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Corona-Folgen stellt DLRG Vechta vor Herausforderungen

In den vergangenen 12 Monaten konnten durch die Pandemie kaum Schwimmkurse für Kinder stattfinden. Auch die Ausbildung von Rettungsschwimmern fiel ins Wasser. Dies hat nun Folgen für den Verein.

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Der Sprung ins kalte Nass: Unsicheren Schwimmern fällt dieser oft nicht leicht. Symbolfoto: Reinelt (DLRG)

Der Sprung ins kalte Nass: Unsicheren Schwimmern fällt dieser oft nicht leicht. Symbolfoto: Reinelt (DLRG)

Über die Hälfte der 10-Jährigen in Deutschland sind keine sicheren Schwimmer. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Forsa-Instituts. Als umso wichtiger erscheinen Kursangebote, um die Schwimmfähigkeiten auszubauen. Doch das war in den vergangenen 12 Monaten kaum möglich. Die Corona-Pandemie hatte auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fest im Griff. Viele Kinder und Jugendliche konnten das Schwimmen nicht erlernen. Auch die notwendige Aus- und Fortbildung der Rettungsschwimmer blieb auf der Strecke. Bundesweit wurden rund 70 Prozent weniger Schwimmprüfungen abgenommen. Das hat nun Folgen für die Ortsgruppen des Vereins.

Bis zu 450 Prüfungen nimmt die DLRG-Ortsgruppe Vechta jedes Jahr ab. Dieses Jahr sind es bislang nur 121. Eine ernüchternde Zahl für die Trainer und Ausbilder. "Es fehlt ein kompletter Nichtschwimmer-Jahrgang", erzählt Manfred Jürgens, Vorsitzender der Ortsgruppe. Das Problem: Der verloren gegangene Jahrgang müsse nun, so gut es geht, kompensiert werden. Das bedeute viel Arbeit für den Verein. 

Freut sich auf volle Kurse: Thomas Bullermann ist Schwimmtrainer bei der DLRG-Ortsgruppe Vechta. Foto: DLRG VechtaFreut sich auf volle Kurse: Thomas Bullermann ist Schwimmtrainer bei der DLRG-Ortsgruppe Vechta. Foto: DLRG Vechta

Seit Mai darf der Schwimmunterricht unter strengen Hygiene-Regeln wieder stattfinden. Um diese einzuhalten, mussten die Kinder und Jugendlichen in verschiedene Kohorten eingeteilt werden. Eine Kohorte besteht nun aus 20 statt der üblichen 50 bis 60 Personen, aufgeteilt auf 4 Bahnen. Es fehlen also etwa 40 Plätze pro Kurs. Dies sei für die Ortsgruppe schwer wieder aufzuholen. Deshalb wurde die Kampagne "Gemeinsam den Jahrgang der Nichtschwimmer verhindern" ins Leben gerufen. Mit dem Projekt solle erreicht werden, die angewachsenen Wartelisten zu verkürzen und mehr sichere Schwimmer auszubilden. "Wir haben nun die Kurseinheiten von 45 Minuten auf 35 Minuten verkürzt. Durch den Zeitgewinn schaffen wir es, mehr Kohorten unterzubringen und so wieder mehr Menschen auszubilden", erklärt Jürgens. 

Der Verein hat rund 30 Mitglieder verloren

So konnten bei vielen Kindern intensiv Schwimmübungen wiederholt oder neu vermittelt werden. Auch den Rettungsschwimmern wurde für die Badeaufsicht das notwendige Handwerkszeug mitgegeben. „Nur so konnten sich unsere Wachgänger auf die Saison vorbereiten“, so Jürgens. Viele der ausgebildeten Rettungsschwimmer der Vechtaer DLRG seien an den Badeseen der Region oder an Ost- und Nordsee eingesetzt.

Auch die Mitgliederzahl sank von 450 auf rund 420 Mitglieder. Manfred Jürgens zeigt sich dennoch positiv gestimmt: "Wir sind zuversichtlich, diese Verluste kurzfristig wieder ausgleichen zu können. Unsere Ausbilder haben uns Gott sei Dank die Treue gehalten."

Zeltlager 2021 musste ebenfalls abgesagt werden

Corona hat sich aber nicht nur auf die Schwimmkurse der DLRG ausgewirkt. Auch andere Aktivitäten der Jugendarbeit fielen buchstäblich ins Wasser. Auf das kommende Wochenende mit Zeltlager auf dem Jugendhof, das zusammen mit der Ferienpass-Aktion der Stadt organisiert werden sollte, hatten sich bereits viele Kinder gefreut. Doch aufgrund vieler Unwägbarkeiten, wie Hygiene- und Abstandsregeln oder möglicher Teilnehmerzahlbeschränkungen, sei der DLRG keine andere Wahl geblieben, als die Freizeit abzusagen. 

Trotz der Absage des Zeltlagers und obwohl der "verloren gegangene Jahrgang" noch nicht vollständig kompensiert werden konnte: "Wir gehen fest davon aus, dass nach den Sommerferien die DLRG-Arbeit und der Vereinssport wieder an Fahrt aufnehmen und gemäß der jeweiligen Vereinsziele umgesetzt werden können", hofft Manfred Jürgens. 

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