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Corona: Cloppenburger Gesundheitsamt hisst die weiße Fahne

Weil die Unterstützung durch Bundeswehr und Land fehlt, sieht sich die Behörde nicht mehr in der Lage, die "täglich hunderten neuen Fälle zeitnah zu erfassen", erklärt der Kreissprecher. (Update)

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Montage: Bänsch

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Das Cloppenburger Gesundheitsamt hisst in der Pandemie die weiße Fahne. So liest sich zumindest die aktuelle Corona-Meldung aus dem Cloppenburger Kreishaus am Dienstag. Ab sofort könne nicht mehr die "zeitnahe" Abarbeitung neu eingehender Coronafälle gewährleistet werden. Das teilt Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Nachmittag mit. Das habe zwei Gründe: Auf der einen Seite sorge die derzeitige Omikron-Welle immer noch dafür, dass "täglich hunderte neue Fälle" eingingen. Auf der anderen Seite sei jetzt die Personaldecke deutlich dünner geworden, nachdem das Personal der Bundeswehr und des Landes Niedersachsen aus dem Gesundheitsamt als Entlastung abgezogen wurde.

"Da die SMS Betroffene nicht mehr pünktlich erreicht, ist ihr Nutzen nicht mehr gegeben."Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl

Die Folgen betreffen ab sofort jeden Bürger des Landkreises, der ein positives Testergebnis bekommt. "Eine Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt erfolgt in keinem Fall", erklärt Rühl. Es gibt demnach jetzt auch keine elektronische Benachrichtigung als Kurznachricht auf das Handy mehr. "Da die SMS, die unter anderem über die Pflicht zur Selbstisolation aufklärt, Betroffene nicht mehr pünktlich erreicht, ist ihr Nutzen nicht mehr gegeben." Die Folge: Positiv Gestestete – egal ob durch Schnell-, Selbst- oder PCR-Test – müssen jetzt eigenständig in Selbstisolation gehen und die vorgeschriebene Quarantäne einhalten. Sie gilt 10 Tage – oder 7 Tage, beendet durch eine Freitestung.

Die Kreisverwaltung erklärt in diesem Zusammenhang noch einmal die derzeit gültigen Defintionen:

Geimpft oder Geimpft/Genesen:

  • 2 erhaltene Impfdosen mit einem Abstand von 3 Monaten
  • Genesung mit einer anschließenden Impfung 
  • 1 Impfung und Genesung (diese gilt erst ab dem 28. Tag nach der Infektion)
  • Nach einem positiven Antikörpertest vor der 1. Impfung

Genesen:

  • Mindestens 28 Tage und maximal 90 Tage nach dem Abstrich eines positiven PCR-Tests oder PoC-NAT-Tests (zum Beispiel anerkannter Schnelltest in einem Testzentrum)

Quarantänepflicht (ohne Symptome):

  • Wenn 90 Tage seit der 2. Impfdosis vergangen sind und es keine Auffrischung gegeben hat
  • Wenn 1 Impfung und 1 Genesung vorliegt, wenn die Genesung keine 28 Tage oder mehr als 90 Tage zurückliegt
  • Positiver Antikörpertest vor der 1. Impfung, wenn die Impfung länger als 90 Tage zurückliegt
  • Die Person sich zuvor in einem Virusvariantengebiet aufgehalten hat (die Liste ist hier aufrufbar)

Quarantänepflicht (mit Symptomen):

  • In diesem Fall müssen alle in Quarantäne – auch jene, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben.

Weitere Informationen stellt der Landkreis Cloppenburg auf seiner Internetseite zur Verfügung. Bei Rückfragen stehe das Bürgertelefon unter 04471/15-555 zur Verfügung, erklärt Rühl.

Derweil meldet das Cloppenburger Gesundheitsamt am Dienstag 802 neu registrierte Coronafälle binnen 24 Stunden. Eine so hohe Zahl ist seit dem 22. Februar nicht mehr gemeldet worden. Die Neuinfektionen werden aus allen Städten und Gemeinden gemeldet. Sie verteilen sich wie folgt:

  • Barßel: 83
  • Bösel: 43
  • Cappeln: 39
  • Clopppenburg: 157
  • Emstek: 63
  • Essen: 20
  • Friesoythe: 119
  • Garrel: 70
  • Lastrup: 37
  • Lindern: 20
  • Löningen: 49
  • Molbergen: 43
  • Saterland: 59

Leicht gesunken sind die Zahlen aus den Krankenhäusern: Zurzeit werden 22 infizierte Patienten stationär behandelt (Vortag: 24). Davon liegt ein Patient auf der Intensivstation. Wie bereits berichtet, hat das RKI am Dienstag für den Landkreis Cloppenburg mit 952,9 erstmals seit Ende Januar eine 7-Tage-Inzidenz unter 1000 gemeldet – alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen liegen deutlich darüber.


Die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Vechta

Auch im Landkreis Vechta ist die Abarbeitung der eingehenden neuen Fälle weiterhin eine Herausforderung. Das Vechtaer Gesundheitsamt meldet am Dienstagnachmittag 1735 neu registrierte Infektionen. Wie Kreissprecher Jochen Steinkamp auf Anfrage von OM-Online  bestätgt, hängt die erneute hohe Zahl weiterhin mit der Abarbeitung älterer Fälle zusammen. Wie bereits berichtet, müssen im Gesundheitsamt aufgrund eines Software-Fehler, der mehrere Tage lang unbemerkt für einen Datenstau gesorgt, Coronafälle händisch nacherfasst werden. Wieviele der 1735 Coronfälle Auswirkungen auf die 7-Tag-eInzidenz am Mittwoch haben werden, könne Steinkamp nicht einschätzen.

Der Kreissprecher erklärte gegenüber der Redaktion, dass sich die Zahlen nun weiter der tatsächlichen Infektionslage anpassen würden. Der notwendige Prozess der Nacharbeitung sei aber noch nicht abgeschlossen. Die 1735 Coronafälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen:

  • Bakum: 79
  • Damme: 198
  • Dinklage: 217
  • Goldenstedt: 130
  • Holdorf: 92
  • Lohne: 320
  • Neuenkirchen-Vörden: 94
  • Steinfeld: 114
  • Vechta: 321
  • Visbek: 170

Aktuell werden 25 infizierte Patienten stationär in einem der Krankenhäuser im Kreisgebiet behandelt (Montag: 25). Davon liegen 2 Patienten auf der Intensivstation (Montag: 3). Wie bereits berichtet, hat das RKI am Dienstag für den Landkreis Vechta eine 7-Tage-Inzidenz von 1825,4 gemeldet.

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