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Cloppenburgs Bücherei-Leiterin Stephanie Bohlem stellt ihre Pläne vor

Seit einem Jahr leitet Stephanie Bohlem die Einrichtung. Für den Job gab sie ihre Stelle in einem Pharmaunternehmen auf. Über ihre Ideen will sie den geplanten Neubau mitgestalten.

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Über Leicester, Jülich und Aachen nach Cloppenburg: Stephanie Bohlem ist studierte Bibliothekarin und leitet seit einem Jahr die Katholische Bücherei.  Foto: Niemeyer

Über Leicester, Jülich und Aachen nach Cloppenburg: Stephanie Bohlem ist studierte Bibliothekarin und leitet seit einem Jahr die Katholische Bücherei.  Foto: Niemeyer

Wenn das scheinbar Gewöhnliche plötzlich fehlt, merkt man manchmal erst, wie wichtig es einem war: Erzählt Stephanie Bohlem (56) von ihrem Werdegang, kommt sie immer wieder auf diesen einen Punkt zurück, den sie künftig bei ihrer Arbeit nicht mehr missen möchte: die Nähe zum Menschen. 

Bohlem leitet seit einem Jahr die Katholische Bücherei in Cloppenburg. Sie hatte zuvor Bibliotheks- und Informationswissenschaften in Köln studiert. Danach arbeitete sie unter anderem in einer Hochschulbibliothek im englischen Leicester und in einer Schulbibliothek in Jülich. „Die Leitung der Schulbibliothek war unglaublich zufriedenstellend für mich“, sagt die Familienmutter rückblickend. Sie habe die Schüler gerne an Bücher herangeführt und ihnen bei Recherchen geholfen. Außerhalb der Bibliothek habe sie ehrenamtlich für eine Hospizbewegung gearbeitet, Familien begleitet und Menschen im Altenheim besucht, erzählt die Rheinländerin. 

13 Jahre in Pharmaunternehmen gearbeitet

Obwohl ihr die Arbeit mit den Menschen in und neben dem Beruf gefiel, verließ Bohlem Jülich und ging in Aachen neue Wege. Sie wechselte ins Informationsmanagement eines großen Pharmaunternehmens. Dort hatte sie weniger mit Menschen, dafür mehr mit Datenbanken zu tun. „Da ging es wirklich um Geld und viel Wettbewerb“, sagt sie. 13 Jahre blieb sie in dem Unternehmen, bis in ihr der Entschluss reifte, ihrer Berufung zu folgen und wieder näher am Menschen zu arbeiten.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

So fand sie schließlich mit ihrer Familie den Weg nach Cloppenburg. Dort ist sie nun seit einem Jahr Leiterin der Katholischen Bücherei. "Noch habe ich den echten Betrieb gar nicht miterleben dürfen", sagt Bohlem. Corona legte auch das Leben in einer Bücherei weitgehend lahm – Veranstaltungen fanden zum Beispiel kaum noch statt, erklärt Bohlem. Sie habe versucht, das Beste daraus zu machen, sagt die 56-Jährige. So habe sie den langsamen Einstieg genutzt, um ihre Mitarbeiter näher kennenzulernen.

Künftig wolle sie wieder mehr mit Schulen zusammenarbeiten, sagt sie. Sie liebe es außerdem, mit Kunden über neue Bücher zu plaudern oder ihnen Tipps zu geben. Es solle auch wieder mehr Events in der Bücherei geben. Aber auch andere Projekten außerhalb der Bücherei plant Bohlem, wie zum Beispiel die Teilnahme an der Aktionswoche "Häusliche Gewalt".

Sie führe viele Gespräche mit der Stadt, der Kirchengemeinde und der Fachstelle in Münster, insbesondere zum Thema Neubau, der in den kommenden Jahren ansteht. "Die Bücherei neu aufzustellen und den Neubau mitgestalten zu können, ist eine tolle Möglichkeit", sagt Bohlem.

Bohlem wünscht sich 3D-Drucker in Neubau

Von dem neuen Gebäude erhoffe sie sich vor allem mehr Platz für Mitarbeiter und Kunden. Denn im aktuellen "Haus Edith Stein" sei es zu eng: „Es wird einfach zu schnell zu voll in unseren Räumen“, sagt Bohlem. 3000 Stammkunden kommen regelmäßig in die kleine Bücherei, heißt es auf der Website. Hinzu kommen über 300 Veranstaltungen im Jahr, wenn nicht gerade Corona das Leben lahmlegt. Neben einem ausreichenden Platzangebot hat die neue Leiterin natürlich noch weitere Wünsche für den Neubau. Dazu gehören zum Beispiel die Barrierefreiheit, eine bessere Präsentation der Medien, PC-Arbeitsplätze, 3D-Drucker und ein kindgerechter Bereich. 

Unabhängig vom Neubau kündigt Bohlem eine weitere Neuerung an: Künftig wird die Bücherei auch ausbilden. Sie habe sich in den vergangenen Monaten zur Ausbilderin weitergebildet, erklärt Bohlem, sodass die Bücherei ab dem ersten August Fachangestellte für Medien- und Informationswissenschaft ausbilden kann. 

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