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Corona-Schnelltests: Landkreis Vechta setzt in Kitas auf den "Lolly"

Die Kommunen wollen auch in den Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege testen, um das Virus einzudämmen. Damit startet der Landkreis ein in Niedersachsen bisher einzigartiges Modellprojekt.

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Bild aus dem Erklärvideo: Professor Dr. Dietrich Doll zeigt, wie der  Löffeltest zur Überprüfung einer möglichen Covid-19 Infektion funktioniert. Foto: Niemann

Bild aus dem Erklärvideo: Professor Dr. Dietrich Doll zeigt, wie der  Löffeltest zur Überprüfung einer möglichen Covid-19 Infektion funktioniert. Foto: Niemann

Der Landkreis Vechta und die zehn kreisangehörigen Städte und Gemeinden weiten im Kampf gegen das Coronavirus ihre Teststrategie in Kindertagesstätten und der Kindertagespflege aus. Die Kommunen wollen allen Kindern in den Einrichtungen freiwillige Selbstkontrollen per Löffeltest anbieten. Die Tests werden auch "Lollytests" genannt - und funktionieren auch so.

Nach Angaben der Kreisverwaltung werde bei dieser Art der Testung ein "Speichelsammler" für etwa 90 Sekunden in den Mund genommen, bis sich in dem kleinen Schwämmchen ausreichend Speichel angesammelt hat. Anschließend werde der Sammler mit der Schwammseite in einen Testplättchen gesteckt und nach 10 Minuten ausgewertet. Die Testung soll das Personal der Einrichtungen übernehmen können. Die Einweisung wird ein Anleitungsvideo übernehmen: In dem kurzen Video erkläre der Vechtaer Mediziner Professor Dr. Doll den Löffeltest ausführlich. 

Nach Ostern soll es losgehen - aber in jedem Fall freiwillig

Die Tests sollen laut Mitteilung bereits nach Ostern an die Einrichtungen verteilt werden. Die betreuten Kinder sollen so die Möglichkeit bekommen, zweimal in der Woche einen Test zu machen.

Der Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten für den Bereich Kinderbetreuung, Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck, geht davon aus, dass Selbsttestungen entscheidend dazu beitragen können, das Infektionsgeschehen in der Kinderbetreuung zu kontrollieren und frühzeitig zu bekämpfen. Die Tests seien ein wichtiger Baustein, um den Besuch in der Kindertagesstätte oder in der Kindertagespflege sicherer zu machen. "So können im Idealfall Kinder, die sich bereits mit dem Corona-Virus infiziert haben und noch keine typischen Symptome zeigen, durch einen Corona-Laientest frühzeitig erkannt werden", wird Averbeck zitiert.

Nach Einschätzung der Beteiligten ermöglichen die Löffeltests den Kindern eine schmerz- und angstfreie Probenentnahme. Schließlich sei kein tiefer Nasen- oder Rachenabstrich erforderlich. Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen erklärt: „Die Akzeptanz des Löffeltests ist hoch und bei den Kindern als Lollytest wesentlich beliebter als die unangenehmen Nasen-Rachen-Abstriche. Wir sind froh, diese Art der freiwilligen Selbsttestungen als erster Landkreis in Niedersachsen modellhaft durchführen zu können."

Bei einem positiven Test sollen die Eltern den Hausarzt anrufen

Die Kreisverwaltung betont: Die Selbsttests in den Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege sind freiwillig. Damit möglichst alle Kinder an dem „Löffeltest“ teilnehmen können, benötigten die Einrichtungen das Einverständnis der Erziehungsberechtigten. Erst dann sei eine Testung zweimal in der Woche möglich. Sei ein Testergebniss negativ, könne das Kind weiter betreut werden. Liege hingegen ein positives Testergebnis vor, handele es sich zwar erst einmal nur um einen positiven Verdachtsfall, der aber dem Gesundheitsamt gemeldet wird. Das betroffene Kind muss laut Mitteilung dann aus der Einrichtung abgeholt werden und sich vorerst in häusliche Isolation begeben. Für einen bestätigenden PCR-Abstrich sollen die Eltern dann den Hausarzt oder die Hausärztin kontaktieren.

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