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Dammer ADFC fordert Radwegausbau

Beim ADFC-Klimatest 2020 hat die Stadt nur mittelmäßig abgeschnitten. Das bestätigt die Ortsgruppe des Fahrradclubs, die betont, dass Damme fahrradfreundlicher werden muss.

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Freie Fahrt für Fahrradfahrer: Die Dammer Einbahnstraße "Grüner Weg" ist für Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet. Foto: Kessen

Freie Fahrt für Fahrradfahrer: Die Dammer Einbahnstraße "Grüner Weg" ist für Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet. Foto: Kessen

Den bundesweiten Klimatest vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat Damme mit einer Note von 3,6 auf Platz 118 von 418 Städten in ihrer Ortsgrößenklasse abgeschlossen. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse sagte der Dammer ADFC-Ortsgruppenvorsitzende Matthias Dähne: "Wir fühlen uns von dem Ergebnis bestätigt." Jetzt konkretisiert der ADFC, was genau in Damme verbessert werden soll.

An der Befragung hatten in Damme 127 Personen und damit die meisten aller Orte im Landkreis Vechta teilgenommen. "Das ist ein guter Wert, unser Ziel war mindestens 50 Personen", freut sich Dähne. Trotzdem sei es nur ein "Stimmungsbild" und "nicht repräsentativ". Im Vergleich zu den anderen Orten in der Klasse bis 20.000 Einwohner fielen vor allem die Abstellanlagen (Note 4,1), Fahrraddiebstähle (3,6) und die Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr (4,7) negativ aus. 

Dähne für mehr Fahrradbügel in der Stadt

Bei den fehlenden Abstellanlagen hat Dähne eine klare Meinung: "Wir brauchen mehr Fahrradbügel, die von der Stadt aufgestellt werden." Es reiche nicht, wenn vereinzelt private Unternehmen selbst vor ihren Filialen Fahrradbügel zur Verfügung stellen, sagt Dähne. "Mit mehr Fahrradbügeln würden wir zum Beispiel auch Radtouristen zeigen, dass sie hier willkommen sind." Dähne schildert weiter: "Auf einem Auto-Stellplatz könnten 4 Bügel untergebracht werden, an denen 8 Fahrräder stehen könnten." Das wäre eine Maßnahme, die schnell umgesetzt werden könne.

Die Fahrradbügel würden zudem 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: "Das wirkt nämlich auch dem Diebstahl von Fahrrädern entgegen, da die Fahrräder am Bügel gesichert werden können." Bezüglich der Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sei die Bewertung ein wenig unklar. "Vielleicht wurde die Fahrradmitnahme schlecht bewertet, da im Landkreis Vechta generell wenig ÖPNV genutzt wird", mutmaßt Dähne. Daher sei es sinnvoll, die Fahrradmitnahme bei den moobil+ Bussen bekannter zu machen.

Alte Denke: "Die Radfahrer schaffen das schon"

Generell attestiert Dähne der Stadt Damme zwar ein "engagiertes Auftreten", fordert aber noch mehr Anstrengungen: "Es müssen mehr Radwege gebaut werden und Unebenheiten bei bestehenden Radwegen schneller ausgebessert werden." Ein Dorn im Auge sind Dähne die immer wieder auftretenden Engstellen entlang der Radwege: "Da hat man das Gefühl, dass die Planer noch die alte Denke 'Die Radfahrer schaffen das schon' in den Köpfen haben."

Positiv bewertet Dähne hingegen, wie auch die Befragten im ADFC-Klimatest, dass die Einbahnstraßen in Damme für die Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet sind. "Das ist zum Beispiel beim Grünen Weg an der Marienschule so", sagt Dähne. Außerdem befürwortet er die geplanten beidseitigen Radverkehrsstreifen an der Marien- und Lindenstraße, die außerdem zu einer 30er-Zone werden sollen: "Radverkehrsstreifen an sich sind zwar nicht das Optimum, aber in Verbindung mit der Geschwindigkeitsreduzierung schon eine Verbesserung."

Ziel für den nächsten Klimatest: Eine 2 vor dem Komma

"Wir nehmen die Entwicklung von Radwegen sehr ernst", sagt auch Kerstin Biestmann, Amtsleiterin "Planen" der Stadt Damme. "Wir haben einen Verkehrsentwicklungsplan aufgestellt und sind seit Jahren dabei, die Radwege zu verbessern." So etwas könne aber nicht "ad-hoc" geschehen. "Anhand des Verkehrsentwicklungsplans werden konkrete Projekte im Bereich der Radwege angeschoben", erläutert Biestmann weiter. Zudem arbeite man eng mit der ADFC-Ortsgruppe zusammen. Dähne bestätigt, dass bald ein Austausch mit der Stadt zu den Ergebnissen des Klimatests stattfinden soll.

"Wer erstmal mit dem Radfahren angefangen hat, bleibt auch dabei."Matthias Dähne, ADFC-Ortsgruppenvorsitzender Damme

"Ziel muss es sein, dass mehr Menschen aufs Rad steigen", findet Dähne. Gerade die kürzeren Strecken könnten gut mit dem Rad bewältigt werden. Und Dähne verspricht: "Wer erstmal mit dem Radfahren angefangen hat, bleibt auch dabei." Beim nächsten ADFC-Klimatest 2022 wünscht sich Dähne, dass "eine 2 vor dem Komma" steht. "Und es wäre schön, wenn es Ergebnisse für alle Kommunen im Landkreis Vechta geben würde."

ADFC Damme will Lastenfahrräder anschaffen

Derweil rückt das Vorhaben der ADFC-Ortsgruppe, 2 Elektro-Lastenfahrräder anzuschaffen, immer näher. Nun überreichte der Dammer Filialleiter der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), Michael Landwehr, eine weitere Spende in Höhe von 1000 Euro. Die Mittel stammen aus Mitteln des LzO-Gewinnspiels "Sparen und Gewinnen“. Die Lastenfahrräder sollen den Dammer Bürgern demnächst an wechselnden Standorten kostenlos zur Ausleihe zur Verfügung stehen. Beispielsweise für den Einkauf oder auch für einen Familienausflug am Wochenende." Unser Ziel ist es, so viele Autofahrten wie möglich einzusparen. Klimaschutz sollte uns allen eine wichtige Sache sein“, sagt Dähne.

Matthias Dähne (links) und Stefan Bernholt freuten sich über die Spende der LzO, die vom Dammer Filialleiter Michael Landwehr überreicht wurde. Foto: OevermannMatthias Dähne (links) und Stefan Bernholt freuten sich über die Spende der LzO, die vom Dammer Filialleiter Michael Landwehr überreicht wurde. Foto: Oevermann

Das Projekt ist zunächst auf 3 Jahre ausgelegt. Neben der LzO unterstützen auch die Unternehmen Zerhusen, Elektro Diekmann, das Autohaus Goda, das Fahrradhaus Goda, Beja Media sowie die ADFC-Kreisgruppe das Vorhaben. Weitere Mittel stammen aus der Stiftung Windpark Borringhauser Moor.

  • Info: Um das Projekt vollständig finanzieren zu können, sucht die ADFC-Ortsgruppe noch einen weiteren Sponsor. Als Kontakt steht Matthias Dähne (Telefon 0151/64674898) zur Verfügung.

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