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Corona-Lage spitzt sich im Landkreis Cloppenburg zu

Das Gesundheitsamt meldet 132 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – das hat es zuletzt im November 2020 gegeben. Rund 80 Prozent aller Infizierten sind nicht geimpft.

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Montage: Bänsch

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Die 4. Coronawelle hat den Landkreis Cloppenburg offenkundig mit voller Kraft erfasst. Das zeigen die Zahlen, die das Cloppenburger Gesundheitsamt am Dienstag veröffentlicht. Demnach liegen der Behörde 132 gemeldete Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden vor. In dieser Größenordnung haben sich die Zahlen zuletzt Mitte November 2020 – also während der 2. Infektionswelle – bewegt.

Betroffen sind demnach 11 von 13 Städte und Gemeinden. Und es gibt örtliche Schwerpunkte: In der Stadt Cloppenburg sind 31 Bürger positiv getestet worden. In Molbergen sind es 25, in Garrel 24. Nur aus Barßel und dem Saterland werden keine neuen Coronafälle gemeldet.

Weil die Zahl der Neuinfektionen schlagartig gestiegen ist, musste das Personal im Gesundheitsamt aufgestockt werden, wie Kreissprecher Frank Beumker auf Anfrage von OM Online bestätigt. Derzeit werde mit Hochdruck an der Kontaktnachverfolgung gearbeitet. Diese sei am Dienstagnachmittag noch nicht abgeschlossen.

Dementsprechend können auch noch keine präzisen Angaben zu möglichen Infektionsschwerpunkten gemacht werden. "Betroffen sind aber erneut Betriebe aus der fleischverarbeitenden Industrie (aktuell gibt es Infektionsketten in den Schlachthöfen in Garrel, Emstek und Essen, Anmerkung der Redaktion), neue Fälle gibt es auch beim Gemüseanbaubetrieb in Cappeln", erklärt Beumker. Außerdem seien gleich mehrere Großfamilien betroffen – unter anderem in der Gemeinde Molbergen. Und der Kreissprecher betont, dass es sich dabei um Personen handele, "die aus religiösen Gründen eine Impfung ablehnen".

Impfquote ist im Oktober nur marginal gestiegen

Laut einer letzten Erhebung der Cloppenburger Kreisverwaltung handelt es sich bei rund 80 Prozent der nachgewiesenen Coronafälle um Ungeimpfte. Das deckt sich auch mit aktuellen Zahlen, die das Cloppenburger Krankenhaus meldet. Dort werden zurzeit 9 infizierte Patienten stationär behandelt, 8 von ihnen sind nicht geimpft. Wie bereits berichtet ist die Impfquote im Landkreis Cloppenburg im niedersachsenweiten Vergleich unterdurchschnittlich. "Derzeit haben 60,99 Prozent der Bevölkerung eine Zweitimpfung erhalten", erklärt Beumker auf Anfrage der Redaktion. Damit ist die Quote seit dem 1. Oktober nur marginal gestiegen. Zu diesem Zeitpunkt hatten 59,42 Prozent der Einwohner den vollständigen Impfschutz erhalten. Das war das Ergebnis der Impf-Bilanz, als das Impfzentrum an der Thülsfelder Talsperre geschlossen wurde.

Damit scheinen sich die Befürchtungen von Landrat Johann Wimberg anlässlich der Schließung der Einrichtung zu bewahrheiten, dass die unterdurchschnittliche Impfquote in Kombination mit steigenden Infektionszahlen während des Herbstes "zu Problemen" führen könne. "Der Landrat appelliert angesichts der heutigen Zahlen – auch aus dem Cloppenburger Krankenhaus – noch einmal, das Impfangebot des Landkreises anzunehmen." Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung gehe die Kreisverwaltung davon aus, dass die Coronazahlen noch weiter steigen werden, so Beumker.

Am Mittwoch (27. Oktober) und Donnerstag (28. Oktober) gibt es die ersten Angebote des mobilen Impfteams im Landkreis.  Das Team startet am Mittwoch von 14 bis 18 Uhr an der St. Ludgeri Schule in Löningen das erste Mal. Dieses Impfangebot richtet sich insbesondere an Schüler ab 12 Jahren aus  Lastrup, Lindern, Löningen, Essen und Molbergen. Der 2. Termin wird am Donnerstag von 13 bis 18 Uhr an der BBS am Museumsdorf stattfinden. Dieser Termin richtet sich an die Schüler aus Cloppenburg, Garrel, Cappeln und Emstek.

Den 132 neuen Coronafällen stehen am Mittwoch 64 Personen gegenüber, die als genesen gelten. Dadurch steigt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen 624 (Vortag: 556). Derzeit stehen 757 Einwohner unter amtlich angeordneter Quarantäne. 


Hinweis: Das Robert-Koch-Institut hat am Dienstag für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tage-Inzidenz von 137,3 gemeldet. Dieser Wert muss aber unter Vorbehalt betrachtet werden. Es gibt am Dienstag offenbar technische Probleme beim RKI. Das Dashboard weist auch noch am Dienstagnachmittag auf eine nicht abgeschlossene Aktualisierung der Daten hin.

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