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Corona begleitet die Pflege auch jetzt noch

Pflegekräfte sprechen beim Besuch des Weihbischofs Theising über die Herausforderungen des Arbeitsalltags, der durch die Pandemie noch härter geworden ist.

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100 Jahre – 100 Bäume: Zum 100-jährigen Jubiläum des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg pflanzten Leitung und Mitarbeitende in Lastrup beim Besuch von Weihbischof Theising (Mitte) zusammen einen Jubiläums-Baum. Foto: LCV-Oldenburg

100 Jahre – 100 Bäume: Zum 100-jährigen Jubiläum des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg pflanzten Leitung und Mitarbeitende in Lastrup beim Besuch von Weihbischof Theising (Mitte) zusammen einen Jubiläums-Baum. Foto: LCV-Oldenburg

Die Pflege leidet weiterhin massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Vor allem Pflegekräften fehle es an Energie, das Pensum noch zu bewältigen, erklärt der Landes-Caritasverband für Oldenburg. So ergehe es auch dem Personal des St. Elisabeth-Stiftes in Lastrup und der Caritas Sozialstation Essen-Lastrup-Molbergen. Es sei leider nicht möglich, wie bei Volkswagen einfach das Fließband abzustellen bei zu hoher Krankheitsquote, heißt es in einer Mitteilung.

„Auch Einrichtungen der Altenhilfe leiden teilweise unter einer Form von ‚Long-Covid‘“, sagte Weihbischof Wilfried Theising im Rahmen eines stellvertretenden Besuches von drei oldenburgischen Caritas-Altenheimen. Auch wenn es aktuell nur wenig Corona-Fälle in den Einrichtungen gebe, seien Ängste bei Betroffenen vor dem kommenden Herbst und Winter vorhanden.

Theising dankte den Pflegekräften. Sie hätten in der Not ein großes Stück Kirche gelebt und würden dies nach wie vor tun. Er betonte: Christsein werde in der Caritas klar umgesetzt. Unterdessen berichteten Mitarbeitende des St. Elisabeth-Stiftes in Lastrup und der Caritas Sozialstation Essen-Lastrup-Molbergen vom Stolz auf ihren Beruf und der gleichzeitigen Erschöpfung.

Rund 300 Mitarbeitende pflegen und betreuen in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung sowie im Pflegeheim und durch die Sozialstation täglich knapp 500 Personen. Die vergangenen Monate seien wie ein schlechter Film gewesen. Psychisch kranke Menschen waren auf sich alleine gestellt. Die kleinen Handgriffe der Angehörigen der Altenheimbewohner seien weggefallen. Der Druck auf die Mitarbeitenden sei dadurch gewachsen „weil wir dann alles waren für die Bewohner“, wird eine Pflegekraft zitiert.

Lichtblicke seien Momente wie Musikangebote im Innenhof gewesen, wodurch Leben in die Einrichtung gekommen wäre. Die stellvertretende Pflegedienstleitung Inge Kessen erklärte: Das alles ist in dem Wissen erlebt worden, die Kräfte üben einen wichtigen Beruf aus. Von deutlichen Corona-Folgen für das Personal berichtete auch Caritas-Geschäftsführerin Karin Weber aus Oldenburg. 480 Mitarbeitende betreuen hier im stationären und ambulanten Bereich gut 1000 Pflegebedürftige pro Tag.

Dabei gebe es im ambulanten Bereich starke Nachfragen nach Pflege. Aufgrund von Personalmangel müssten hier jedoch teils Absagen erteilt werden. Im Blick auf den stationären Bereich der Stadt Oldenburg schätzt Weber, dass hier in den letzten Jahren bereits mehr als 300 Pflegeplätze auf Grund von Personalmangel abgebaut worden sind.

Herzlicher Empfang: Gertrud Heidkamp (rechts) überreicht Weihbischof Theising ein Geschenk bei dessen Besuch. Foto: LCV-OldenburgHerzlicher Empfang: Gertrud Heidkamp (rechts) überreicht Weihbischof Theising ein Geschenk bei dessen Besuch. Foto: LCV-Oldenburg

Umso dankbarer sei sie für Mitarbeiterinnen wie Claudia Jacob, die seit 36 Jahren in der Pflege arbeitet und ihre Arbeit trotzdem mag.

Ein starkes Bedürfnis nach „Seelsorge“ im weitesten Sinn stellt Cornelia Ostendorf als Geschäftsführerin in der Vechtaer St. Hedwig-Stiftung fest. In der Einrichtung, die mit rund 650 Mitarbeitenden pro Tag rund 1000 Menschen betreut und versorgt, brauchten laut Ostendorf sowohl Bewohner, Angehörige als auch Mitarbeitende eine verstärkte Betreuung. Dazu zählen etwa: Pflegekräfte aus der Ukraine, die ihre Kinder noch im Heimatland hätten oder junge Mitarbeitende, die etwa das Sterben von Großeltern nicht miterlebt haben und im Beruf erstmals mit Tod und Sterben konfrontiert werden.

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