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Coach-Workshop an der Oberschule Essen soll das Ehrenamt stärken

An zwei Tagen konnten 18 Jugendliche sich in einem Mix aus Theorie und Praxis auf das Coachen vorbereiten. Seit 2011 kooperiert die Schule mit dem Verein Integration durch Sport und Bildung.

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Gestalten den Workshop: (von links) Nico Dollinger, Hanna Hartwig und Hannes Teetz. Foto: Heinzel

Gestalten den Workshop: (von links) Nico Dollinger, Hanna Hartwig und Hannes Teetz. Foto: Heinzel

Wer andere coachen will, muss das zunächst einmal trainieren. In Essen können Jugendliche das in einem Workshop lernen, der jetzt an der Oberschule stattfand. Mit dabei: Flo Emken, 14 Jahre alt. „Kicking Essen“ heißt es nun in der Gemeinde. Es gehe darum, Jugendliche dazu zu bringen, sich ehrenamtlich zu engagieren, berichtet Hannes Teetz. Der 33-Jährige betreut das Ganze für den Verein „Integration durch Sport und Bildung“.

„Fußball ist unser Mittel, aber es geht darum, Jugendliche generell für das Ehrenamt zu begeistern.“Hannes Teetz, Verein Integration durch Sport und Bildung

Steffi Brinker und Jan Biemann von der Oberschule koordinieren das Angebot, welches es seit 2011 in Essen gibt. Das Projekt werde einmal im Schuljahr durchgeführt und von der Gemeinde Essen gefördert. Wer mitmache, merke schnell, dass es cool sei, ehrenamtlich aktiv zu sein, versichert Steffi Brinker. „Fußball ist unser Mittel“, sagt Hannes Teetz. „Aber es geht darum, generell für das Ehrenamt zu begeistern.“

18 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren hatten sich jetzt für den Workshop angemeldet – wie Flo Emken. Er könne sich ein Ehrenamt als Fußballtrainer vorstellen, erzählt der Schüler. Die vier Referenten des Vereins zeigten ihm, wie sich etwa eine  Trainingseinheit gestalten lässt und wie er die Kinder motivieren könnte.

Flo Emken ist begeistert und will sich anschließend im Rahmen von Kicking Essen ehrenamtlich engagieren. Foto: HeinzelFlo Emken ist begeistert und will sich anschließend im Rahmen von "Kicking Essen" ehrenamtlich engagieren. Foto: Heinzel

Am Ende des 2-tägigen Workshops steht ein einstündiger Praxistest. Die zukünftigen Coaches sollen das Gelernte anwenden und übernehmen hierfür den Sportunterricht einer 5. Klasse. Nach diesem Härtetest gibt es eine Feedbackrunde. „Das ist ganz wichtig. Die Reflexion ist ein Hauptbestandteil“, sagt Hannes Teetz. Es gehe dabei auch um die positive Bestärkung der Teilnehmer. Flo Emken sagt: „Es hat Spaß gemacht.“ Und gefragt, ob er sich nun ehrenamtlich als Coach engagieren möchte, sagt er: „Ja, wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme.“

„Ich mag es, Menschen zu helfen und ihnen den Freiraum zu bieten, den sie brauchen, um sich zu entwickeln.“Flo Emken über seine Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren

Hannes Teetz meint, das sei kein Problem. Der Verein kooperiere mit den Grundschulen in Essen und Bevern. Dort würden sie regelmäßige Fußballkurse anbieten. Ehrenamtliche Trainer könnten sie dafür immer gebrauchen. Das ist eine Aufgabe, die sich Flo Emken gut vorstellen könnte. „Ich mag es, Menschen zu helfen und ihnen den Freiraum zu bieten, den sie brauchen, um sich zu entwickeln.“

Sportunterricht einmal anders: Angehende Coaches leiten den Sportunterricht einer 5. Klasse – Thema Fußball. Foto: HeinzelSportunterricht einmal anders: Angehende Coaches leiten den Sportunterricht einer 5. Klasse – Thema Fußball. Foto: Heinzel

Doch nicht nur die Teilnehmer profitieren von den Workshops, auch die vier ehrenamtlichen Referenten sammeln wichtige Erfahrungen. Die Truppe studiert Sport auf Lehramt. „Für unsere Workshopleiter ist dies eine super wichtige Erfahrung“, sagt Hannes Teetz über den Einsatz in Essen.

Der Verein sei bundesweit tätig . „Wir wollen die Strukturen in Essen unterstützen“, sagt Hannes Teetz. Es gehe darum, mehr Angebote zu schaffen. In 2 Monaten etwa solle mit dem BV Essen ein „Active Girls Day“ durchgeführt werden. Für den Herbst sei ein Fußballcamp geplant.

„Wir sind ein soziales Projekt und wollen Kindern und Jugendlichen Erfahrungen anbieten und ihnen Perspektiven eröffnen.“Hannes Teetz, Verein Integration durch Sport und Bildung

Im Bundesdurchschnitt liege die Quote der Teilnehmer, die später ins Ehrenamt wechseln, bei rund 15 Prozent. Das höre sich nach wenig an, sei aber viel. „Wir sind ein soziales Projekt und wollen Kindern und Jugendlichen anbieten, Erfahrungen zu machen", fasst Hannes Teetz zusammen.

Die 3-jährige Förderperiode durch die Gemeinde Essen läuft Ende des Jahres aus. Vonseiten des Vereins und der Schule besteht aber ein Interesse daran, das Angebot aufrechtzuerhalten. „Solche Sachen sind für Schüler unheimlich gewinnbringend“, betont Steffi Brinker von der Oberschule Essen.

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