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Corona bringt Gummitwist wieder zurück

Die Maskenpflicht für die Kinder außerhalb des Unterrichts bereitet an der Gelbrinkschule keine Probleme. Bisher hat dort auch nur ein Vater die Nutzung verweigert.

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Ohne Maske:  In der Klasse, die die neue Einheit für alle  Bewegungen und Aktionen außerhalb dieses Raumes bildet, tragen die Schüler keine Maske. Auch Gruppenarbeit ist Teil des Unterrichts. Foto: Willi Siemer

Ohne Maske: In der Klasse, die die neue Einheit für alle Bewegungen und Aktionen außerhalb dieses Raumes bildet, tragen die Schüler keine Maske. Auch Gruppenarbeit ist Teil des Unterrichts. Foto: Willi Siemer

Zufrieden mit dem Ablauf und den Ergebnissen der ersten beiden Schultage nach den Sommerferien ist Andrea Schüler, die Rektorin der Gelbrink-Schule Löningen, die mit 331 Mädchen und Jungen und 22 Pädagogen eine der größten Grundschulen der Region ist. „Nicht nur die Schüler haben sich gefreut, dass nach einem halben Jahr Zwangspause und geteilten Klassen alle endlich wieder vereint gemeinsam Unterricht haben,“ erzählt sie.

Die zum Ende des letzten Schuljahres schon entwickelten und geprobten Abläufe seien noch einmal deutlich verfeinert worden. Es werde alles dafür getan, guten Unterricht zu gewährleisten, den Kindern einen so weit wie möglich „normalen“ Schulalltag bieten zu können und die größtmögliche Sicherheit vor Corona durch Abstände zu haben. Es seien eine ganze Reihe von neuen Abläufen festgelegt worden, die aber schon gut von den Schülern angenommen würden.

Wichtigste Neuerung ist das Kohorten-Prinzip

Wichtigste Neuerung sei das Kohorten-Prinzip (Kohorte: Schar, Gruppe). Das besage, dass sich die Mädchen und Jungen nur noch in ihrem Klassenverband und allerhöchstens im Jahrgangsverbund bewegen dürfen. Auch wird Unterricht möglichst von einer Lehrerin oder einem Lehrer gegeben. Trotz der Zeitverschiebungen werde exakt so viel Unterricht gegeben wie vor Corona-Zeiten. In dieser Einheit müsse weder im Unterricht noch beim gemeinsamen Spielen auf dem Pausenhof eine Maske getragen werden.

Die Pause als zentrales Element im Schulalltag: Die Mädchen und Jungen gehen jahrgangsweise für 15 Minuten auf den Schulhof. Das gesamte Gelände einschließlich Buswendeplatz ist in acht Zonen eingeteilt, die nur klassenweise genutzt werden. Fotos: Willi SiemerDie Pause als zentrales Element im Schulalltag: Die Mädchen und Jungen gehen jahrgangsweise für 15 Minuten auf den Schulhof. Das gesamte Gelände einschließlich Buswendeplatz ist in acht Zonen eingeteilt, die nur klassenweise genutzt werden. Fotos: Willi Siemer

Nur auf dem Weg in die Räume und zum Schulhof bestehe Maskenpflicht. Die auch zu gewährleisten, sei bisher kein Problem. Sie habe bisher nur einen Vater erlebt, der die Maskenpflicht grundsätzlich ablehne, erzählt sie. Die Regelungen greifen nach dem ausgeklügelten Plan bereits vor Unterrichtsbeginn mit um zehn Minuten versetzten Anfangszeiten. Die Kinder stellen sich in den dafür vorgesehenen, weit ausein­anderliegenden und mit Fahrradständern versehenen Treffpunkten auf und werden dort abgeholt und durch verschiedene Eingänge in die Klassen begleitet, erläutert die Rektorin.

Nur ein Vater hat bisher die Maskenpflicht abgelehnt

Die durch die Umstände erzwungene Konzentration auf den Klassenverband habe auch positive Effekte, erzählt Lehrerin Marianne Casser. Alle Mädchen und Jungen spielten miteinander, da die Fläche und die Möglichkeiten begrenzt seien und das Klettergerüst oder der Bolzplatz nur dann genutzt werden könne, wenn der Kohorte der entsprechende Bereich zugeordnet sei. Die Kinder seien viel aktiver, vor allem aber kreativer, als sie sich das vorgestellt habe, freut sich Rektorin Schüler. „Corona hat selbst klassische Spiele wie das viele Jahre völlig verschwundene Gummitwist, Seilspringen oder Hinke-Pinke wieder zurückgebracht.“ Begehrter als sonst seien auch Frisby-Scheiben, Fußbälle und sonstige Spielgeräte aus den Spielekisten der Klassen. Wegen des großen Interesses habe sie sogar alle Straßenkreide-Vorräte der Geschäfte rund um Löningen aufgekauft.

„Erklärtische“ mit Plexi­glas-Trennscheibe

Als Reaktion auf die Abstandsvorschriften sind inzwischen in vielen Klassen „Erklärtische“ mit einer Plexi­glas-Trennscheibe aufgestellt worden, an denen einzeln oder zu zweit Stoff vertieft oder Unklares noch einmal gezeigt werden könne. Auch die Kommunikation mit den Eltern, die wegen der vielen zusätzlichen Informationen intensiviert werden müsse, funktioniere über das Schulnetzwerk I-Serv gut, da die Infos auch mit Smartphones abgerufen werden könnten.

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