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Corona-Zahlen steigen im Kreis Vechta weiter an

Das Vechtaer Gesundheitsamt meldet 40 neue Fälle. Die CDU und auch Vechtas Bürgermeister Kater (SPD) fordern indes ein Pilotprojekt nach dem "Tübinger Modell".

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Symbolfoto: dpa

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Im Landkreis Vechta gibt es am Donnerstag 40 Neuinfektionen mit dem Coronavirus (18. März, 17 Uhr). Das meldet das Vechtaer Gesundheitsamt. Von den neuen Fällen ist auch der St. Elisabeth Kindergarten in Neuenkirchen-Vörden betroffen. Eine Mitarbeiterin hat sich mit dem Virus infiziert. Für 9 Kinder sowie 3 weitere Mitarbeiterinnen wird deshalb vom Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet. Die Neuinfektionen verteilen sich insgesamt über 9 der 10 Städte und Gemeinden.

Zudem steigt die Zahl der Corona-Todesfälle: Ein 73-jähriger Mann ist an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er litt nach Angaben der Behörde unter Vorerkrankungen und musste zuletzt stationär behandelt werden. Die Zahl der Covid-19-bedingten Todesfälle steigt damit auf insgesamt 78. 

Kreis-CDU und Vechtas Bürgermeister Kater hoffen auf Pilotprojekt nach "Tübinger Modell"

Auf die Erprobung des "Tübinger Modells", das eine Öffnung an Schnelltests koppelt, setzt unterdessen die CDU im Kreis Vechta in ihrer jüngsten Forderung an Hannover. Auf Kosten des Landes sollen sich die Bürgerinnen und Bürger in einem der kommunalen Schnelltestzentren untersuchen lassen. Sind sie negativ, können sie "tagesaktuell" einkaufen, Essen gehen oder kulturelle Angebote nutzen. "Der Landkreis Vechta könnte sich hier (...) als Pilotregion anbieten, da die Kontaktverfolgung gewährleistet ist und in jeder Stadt- und Gemeinde ein Testzentrum in Betrieb ist, also sowieso schon sehr viel getestet wird", schreibt der CDU-Kreisvorsitzende André Hüttemeyer. 

Vechtas Landrat Herbert Winkel gefällt der Vorschlag. "So ließen sich Erfahrungen darüber sammeln, wie behutsame Öffnungen möglich würden, ohne dass damit ein Anstieg von Neuinfektionen einhergeht. Angesichts der aktuellen Fallzahlen sind breit angelegte Schnelltests der einzige Weg, um die Bevölkerung gegen die Risiken möglicher Lockerungen abzusichern", schreibt er.

Einen Brief mit einem ähnlichen Vorschlag hat auch Vechtas SPD-Bürgermeister Kristian Kater an den Landeschef gerichtet. Er wirbt konkret für Vechta als Standort eines Modellversuchs – die Ausweitung auf den Landkreis sei denkbar, heißt es in einer Mail. Und weiter: „Unsere Vechtaer Innenstadt ist strukturell in der Lage an den Ein- und Ausgängen Schnellteststationen einzurichten“, erklärt Kater in dem Schreiben vom Donnerstag. „Ein Abgleich von Bescheinigungen lässt sich ebenfalls gut organisieren. Vechta hat als Mittelzentrum die passende Größe für einen solchen Versuch. Wir müssen nicht befürchten überlaufen zu werden, aber die Ergebnisse werden repräsentativ sein. Durch unsere junge Bevölkerung gehe ich von einer hohen Akzeptanz dieses Versuches aus bei gleichzeitig vergleichsweise geringem Risiko.“

Ministerpräsident Stephan Weil dämpfte dagegen am Donnerstag die Hoffnung auf schnelle Lockerungen. "Derzeit steigen die Zahlen von Tag zu Tag, das heißt, der Spielraum, dass man weiter lockert, ist wirklich sehr gering", meinte er in Hannover. "Und deswegen rate ich auch dazu, nicht zu große Hoffnungen an die nächste Runde zwischen Bundeskanzlerin und Regierungschefs und -chefinnen der Länder zu richten." Die Koppelung einer Öffnung an Schnelltest sei allerdings generell vorstellbar. Am 22. März findet das nächste Bund-Länder-Treffen statt.

Im Kreisgebiet sind nun 374 Menschen mit dem Virus infiziert. 156 Personen befanden sich davon bereits vor Feststellung der Infektion als Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Zahl der Genesenen steigt indes um 18 Personen auf insgesamt 5.723.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 wurden mittlerweile 6.182 Infektionen im Kreis Vechta nachgewiesen. In den Krankenhäusern werden derzeit 17 Personen stationär behandelt – das sind 3 mehr als am Vortag. 3 Patienten befinden sich weiter auf der Intensivstation. Momentan befinden sich zudem 940 Einwohnerinnen und Einwohner in häuslicher Isolation – 85 mehr als am Mittwoch; alleine 42 in Personen sind in Neuenkirchen-Vörden neu hinzugekommen.

Die meisten aktiven Fälle zählt derzeit die Kreisstadt mit 85, gefolgt von Lohne (80 aktive Fälle). Die meisten Neuinfektionen gibt es in Vechta (+9). Die meisten Genesenen verortet die Behörde zugleich in Visbek (-6). Die aktiven Infektionen verteilen sich wie folgt (Änderungen zum Vortag):

  • 14 in Bakum (-1 Todesfall)
  • 43 in Damme (+2 Neuinfektionen, -2 genesene Personen)
  • 36 in Dinklage (+6, -2)
  • 10 in Goldenstedt (+2)
  • 19 in Holdorf (+3, -1)
  • 80 in Lohne (+5, -5)
  • 15 in Neuenkirchen-Vörden (+4)
  • 33 in Steinfeld (+3, -2)
  • 85 in Vechta (+9)
  • 39 in Visbek (+6, -6)

Die Kreisverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass Termine für die Corona-Schutzimpfung grundsätzlich nur vom Land Niedersachsen vergeben werden – entweder über die Hotline unter der Telefonnummer 0800/9988665 oder über die Internetseite www.impfportal-niedersachsen.de.

Nachdem am Dienstag die 10 kommunalen Schnelltestzentren den Betrieb aufgenommen haben, steht das Onlineportal für die Terminbuchung bereit. "Eine Reservierung wird empfohlen, da aufgrund begrenzter Testkapazitäten möglicherweise nicht bei allen Personen, die ohne Termin vor Ort erscheinen, ein Corona-Schnelltest gemacht werden kann", betont Kreissprecherin Eva-Maria Dorgelo. Ohne Termin müssen Bürgerinnen und Bürger mit einer längeren Wartezeit rechnen. Getestet werden auch Kinder ab 6 Jahre. Die Standorte der Testzentren finden Sie hier auf OM online.

Bei Fragen zu den Corona-Regeln im Kreis Vechta wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon der Kreisverwaltung: 04441/898-3333.

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