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Corona-Mutation: 17 neue Fälle mit B.1.1.7 im Kreis Vechta entdeckt

Die britische Corona-Mutation verbreitet sich im Kreis Vechta rasend schnell: Seit Donnerstag wurden 17 neue Fälle bei Stichproben von Laboren nachgewiesen. Die Behörde meldet indes 25 Neuinfektionen.

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Ein PCR-Test wird für die Analyse auf Mutationen vorberietet: Im Kreis Vechta wurden seit vergangenen Donnerstag 17 weiter Fälle entdeckt.

Ein PCR-Test wird für die Analyse auf Mutationen vorberietet: Im Kreis Vechta wurden seit vergangenen Donnerstag 17 weiter Fälle entdeckt.

Die Corona-Mutante beherrscht zunehmend das Infektionsgeschehen im Kreis Vechta: Wie die Kreisbehörde am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte, wurde in 17 weiteren Fällen die britische Corona-Mutation B.1.1.7 nachgewiesen. Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Gesundheitsamt und die Verwaltungsspitze darüber informiert, dass von allen 68 bisher zur Untersuchung eingesandten Tests 23 Mal die Mutante entdeckt wurde. 5 Proben waren unbrauchbar.

Seit Donnerstag ist die Zahl nun auf insgesamt 40 Nachweise gestiegen, erklärt Kreissprecherin Laura Niemann. Die neuen Fälle wurden nach Angaben der Sprecherin im Rahmen von Stichproben entdeckt. Wie in der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CoronaSurvV) des Bundesgesundheitsministeriums geregelt, werden zur besseren Einschätzung der Mutations-Ausbreitung zwischen 5 und 10 Prozent der Neuinfektionen auf Mutationen überprüft. Wie viele Proben seit Donnerstag untersucht wurden, ist dem Landkreis nicht bekannt. "Das Gesundheitsamt erhält von den Laboren jeweils nur die Meldungen der nachgewiesenen Mutationen", erklärt Niemann. Seit vergangenen Donnerstag gab es insgesamt 249 Neuinfektionen im Kreis Vechta.

Bundesweit breitet sich die britische Variante immer weiter aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin mit. Auch im Nachbarkreis Cloppenburg wurden in den vergangenen Tagen erste Fälle bestätigt.

Wie sich die B.1.1.7-Fälle im Kreis verteilen und welche Kommunen besonders betroffen sind, dazu will der Landkreis keine Angaben machen. Auf Nachfrage teilte die Sprecherin lediglich mit: "Da nicht alle positiven Testergebnisse auf die Mutationen hin untersucht werden, sondern nur die Ergebnisse, bei denen aufgrund des Infektionsgeschehens ein hinreichender Verdacht besteht, ist eine Verteilung nicht repräsentativ für die tatsächliche Verbreitung der Mutante in den einzelnen Kommunen. Eine vollständige Untersuchung aller positiven Proben ist aus Kapazitätsgründen zurzeit noch nicht möglich."

26 Neuinfektionen, 4 weitere Covid-19-Todesfälle

Das Vechtaer Gesundheitsamt meldet am Mittwoch 26 Neuinfektionen mit dem Coronavirus (Stand 17. Februar, 16 Uhr). Darunter ist auch der bereits betroffene Kindergarten St. Jacob in Lutten. Eine Erzieherin hat sich mit dem Virus angesteckt. Für 6 weitere Kinder und 2 Kolleginnen wurde Quarantäne angeordnet.

Zudem steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle um 4 auf insgesamt 75. Nach Angaben der Kreisverwaltung seien bereits am vergangenen Sonntag (14. Februar) ein 89-jähriger Mann und eine 90-jährige Frau verstorben. Die verzögerte Meldung habe das Gesundheitsamt erst am Mittwoch erhalten. Außerdem hat ein 95-jähriger Mann die Infektion mit dem Coronavirus nicht überlebt. Wie berichtet, hatte die Behörde zudem am Dienstag einen weiteren Todesfall in ihrer Statistik vermerkt. Zu diesem Zeitpunkt lag jedoch die offizielle Betätigung noch nicht vor. Dies ist nun der Fall: Bei der Person handelte es sich um einen 73-jährigen Mann aus Neuenkirchen-Vörden. Weil der Fall in der Statistik schon berücksichtigt wurde, wird er in der Tabelle nicht erneut ausgewiesen.

Nach dem Corona-Ausbruch bei der Feuerwehr Neuenkirchen wurden nun insgesamt 4 Feuerwehrmitglieder und eine Familienangehörige positiv auf das Virus getestet. Im Verlauf sind keine weiteren Neuinfektionen aufgetreten. Auch der Verdacht auf eine Mutation bestätigte sich nicht.

Der Landkreis plant die Maskenregeln unter anderem in Schulen zu verschärfen. Das Tragen auch am Sitzplatz wird zur Pflicht; eine medizinische Maske wird dabei empfohlen. Außerdem sind nun wöchentliche Schnelltests bei allen, die im medizinischen Sektor arbeiten, vorgeschrieben. Das sieht eine Allgemeinverfügung vor, die am Freitag (19. Februar) in Kraft treten soll.

477 Menschen sind aktuell mit Virus infiziert

Das Landesgesundheitsamt hat unterdessen für den Landkreis Vechta die zweithöchste 7-Tagesinzidenz in ganz Niedersachsen errechnet. Demnach liegt der Wert am Mittwoch bei 181,4.

Im Kreisgebiet sind aktuell 477 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Gesamtzahl aller nachgewiesenen Infektionen steigt auf 5.468. Die Zahl der Genesenen steigt um 29 Personen auf 4.911. Momentan befinden sich 1.130 Bürgerinnen und Bürger in Quarantäne.  24 Corona-Infizierte sind im Krankenhaus – das sind 3 weniger als am Vortag. Ein Patient liegt auf der Intensivstation (-1).

Die meisten aktiven Fälle zählt die Kreisstadt mit 126, gefolgt von Lohne (107 aktive Fälle). Die meisten Neuinfektionen verortet das Gesundheitsamt in Lohne (+10). Die meisten Genesenen verortet das Amt in Vechta (-9). Die aktiven Infektionen verteilen sich wie folgt (Änderungen zum Vortag):

  • 14 in Bakum (-2 genesene Personen)
  • 22 in Damme (+2 Neuinfektionen)
  • 36 in Dinklage (+2, -4)
  • 21 in Goldenstedt (+1, -1, -1 Todesfall)
  • 54 in Holdorf (+4, -5)
  • 107 in Lohne (+10, -4)
  • 39 in Neuenkirchen-Vörden (-3, -1 Todesfall, -1 Person, die nicht mehr in der Gesamtfallzahl und den aktiven Fällen geführt wird)
  • 13 in Steinfeld (+1, -1)
  • 126 in Vechta (+7, -9)
  • 45 in Visbek (-1 Todesfall)

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