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Corona-Infektionen: Sind bald kreisweite Maßnahmen nötig?

Die Kurve bei den aktuellen Infektionen im Kreis Cloppenburg steigt weiter - auf nunmehr 191. Die 22 Neuinfektionen verteilen sich erneut auf den gesamten Landkreis.

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Die Cloppenburger Kreisverwaltung. Foto: Oliver Hermes

Die Cloppenburger Kreisverwaltung. Foto: Oliver Hermes

Im Landkreis Cloppenburg gibt es mit Stand von Donnerstag (24. September) 191 aktive und nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Tags zuvor lag die Zahl noch bei 185. Demnach gibt es seit Donnerstag 22neue positive Testergebnisse. Dem gegenüber stehen 11 Einwohner des Landkreises, die wieder als genesen gelten. Wie die Kreisverwaltung außerdem mitteilte, musste die Gesamtzahl der Fälle um 5 korrigiert werden. Grund: Die Tests waren fehlerhaft.

Wie rasant sich das Infektionsgeschehen entwickelt hat, zeigt ein Blick auf die Kurve. Vor genau 14 Tagen hatte das Cloppenburger Gesundsheitsamt noch 36 Infektionen gemeldet.

Wie schon am Vortag konzentrieren sich die neuen Coronafälle nicht mehr auf den Südkreis. Dort hatte es in der Woche zuvor auffällig viele Infektionen gegeben. Die Stadt Löningen galt als Hotspot. Deshalb wurde auch für das Alte Amt Löningen eine gesonderte Allgemeinverfügung erlassen. Zum Beispiel gibt es eine Kontaktbeschränkung. Außerdem muss die Gastronomie um 22 Uhr schließen.

Setzt sich der Trend fort, drohen neue Maßnahmen

Am Donnerstag waren nur 2 der 22 neuen Fälle aus der Stadt Löningen gemeldet. Die restlichen positiven Fälle verteilen sich auf 7 weitere Städte und Gemeinden. In Cloppenburg gibt es zum Beispiel 7 neue Fälle. "Der Landkreis beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Sollte sich der Trend zur zunehmenden Verbreitung von Covid-19 außerhalb der Kommunen Löningen, Essen, Lastrup und Lindern fortsetzen, wird die Kreisverwaltung weitere Maßnahmen ergreifen, die das ganze Kreisgebiet umfassen", erklärte Kreissprecher Frank Beumker am Donnerstag.

Am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg ist ein Schüler positiv getestet worden. Der gesamte 7. Jahrgang steht nun unter Quarantäne. Außerdem seien 5 Mitarbeiter eines fleischverarbeitenden Betriebes infiziert. Einen Coronafall meldet die Kreisverwaltung auch im eigenen Gesundheitsamt. "Da das Gesundheitsamt direkt durch viele Kontakte mit der Corona-Pandemie konfrontiert ist, verwundert es grundsätzlich nicht, dass der Fall erneut in dieser Einheit der Kreisverwaltung aufgetreten ist", erklärte Beumker. 

Aktuell stehen 720 Einwohner des Landkreises Cloppenburg unter häuslicher Quarantäne. Damit hat sich auch diese Zahl deutlich erhöht. Am Mittwoch waren es noch 630.

Landkreis erwartet weitere Soldaten

Der Sanitätstrupp der Bundeswehr unterstützt das Gesundheitsamt weiterhin am Testzentrum und auch bei den notwendig gewordenen Abstrichen im Copernicus-Gymnasium in Löningen. Dadurch gewinne das Gesundheitsamt Kapazitäten, um die Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln. Und es folgen weitere Soldaten: Es werden zwei weitere Sanitätstrupps erwartet. Damit werden ab kommende Woche 12 Soldaten bei den Testungen mithelfen. Landrat Johann Wimberg bedankte sich für die schnelle und unkomplizierte personelle Unterstützung der Bundeswehr.

Reaktionen zwischen Hysterie und Verharmlosung

Angesichts der derzeitigen Entwicklung bei den Zahlen wandte sich Wimberg am Donnerstag auch direkt an die Einwohner des Landkreises: Ein völliger Lockdown für das Kreisgebiet sei derzeit genauso unverhältnismäßig, wie eine sofortige Aufhebung der getroffenen Maßnahmen. "Die Reaktionen, die uns im Kreishaus erreichen, liegen in einer Bandbreite zwischen Corona-Hysterie und völliger Verharmlosung. In dieser Situation kann man nicht allen Wünschen gerecht werden“, so Wimberg.  Daher sei auch das Mitwirken der Bevölkerung entscheidend wichtig, hob der Chef der Kreisverwaltung hervor. "Wir beobachten die Entwicklung Tag für Tag und ziehen daraus die erforderlichen Konsequenzen."

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