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Corona verzögert Umbau der St.-Andreas-Friedhofskapelle

Die Bauarbeiter forderten mehr Sicherheitsabstand auf dem Friedhof St. Andreas wegen der hohen Infektionszahlen in Cloppenburg. Das kostete Zeit.

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Offen und einladend: Der Vorraum zu den neuen Verabschiedungsräumen in der Kapelle St. Andreas. Animation: B+B Bergmann

Offen und einladend: Der Vorraum zu den neuen Verabschiedungsräumen in der Kapelle St. Andreas. Animation: B+B Bergmann

Der Umbau der Friedhofskapelle St. Andreas wird sich von den kalkulierten 290.000 voraussichtlich auf 320.000 Euro verteuern. Erst im Laufe der Bauarbeiten hat sich herausgestellt, dass der Untergrund für die neuen Fliesen auch erneuert werden muss, erklärte Hermann Schröer, der Vorsitzende des Kirchenausschusses, auf Nachfrage.  

Zudem erwiesen sich die Regen- und Abwasserrohre im Boden als marode. Auch an einigen Fenstern tauchten Defekte auf, die vorher nicht erkennbar waren. Die geplante Wiedereröffnung der Verabschiedungsräume für die Angehörigen wird sich damit voraussichtlich auf Anfang April verzögern. Ursprünglich sollten die modernisierten Räume bereits in diesem Monat zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Grund für die Verschiebung ist das Infektionsrisiko. Wegen der hohen Covid-19-Fallzahlen im Kreis Cloppenburg weigerten sich Firmen mit mehreren Gewerken, auf der verhältnismäßig kleinen Baufläche parallel zu arbeiten: Sie forderten mehr Sicherheitsabstand, um ihre Mitarbeiter zu schützen. Das federführende Architekturbüro Bergmann musste deshalb die Bauabläufe entzerren. Die Folge: Da nacheinander mit weniger Handwerkern gearbeitet wurde, kam die Modernisierung langsamer als geplant voran.

Wegen Trauerfeier: Bohrhammer abgeschaltet

Weil es in diesem Herbst und Winter mehr Beisetzungen als erwartet gab, mussten die Bauarbeiter zudem immer wieder ihre Arbeit unterbrechen, um die Trauerfeiern nebenan in der Andachtshalle nicht zu stören. Leiser wurde es, als eine neue Türanlage mit besserer Dämmung eingesetzt wurde. Die ersten Planungen gehen auf Mitte 2017 zurück. Die Verabschiedungsräume in dem Gebäude von 1962 waren zwar funktional, aber eng und dunkel. Aus fünf kleinen schlichten Räumen werden nun drei größere mit freundlicherem Charakter und mehr Licht gemacht. "Es soll einladend sein und Platz für eine würdige Verabschiedung bringen", erklärte André Berssenbrügge, der Vorsitzende des Friedhofsausschusses.

Mosaik im Fenster, mehr Ruhe für Angehörige

Indirektes Licht durch Mosaikbilder soll eine schönere Atmosphäre schaffen. "In den Räumen kann man sich dann auch hinsetzen und länger bleiben", erklärte Dechant Bernd Strickmann zu Beginn der Arbeiten. Anregungen dazu gab es in der Zusammenarbeit mit dem ambulanten Hospizdienst und bei Kongressen der Arbeitsgemeinschaft für Friedhof und Denkmal. "Es ist ein Dienst an den Trauernden, den wir jetzt schöner machen", so Strickmann. Wichtig seien Symbole, die etwas vermitteln können, und Zwischenschritte, damit sich Menschen von ihren Lieben gebührend verabschieden können. Die Kosten werden über die Friedhofsordnung auf die Allgemeinheit umgelegt. Die Stadt zahlt allerdings 125.000 Euro dazu.

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