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Corona beherrscht das Vereinsleben nach wie vor

Schon 2-mal konnte die Schützenbruderschaft Hagstedt-Halter ihr Schützenfest nicht in gewohnter Form feiern. Der Vorstand bemüht sich, den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten.

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Gehen gerne ihrem Hobby nach: Christian Meyer (1. Vorsitzender der Schützenbruderschaft Hagstedt-Halter, von links), Herbert Kock (2. Vorsitzender) und Johannes Kühling (Vorstand Jungschützen). Foto: C. Meyer

Gehen gerne ihrem Hobby nach: Christian Meyer (1. Vorsitzender der Schützenbruderschaft Hagstedt-Halter, von links), Herbert Kock (2. Vorsitzender) und Johannes Kühling (Vorstand Jungschützen). Foto: C. Meyer

Die letzte Aktion vor Ausbruch der Corona-Pandemie war die Müllsammelaktion im Dorf, im März 2020, erinnert sich Christian Meyer, 1. Vorsitzender der Schützenbrüderschaft Hagstedt-Halter. Die Familien rücken mit Auto und Hänger an, um das Dorf sauberzumachen, sagt er. Am Sonntag darauf gab es noch eine Spendenübergabe an den Verein Hilfe für krebskranke Kinder Vechta, ergänzt Johannes Kühling vom Vorstand der Jungschützen und frischt die Erinnerung auf. 550 Euro seien es gewesen. Danach war „alles auf Null gesetzt“, sagt Christian Meyer.

Der Beginn der Corona-Pandemie traf die Vereine hart, so auch die Schützenbruderschaft Hagstedt-Halter. Treffen waren nicht mehr möglich, Veranstaltungen fielen aus. Der Kontakt untereinander war bestenfalls online oder telefonisch möglich. Das stellt die Vereine vor ein großes Problem. Denn: „Wenn nichts ist, treten die Leute aus“, formuliert Meyer seine Befürchtung. Bislang sei bei der Schützenbruderschaft eine Person ausgetreten. Von anderen Vereinen höre man von deutlich mehr Austritten, sagt Johannes Kühling. Deshalb bemühe sich die Schützenbruderschaft Hagstedt-Halter, den Kontakt zu den Mitgliedern aufrechtzuerhalten.

Schützenfeste in einem anderen Rahmen gefeiert

Obwohl im vergangenen Frühjahr das Virus das gesellschaftliche Leben lahmgelegt hatte, hegte Christian Meyer noch die Hoffnung, etwas zum Schützenfest Ende Juni auf die Beine stellen zu können. Das hat dann nicht geklappt. So habe es lediglich eine Kranzniederlegung im Kreise des Vorstands gegeben. Um die Mitglieder trotzdem einzubinden, startete der Vorstand eine Video-Aktion. Die Schützinnen und Schützen waren aufgerufen, einen Video-Gruß aufzunehmen – in Schützenuniform versteht sich. Die Idee kam bestens an, wie Meyer verrät. Viele Einsendungen erreichten den Vorstand und es konnte ein langes Schützenfestvideo produziert werden.

Auch in diesem Jahr konnte das Schützenfest nicht in gewohnter Form gefeiert werden. Der Vorstand überlegte sich deshalb „Schützenfest för to Huus“-Boxen, um zumindest „ein bisschen Schützenfest-Feeling“ in die heimischen 4 Wände der Mitglieder zu bringen, sagt Meyer. 127 Boxen konnten verkauft werden – ein gutes Ergebnis bei 180 bis 190 Mitgliedern. Darüber hinaus gab es einen Freiluft-Gottesdienst wie auch eine Kranzniederlegung mit einer „Hammer-Beteiligung“, wie Meyer stolz sagt. Doch angesichts der Corona-Lage habe das diesjährige Schützenfest insgesamt in einem kleinen Rahmen stattgefunden.

Die Schützenmajestäten bleiben somit ebenfalls weiter unverändert. Das Schützenkönigspaar, Dieter Ording und Franziska Elsner, ist nach wie vor im Amt. So auch Jugendprinz Mattis Lübben wie auch Schülerprinz Carsten Lübbehusen. Die Schützenbruderschaft Hagstedt-Halter, die kleinste Bruderschaft im Landesbezirk, stellt seit 2019 mit Eric Trumme den Bundesschülerprinzen. Da der diesjährige Wettbewerb abgesagt wurde, besetzt Trumme das Amt weiterhin. Innerhalb von 5 Jahren konnte die kleine Bruderschaft 2 Bundesmajestäten stellen, sagt Meyer durchaus stolz. 2015 kam der Bundesschülerprinz ebenfalls aus Hagstedt. Im kommenden Jahr tritt Eric Trumme beim Europaschützenfest in Belgien an.

Jugendliche mit Aktionen an Verein binden

Im Verein gebe es das Bestreben, sportlich erfolgreich zu sein, sagt Johannes Kühling. Auch bei den Jüngsten. Um die Kinder und Jugendlichen trotz Corona an den Verein zu binden, überlege der Vorstand sich immer mal wieder Aktionen, um präsent und um in Erinnerung zu bleiben, sagt Kühling. So habe es Online-Game-Nights geben, bei denen die jungen Mitglieder sich beim Quiz und klassischen Gesellschaftsspielen gemessen haben. Im vergangenen Herbst haben die Jungschützen im Rahmen eines Online-Workshops – gefördert vom Diözesanverband Münster des Bundes der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ) – an die 200 Nistkästen gebaut. Die Weiterbildungskurse, um zum Beispiel Jungschützenmeister zu werden, finden ebenfalls online statt.

Im vergangenen Sommer habe man – als die Infektionszahlen es zuließen – über einen kurzen Zeitraum wieder Übungsabende in der Schützenhalle abhalten können. „Die Leute sollten einfach mal wieder kommen“, sagt Meyer. Doch zum Herbst, als die Zahlen wieder stiegen, musste „alles wieder zu“. Bis zum Ende des Jahres war die Halle geschlossen. Die Generalversammlung Anfang des Jahres fand nicht statt, sie wurde auf das kommende Jahr verschoben. Im Frühjahr habe der Vorstand schließlich ein Hygienekonzept erarbeitet, um die Schützenhalle wieder coronakonform öffnen zu können. Denn: Nicht nur die Schützen nutzten diese, sondern auch beispielsweise eine Tanzgruppe der Selbstgestalter, erklärt der 1. Vorsitzende. Seit Mitte Juni finden die Übungsabende der Schützen wieder statt.

Trotz aller Bemühungen: „Man steht auf der Bremse“, fasst Johannes Kühling die Situation der Schützenbruderschaft Hagtstedt-Halter und vermutlich vieler anderer Vereine zusammen. „Die Wettkämpfe fehlen“, sagt er. Und: „Wir vermissen den Austausch mit den anderen Vereinen“, sagt Christian Meyer. Corona beherrscht somit auch nach mehr als einem Jahr weiterhin das Vereinsleben.

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