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Corona-Lage am Donnerstag: Zwei weitere Todesfälle im Landkreis Cloppenburg

Die Kreisverwaltung berichtet, dass das Bürgertelefon völlig überlastet ist. Bei sich ständig ändernden Regeln seien die Anrufer total verunsichert – und wütend, weil das Testangebot nicht ausreicht.

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Symbolfoto: dpa

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Die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Coronavirus stehen, ist am Donnerstag noch einmal gestiegen - auf jetzt 188. Wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsamtes hervorgeht, sind zwei weitere Personen verstorben. Damit sind allein in dieser Woche sechs Todesfälle vermeldet worden.

Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen am Donnerstag 120 neue positive Testergebnisse vor. Betroffen sind abermals alle Städte und Gemeinden. Den neuen Fällen stehen 171 Personen gegenüber, die seit Mittwoch als genesen gelten. Dadurch sinkt die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis Cloppenburg auf 1194 (Vortag 1247). 

Örtliche Schwerpunkte beim aktuellen Infektionsgeschehen sind die Stadt Cloppenburg (17 Neuinfektionen, aktuell 217 aktive Coronafälle), die Gemeinde Essen (16 Neuinfektionen, aktuell 157 aktive Coronafälle), die Stadt Friesoythe (15 Neuinfektionen, aktuell 112 aktive Coronafälle) und die Gemeinde Cappeln (15 Neuinfektionen, aktuell 92 aktive Coronafälle). Die übrigen Fälle verteilen sich relativ gleichmäßig auf die anderen neun Kommunen.

15 Covid-Patienten aktuell in stationärer Behandlung

Ein Blick in die Krankenhäuser: Derzeit werden 15 infizierte Patienten (Vortag: 17) stationär in einem Krankenhaus behandelt - davon 4 intensivmedizinisch (Vortag: 4). Auf Anfrage von OM Online gibt Kreissprecher nähere Auskunft zu den Patienten (Stand: 1. Dezember). Im St. Josefs Hospital Cloppenburg sind demnach sieben geimpfte und fünf ungeimpfte Patienten in stationärer Behandlung. Im Friesoyther St. Marienstift befinden sich drei ungeimpfte und zwei geimpfte Personen in Behandlung. Dementsprechend sei festzustellen, dass der Anteil von geimpften Personen in stationärer Behandlung steige. "Diese Zahlen sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden und bedeuten keinesfalls, dass Geimpfte ein genauso hohes oder höheres Risiko haben schwer zu erkranken wie Ungeimpfte", betont Beumker. 

Beumker erklärt: "Angenommen wir haben eine Gruppe von 100 Personen. Davon sind 70 geimpft und 30 ungeimpft. Das entspricht ungefähr der Impfquote in Deutschland. Nun kommen von beiden Gruppen drei Patienten mit COVID-19 zur Behandlung ins Krankenhaus. Das ist in absoluten Zahlen die gleiche Anzahl, prozentual gesehen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. In diesem Beispiel wären somit 10 Prozent der Ungeimpften zur stationären Behandlung im Krankenhaus, von den Geimpften jedoch nur 4,29 Prozent."

Wie bereits berichtet, meldet das Robert-Koch-Institut für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tage-Inzidenz von 464,0 gemeldet Das ist weiterhin der Höchstwert in ganz Niedersachsen.

Bürgertelefon ist "vollkommen überlastet"

Derweil berichtet Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl, dass sich die ohnehin anhaltende Überlastung im Cloppenburger Gesundheitsamt noch einmal verschärft habe. Vor allem bei sich ständig ändernden Regeln und der derzeit unzureichenden Test-Infrastruktur seien viele Bürger überfordert und wütend. Das habe nun dazu geführt, dass das Bürgertelefon des Landkreises "vollkommen überlastet" sei, erklärt Rühl. Gleichzeitig seien die meisten Fragen und Beschwerden der Bürger falsch adressiert. "Damit sind insbesondere Fragen zur jeweiligen Landesverordnung oder zum Infektionsschutzgesetz des Bundes gemeint", erklärt Rühl.

Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche erhalte die Kreisverwaltung wie jeder andere Bürger auch erst durch die Medien. Erst wenn diese Ergebnisse in Verordnungsform vorliegen, kann die Kreisverwaltung daran gehen, die Regeln umzusetzen. Vorher könne es schlicht "keine befriedigenden Antworten" am Bürgertelefon des Landkreises geben.

Kontaktnachverfolgung soll effizienter werden

Die Kontaktnachverfolgung im Landkreis Cloppenburg soll effizineter werden, kündigte Rühl. Das sei bei weiter anhaltend hohen Infektionszahlen notwendig geworden. Es solle "nun für kürzere Gespräche und eine deutlich schnellere Abarbeitung gesorgt werden", kündigte der Kreissprecher an. Durch das neue Verfahren und die Unterstützung der Bundeswehr solle die Kontaktaufnahme beschleunigt werden. Gleichzeitig erinnert Rühl daran, "dass nach Erhalt eines positiven Testergebnisses eine Quarantäne sofort eingehalten werden muss" - selbst wenn die Quarantäne noch nicht durch das Gesundheitsamt angeordnet wurde. Positiv Getestete stehen außerdem in der Pflicht, sofort enge Kontaktpersonen zu informieren. Diese Kontakte müssen auch eigenständig dokumentiert werden.

Landkreis kritisiert zu langsames Prüfverfahren für Anbieter von Coronatests

Die Cloppenburger Kreisverwattung kritisiert am Donnerstag, dass die bundesweite 3G-Regel am Arbeitsplatz und die seit Mittwoch geltende 2G-Plus-Regel auf eine nicht adäquat vorbereitete Test-Infrastruktur treffen. Die zeitliche Taktung sei viel zu eng gewesen, heißt es im Kreishaus. Nun könne das Testangebot der plötzlich gestiegenen Nachfrage nicht mehr folgen. Das sorgt für Wut bei den Bürgern, die "von der Kreisverwaltung geteilt wird", betont Rühl. Die Verantwortung dafür gibt die Kreisverwaltung weiter. Denn: Laut Rühl Angaben haben bereits 50 Personen und Betriebe Anträge gestellt, Corona-Tests anzubieten. Die befinden sich jedoch weiterhin in Bearbeitung. 

Rühl erklärte, dass nach den Betrugsvorwürfen gegen einzelne Betreiber im Frühjahr, die vorgeschriebenen Prüfungsschritte eingehalten werden müssen. Die Kreisverwaltung habe keine Einflussmöglichkeit, dieses Verfahren zu beschleunigen. Sobald eine Genehmigung vorliege, werde dies in der Übersicht der Testangebote auf der Internetseite des Landkreises aktualisiert.

Corona-Kontrollen im Landkreis werden intensiviert

Die Cloppenburger Kreisverwaltung kündigt außerdem "deutlich intensivere" Kontrollen bei den Corona-Rageln an. Diese würden stichprobenartig und anlassbezogen durch Mitarbeiter der Ordnungsämter in den Städten und Gemeinden mit Untersützung der Polizei durchgeführt. Diese Kontrollen sollen "vor allem im Einzelhandel, bei körpernahen Dienstleistungen oder in der Gastronomie" stattfinden. Bei neu eingeführten Regeln sollen präventive Kontrollen erfolgen - dabei soll es vornehmlich auf die neuen Regeln hingewiesen werden. Bei einem weiteren Verstoß werde dieser dann geahndet.

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