nur geringe Gefahr durch Weltkriegsmunition - OM online