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Corona-Nachhol-Paket für Kinder kommt nur schleppend auf dem Lande an

2 Milliarden Euro sollen eingesetzt werden, um Lernrückstände und soziale Defizite zu heilen. Doch in Cloppenburg gibt's nur Schwimmkurse und 100 Euro "Freizeitbonus". Die Politik wird ungeduldig.

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Kinder wieder spielen lassen: Das Corona-Aktionsprogramm des Bundes ist nach zwei Monaten noch nicht umgesetzt. Foto: Kreke

Kinder wieder spielen lassen: Das Corona-Aktionsprogramm des Bundes ist nach zwei Monaten noch nicht umgesetzt. Foto: Kreke

Das Corona-Nachhol-Paket des Bundes für Kinder und Jugendliche kommt nur schleppend und häppchenweise im Kreis Cloppenburg an. Obwohl das Bundeskabinett schon am 5. Mai 2 Milliarden Euro beschlossen hat, um Bildungsrückstände und soziale Defizite auszugleichen, sind im Landkreis bisher wenige Projekte gefördert worden. Nach Darstellung der Cloppenburger Stadtverwaltung sind lediglich aus einem Bundesprogramm Mittel eingetroffen.

Der Landkreis hat daraus einen Koordinator für zusätzlichen Schwimmunterricht eingestellt und einen "Freizeitbonus" von 100 Euro für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen aufgelegt. Zudem sind Zuschüsse für die Sprachförderung in Kindergärten angekündigt worden. Cloppenburg hat 3 solcher Stellen beantragt, teilte der Fachbereichsleiter Egon Meyer-Pölking am Donnerstagabend im Sozialausschuss des Rates mit.

"Runder Tisch" zur Vorbereitung vorgeschlagen

Die Unabhängigen machen Druck: Sie forderten per Antrag einen "Runden Tisch", an dem sich alle Cloppenburger Organisationen, die sich um Kinder- und Familienförderung kümmern, Gedanken über einen sinnvollen Einsatz der angekündigten Mittel machen sollen. Die Stadt müsse sich jetzt konkret vorbereiten und sich die Förderung der Kinder und Jugendlichen "als Gemeinschaftsaufgabe auf die Fahnen schreiben", forderte die Fraktionsvorsitzende Jutta Klaus. Denn Kinder und Jugendliche hätten die größten Opfer im Lockdown bringen müssen.

Möglichst noch in den Sommerferien müssten "Sommercamps" und "Lernwerkstätten" angeboten werden, forderte Klaus. "Auch Familien brauchen Hilfe und Erholungsangebote, um wieder Kraft tanken zu können", heißt es in dem Antrag.

Gemeinden rätseln: Wann kommt Geld und wie viel?

Der Sozialausschuss schloss sich einmütig dieser Haltung an. Aber: Noch ist offen, wann die Mittel kommen und wer sie verteilen wird, berichtete Stadträtin Petra Gerlach. Im Gespräch sind angeblich rund 120 Millionen Euro für ganz Niedersachsen. Gerüchteweise ist die Rede davon, dass eventuell den Landkreisen allein diese Summe zufließen soll. In einem einstimmig gefassten Beschluss, den Gerlach vorschlug, wurde die Verwaltung beauftragt, die von den Unabhängigen vorgeschlagene Arbeitsgruppe einzuberufen, sobald die Vergabe und die Zuständigkeiten geklärt sind. Vorher schon zu tagen, ohne Gewissheit über die Umsetzbarkeit der Ideen zu haben, sei nicht sinnvoll, hieß es in der Diskussion des Sozialausschusses.

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